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Geteiltes Echo auf Tempo 30 vor Schulen

Bad Doberan Geteiltes Echo auf Tempo 30 vor Schulen

Die vom Land beschlossene Reduzierung halten nicht alle für sinnvoll / Elternrat-Mitglied fordert zusätzlich Poller

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Wird an der Buchenbergschule zu oft zu schnell gefahren? Schulleitung und Kreiselternrat sind geteilter Meinung.

Quelle: Fotos: Katarina Sass/ Jens Wagner

Bad Doberan. Auf den Straßen vor Schulen, Kindergärten und Pflegeheimen wird es künftig ruhiger und sicherer. Das Land hat die Pläne zur Einrichtung von Tempo-30-Zonen mit breiter Mehrheit abgesegnet. Doch macht das auch Sinn? In der Region Doberan gibt es geteilte Meinungen.

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Die vom Land beschlossene Reduzierung halten nicht alle für sinnvoll / Elternrat-Mitglied fordert zusätzlich Poller

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Der Kinderschutzbund, die Landesverkehrswacht und die Parteien sind sicher: Langsamer fahren erhöht die Sicherheit und trägt zum Lärmschutz bei. Doch das ist einfach gesagt. In ganz Doberan und Umgebung sind bereits vor den entsprechenden Einrichtungen Geschwindigkeitsreduzierungen angeordnet. „Wir müssen nicht nachrüsten, wenn die neue Verkehrsordnung kommt“, bestätigt Gerhart Kukla, Doberans Bürgeramtsleiter. Doch natürlich würden sich nicht immer alle an das Gebot halten. In der Vergangenheit und auch heute sei die Ehm-Welk-Straße mit der Buchenbergschule ein Schwerpunkt, wo oft zu schnell gefahren worden sei und nach wie vor werde. Das gesamte Gebiet ist mit Tempo 30 ausgelegt.

Auch der Kreiselternrat nennt die Buchenbergschule als Beispiel, wo Tempo 30 nicht greift. „Ich weiß von Mitgliedern des Elternrates, dass die Polizei an dieser Stelle immer wieder Autofahrer rauszieht“, sagt der Vorsitzende Kai Bisanz aus Bargeshagen. Kinder würden am Straßenrand stehen und nicht über die Fahrbahn kommen, trotz Zebrastreifens. Das sei seine persönliche Beobachtung. Er plädiere deshalb für Poller. Genau wie ein Mitarbeiter eines Fahrdienstes der Regenbogenschule, der die Autofahrer kritisiert. „Mit 50 Kilometer pro Stunde wird hier zum Teil durchgefahren. Aber schwarze Schafe gibt es überall“, sagt er. Schulleiter Herbert Thietke sieht dagegen kein Problem: „Generell wird am Zebrastreifen angehalten und übermäßig gerast wird hier nicht.“ In zehn Berufsjahren habe er keine Kenntnisse über Unfälle vor den Schultoren. Er wies darauf hin, dass im Wohngebiet ohnehin rechts vor links gelte. „Die Autofahrer müssen also schon so immer wieder abbremsen.“

Als weiteren Schwerpunkt kritisierte Kai Bisanz die Situation vor der Conventer-Schule in Rethwisch an der viel befahrenen Schulstraße. Besonders vor Ganztagschulen, in denen Schüler bis in die späten Nachmittagsstunden beschäftigt werden, werde das Tempo oft ignoriert. „Da stehen Schüler am Straßenrand und trotzdem wird nicht Rücksicht genommen.“ Bestätigen kann Direktorin Elke Lemke dies nicht. Das sei bisher noch kein Thema gewesen, auch Eltern hätten das nicht bei ihr angesprochen. Bürgermeister Horst Hagemeister (parteilos) sind ebenfalls keine Klagen zu Ohren gekommen. „Natürlich gibt es überall immer Ausnahmen, nicht nur in Rethwisch.“

Ob die Polizei an der Buchenbergschule und in Rethwisch vermehrt Temposünder aus dem Verkehr zieht oder häufiger blitzt, konnte die Polizei gestern nicht mitteilen. Gibt es Beschwerden oder Hinweise, wende sich die Stadt an die Polizei beziehungsweise den Landkreis mit der Bitte zu blitzen, sagt Gerhart Kukla.

Mit der neuen Verordnung können Kommunen nun problemloser 30er-Zonen vor Kitas, Schulen und Pflegeheimen beantragen. Bislang musste nachgewiesen werden, dass es sich um Unfallschwerpunkte handelt.

Tempo-30: Hürden werden abgebaut

Die Landesverkehrsminister haben am vergangenen Donnerstag auf ihrer Sitzung auf Usedom ein generelles Tempolimit vor Kindergärten, Schulen und Pflegeheimen beschlossen. Damit soll die Sicherheit erhöht und der Lärm eingedämmt werden. Bislang gab es hohe bürokratische Hürden zu überwinden, wenn Kommunen Tempo 30 beantragen wollten. Sie mussten unter anderem nachweisen, dass es sich um Unfallschwerpunkte handelt.

In Doberan herrscht bereits vor den acht Schulen und den vier Horten im Stadtgebiet Tempo 30.

Von Katarina Sass

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