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Herz in Not: Satower sammelt Spenden für Defibrillator

Satow Herz in Not: Satower sammelt Spenden für Defibrillator

Nachdem Bernd Lüth selbst reanimiert werden musste, setzt er sich für einen Defibrillator in der Sporthalle ein / Krankenhaus Bad Doberan hat gute Erfahrungen mit Geräten

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Bernd Lüth sammelt Geld, um in der Satower Sporthalle einen Defibrillator anzubringen.

Quelle: Fotos: Anja Levien / Krankenhaus Bad Doberan

Satow. Seit fünf Jahren feiert Bernd Lüth am 28. Januar seinen neuen Geburtstag. Damals brach der heute 64-Jährige beim Fußballspielen zusammen. Herzkammerflimmern. Nur durch das beherzte Eingreifen seiner Sportgruppe überlebte er. Es war knapp, sagt Bernd Lüth. „Ein Defibrillator hätte helfen können.“ Mit diesem wird das Herz durch eine große Energiemenge wieder rhythmisiert. Deshalb sammelt der Satower jetzt Geld, um so ein Gerät in der Sporthalle anzubringen.

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Nachdem Bernd Lüth selbst reanimiert werden musste, setzt er sich für einen Defibrillator in der Sporthalle ein / Krankenhaus Bad Doberan hat gute Erfahrungen mit Geräten

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Die „Alte Herren Sportgruppe“ des Satower Sportvereins hatte am 28. Januar 2011 gerade ihr Sportprogramm beendet. Traditionell wird zum Abschluss Fußball gespielt. Bernd Lüth steht im Tor.

„Plötzlich lag ich am Boden und zappelte“, sagt Bernd Lüth. So zumindest wurde es ihm beschrieben, denn der Satower Tankstellenbesitzer selbst hat keine Erinnerung mehr daran. Die Diagnose:

Herzkammerflimmern, Herzstillstand, Schlaganfall. „Ich habe vorher nichts gemerkt“, sagt Bernd Lüth. Die Sportfreunde reagieren schnell, reanimieren ihn, rufen den Notarzt. „Es ist mit sehr viel Aufwand und persönlichem Engagement gelungen, mich zurückzuholen“, sagt Bernd Lüth. Er habe viel Glück gehabt, es seien keine größeren Schäden geblieben. Seitdem treibt ihn der Gedanke um, dass ein Defibrillator (Defi) vieles vereinfacht hätte. „Hätten wir einen Defi gehabt, wäre es wahrscheinlicher gewesen, dass es gut gegangen wäre.“

Doch wie das so ist, kam der Gedanke wieder aus dem Kopf bis Bernd Lüth vor Kurzem nun die Initiative ergriff. In seiner Tankstelle startete er eine Spendenaktion. „325 Euro haben wir schon zusammen“, freut er sich. Ein neuer Defi kostet zwischen 1500 und 2000 Euro. Doch der 64-Jährige ist optimistisch, das Geld bis Jahresende zusammenzuhaben. Die Ostseesparkasse hätte bereits Unterstützung zugesagt und der Unternehmerverein Satow und Umgebung sammelt während der Hanse-Sail-Ausfahrt Geld.

Zusammen mit Bürgermeister Mathias Drese habe er sich auf den Standort Sporthalle geeinigt. Hier sei das Einzugsgebiet mit am größten – die Schule, der See, der Sportplatz sind regelmäßig Orte von Zusammenkünften wie Fasching, über Vereinssport bis hin zum Sommerfest.

Das Krankenhaus Bad Doberan hat bereits gute Erfahrungen mit den vier automatischen Defibrillatoren gesammelt, die seit Oktober letzten Jahres in den Gängen im stationären und ambulanten Bereich angebracht sind. „Sie sollen die Zeit zwischen dem Auftreten eines Herzkreislaufstillstandes durch ein Kammerflimmern und der Anwendung eines Defibrillators weiter verkürzen“, sagt Dr. Michael Arndt, Leitender Chefarzt und Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Die automatischen Defibrillatoren könnten dabei auch vom Pflegepersonal oder von Besuchern eingesetzt werden, denn sie führten auch Laien über einfache Sprachkommandos schnell zur richtigen Therapie. Das Warten auf einen Arzt sei nicht mehr notwendig. „Für eine Sporthalle ist das eine durchaus sinnvolle Anschaffung.

Die schnelle Anwendung eines Defibrillators kann Leben retten“, so Arndt.

Das Leben von Bernd Lüth ist gerettet. Seitdem feiert er zwei Mal im Jahr Geburtstag. Am 28. Januar spendiere er seitdem eine Kiste Bier für die 18 Sportfreunde.

Anja Levien

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