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Hilfs-Netzwerk stellt sich breiter auf

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„Vision 2020“: Initiative „Bad Doberan hilft“ will Menschen durch Arbeit, Bildung und Freizeit näher zusammenbringen

Bad Doberan Um die ehrenamtlichen Helfer gezielter bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen zu unterstützen, hatte sich in der Münsterstadt Ende 2015 das Netzwerk „Bad Doberan hilft“ gegründet. Im OZ-Gespräch zieht Mitorganisator Hannes Roggelin eine erste Zwischenbilanz.

Herr Roggelin, kürzlich wurde das Netzwerk „Bad Doberan hilft“ vom Landkreis Rostock mit 10 000 Euro gefördert – mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ . Wie setzen Sie diese Summe konkret ein?

Hannes Roggelin: Dieses Geld nutzen wir, um unser Netzwerk professioneller aufzustellen. Wir haben jetzt beispielsweise eine feste Bürokraft, die federführend alle Anfragen und Anliegen bündelt und den jeweiligen Arbeitsgruppen zuordnet – eine enorme Erleichterung.

Das Netzwerk wurde vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen. Wie hat es sich aus Ihrer Sicht entwickelt?

Roggelin: Unsere verschiedenen Arbeitsbereiche werden gut angenommen. Ein großer Zweig ist „Wohnen“ und „Spenden“ – hier unterstützen wir Flüchtlinge etwa bei der Suche nach einer Unterkunft, der Gestaltung der Wohnung oder dem Transport von Möbeln.

Was läuft noch gut?

Roggelin: Es gibt nach wie vor viele Behördenangelegenheiten. Deshalb müssen auch wir uns immer wieder weiterbilden – gerade haben wir an einer Fortbildung zum aktuellen Integrationsgesetz teilgenommen. Die Sprechstunde am Montag wird gut besucht – hier helfen wir regelmäßig Flüchtlingen beim Ausfüllen von Briefen oder Formularen. Auch der Bereich „Bildung“ist ein großes Thema – da ist unter anderem die Buchenberg-Schule sehr engagiert dabei.

Wie wirkt sich Ihre Arbeit konkret auf die Menschen aus?

Roggelin: Viele Ausländer sind in Arbeit, vor allem in der Gastronomie, besuchen Integrationskurse, machen eine Ausbildung. Dazu starten wir jetzt ein neues Projekt im Bereich „Begegnungen“, das „Hilfe zur Selbsthilfe“ heißt. Hier wollen wir beispielsweise zeigen, wie man mit Holz arbeitet und auch Anleitungen für das eigene Zuhause geben. Auch das fördert nach unserer Auffassung die Integration und Zufriedenheit der Menschen – denn so können sie wieder ein Stück selbstständiger leben.

Wie finanzieren Sie dieses Projekt?

Roggelin: Wir freuen uns, dass uns hier vom Landkreis ein sogenannter „Werkstatt-Koffer“ zugebilligt worden ist – hierin befindet sich eine solide Werkzeug-Grundausstattung.

Was könnte aus Ihrer Sicht besser laufen?

Roggelin: Es sind manchmal die kleinen Dinge, die haken. Ich bin zum Beispiel von Anfang an auf der Suche nach einem geeigneten Lager – aber das klappt nicht so richtig. Bislang hatten wir einen Raum im ehemaligen Küsterhaus – da müssen wir aber jetzt raus. Die Räumlichkeiten müssen gar nicht so riesig groß sein – wir reden hier nicht von einer 100 Quadratmeter großen Halle. Da würde ich mir von der Stadt ab und an schon ein wenig mehr Unterstützung wünschen.

Wo sehen Sie das Netzwerk in einigen Jahren?

Roggelin: Wir haben jetzt auf einem Strategie-Workshop eine Vision „Bad Doberan 2020“ entwickelt. Darin sehen wir einen Ort, an dem sich alle Menschen – nicht nur Flüchtlinge – durch Arbeit, Bildung und Freizeit heimisch fühlen und zufrieden sind – unabhängig davon, welchen religiösen oder kulturellen Hintergrund sie haben.

Ein hehres Ziel – wie wollen Sie das schaffen?

Roggelin: In unserem Netzwerk arbeiten unheimlich viele gute Leute mit, die sich engagieren, Ideen entwickeln, für den anderen da sind – egal, zu welcher Uhrzeit. Dieses Engagement gibt mir mit Blick auf die Zukunft ein gutes Gefühl. Und auch der Landkreis fördert uns mit einem Coaching, um das Netzwerk weiter aufzubauen.

Was heißt das genau?

Roggelin: Mit der „Netzwerkorganisation“ ist zu den bestehenden Arbeitsgruppen eine weitere dazu gekommen. Dabei dürfen es gern noch viel mehr Mitstreiter werden – der Ausbau des Ehrenamtes ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Und eines ist mir noch wichtig . . .

Nämlich?

Roggelin: Es gab nie wirklich Unruhe in der Stadt – die Doberaner haben gezeigt, dass hier ein friedliches Zusammensein möglich ist. Da kann man schon sehr dankbar sein.

Interview von Lennart Plottke

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