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Grüne fordern bezahlbare Busfahrten

Bad Doberan Grüne fordern bezahlbare Busfahrten

Die Landkreis-Fraktion will ermäßigte Tickets für Arbeitssuchende und Asylbewerber /Kreistag tagt heute

Bad Doberan. Bezahlbare Busse und Bahnen für alle fordern die Grünen im Kreistag des Landkreises Rostock. Dieser soll heute in Bad Doberan über die Einführung eines Sozialtickets entscheiden. Mit diesem soll es Arbeitssuchenden und Asylbewerben möglich sein, ermäßigt die öffentlichen Verkehrsmittel im Landkreis Rostock zu nutzen.

 

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Wenn ich keine Teilhabe am kulturellen Leben habe, ist es auch schwie- rig, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.“Klaus-Michael Bull, Fraktions-Chef der Grünen

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Wir unter- stützen Arbeits- suchende, indem wir Fahr- kosten zu Bewerbungs- gesprächen erstatten können.“Thomas Drenckow, Sprecher Agentur für Arbeit Rostock

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Wenn ich keine Teilhabe am kulturellen Leben habe, ist es auch schwie- rig, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.“Klaus-Michael Bull, Fraktions-Chef der Grünen

Aufgrund ihrer eingeschränkten finanziellen Mittel haben Bewohner des Landkreises Rostock, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder dem Asylbewerberleistunggesetz erhalten, nur eingeschränkt Zugang zu Bus und Bahnen, erläutert Grünen-Fraktionsvorsitzender Klaus-Michael Bull. „Flüchtlinge können Integrations-Angebote nicht annehmen, weil sie dort nicht hinkommen“, sagt Bull. Das gleiche Problem hätten Arbeitssuchende, die sich in Firmen vorstellen wollen. Mobilität sei eine Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. „Wenn ich keine Teilhabe am kulturellen Leben habe, dann ist es auch schwierig, Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen“, sagt Bull.

Die Einführung eines Sozialtickets würde die Integration in den Arbeitsmarkt und die Integration von Flüchtlingen erleichtern. In Nordwestmecklenburg sei so ein Sozialticket jetzt beschlossen worden, sagt Bull.

Anja Dornblüth-Röhrdanz hatte mit einer Mail an alle Kreistagsmitglieder den Anstoß für den Antrag gegeben. „Die Fahrpreise sind unfassbar hoch. Menschen, die keinen Führerschein, kein Auto haben, können sich Bus und Bahn nicht leisten“, sagt die Landkreis-Bewohnerin in Bezug auf die Arbeitssuchenden und Asylbewerber. „Wenn sie Bus und Bahn nutzen könnten, würden sich die Fahrgastzahlen erhöhen. Es müssten nicht mehr Busse oder Fahrer eingesetzt werden“, sagt sie. „Es wäre eine große Erhöhung der Lebensqualität“, erläutert Dornblüth-Röhrdanz. In Weitendorf bei Laage betreut die Ehrenamtlerin Flüchtlinge und kennt die Probleme. Ein Sozialticket wäre auch eine Erleichterung für die Ehrenamtler, die die Asylbewerber viel umherfahren würden.

Das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Bad Doberan, betreut derzeit 300 Flüchtlinge in Unterkünften in Bad Doberan, Sievershagen und Riedensee. „Eine ermäßigte Busfahrt ist in jedem Fall eine Unterstützung, um Integrationsmöglichkeiten zu nutzen“, sagt Susann Wieland. Die DRK-Sachgebietsleiterin weist darauf hin, dass es ein Sozialticket mit klaren Richtlinien für alle Bedürftigen geben müsse.

Die Agentur für Arbeit Rostock gibt Mobilitätsunterstützung. „Wir unterstützen Arbeitssuchende, indem wir Fahrkosten zu Bewerbungsgesprächen erstatten können“, erläutert Sprecher Thomas Drenckow. Im Landkreis Rostock waren im März 9092 Menschen arbeitslos gemeldet, teilt Thomas Drenckow mit. Davon würden 6345 Leistungen aus dem SGB II beziehen.

Über die Kosten, die ein Sozialticket verursachen würde, müsse noch im Detail geredet werden, sagt Klaus-Michael Bull. Möglich wäre vielleicht, das Regionalbus Rostock (Rebus) — im Landkreis für den öffentlichen Personennahverkehr zuständig — eine Pauschale bekommt. Bisher gibt es unter anderem Ermäßigungen für Schüler, Auszubildende und Studenten. „Die aktuellen Vergünstigungen ergeben sich aus den gültigen Tarifen im Verkehrsverbund Warnow (VVW), alles andere ist ein politischer Entscheidungsprozess im Landkreis, den wir abwarten müssen“, sagt Rebus-Geschäftsführer Simone Zabel.

Kreistag, heute, 16.30 Uhr, Großer Saal, August-Bebel-Straße 3

Von Anja Levien

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