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Historien-Spektakel am Strand

Heiligendamm Historien-Spektakel am Strand

Anbaden in Heiligendamm / „Großherzog“ informiert sich über Entwicklung im Ort

Heiligendamm. Im ersten deutschen Seebad ist offiziell die Badesaison eröffnet worden. Beim historischen Anbaden am Sonnabend erlebten die etwa 600 Zuschauer eine Zeitreise ins Jahr 1825. Der Gründer Heiligendamms, Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin (gespielt von Hans-Peter Hahn), fuhr in Begleitung der Badegesellschaft mit dem Molli von Bad Doberan nach Heiligendamm und informierte sich an der Seebrücke bei Amtshauptmann Hundt (Hartmut Polzin) über die neusten Entwicklungen. Dabei wurde das geplante Casino im ehemaligen Stahlbad, die Zäune in Heiligendamm und die Sturmflutschäden am Strand angesprochen.

Nach und nach trifft die Badegesellschaft auf dem Alexandrinenplatz in Bad Doberan ein. Oberlandforstmeister Eggers (Karsten Allwardt) begrüßt Badearzt Prof. Samuel Gottlieb Vogel (Dr. Peter Kupatz).

Amtshauptmann Hundt geht auf Chirurg Dr. Nils Akkermann zu. „Wen habt ihr gestern amputiert“, möchte er wissen. „Das weiß ich nicht mehr, ich war betrunken“, antwortet der Arzt. Seit 2004 findet das historische Anbaden statt, um auch Heiligendamm und die Gründung 1793 in den Vordergrund zu Rücken. „Wir wollen, dass man sich darauf besinnt, dass sich hier die Keimzelle des Bäderwesens befindet“, sagt Peter Kupatz. Seit 2008 spielt Hans-Peter Hahn den Großherzog. „Wir haben viel Spaß dabei, alle zeigen Engagement. Wir wollen was für Doberan tun und müssen es auch“, sagt er und schlüpft zurück in seine Rolle, um seinen Enkel Erbgroßherzog Paul Friedrich (Hannes Roggelin) samt Angetrauter Alexandrine (Lydia Bierstedt) zu begrüßen. Dann rollt auch schon der Molli ein.

Vom Bahnhof Heiligendamm zum Strand wird die Badegesellschaft vom Bad Doberaner Blasorchester und von Schaulustigen begleitet. An der Seebrücke warten weitere Hunderte auf die Ankunft der Adligen.

Doch bevor der Großherzog eintrifft, muss Amtshauptmann Hundt einschreiten. „Die Untertanen machen den Weg schon wieder dicht. Muss ich erst die Schergen rufen, dass er wieder frei wird“, ruft er.

Nein, muss er nicht. Unter Applaus kann Friedrich Franz I. den Strand betreten. Nach kurzer Begrüßung holt er den Badearzt Vogel zu sich. Dieser berichtet, dass der Großherzog 1793 an dieser Stelle zum ersten Mal in die Fluten gestiegen sei. Hier am Heiligen Damm musste also das erste deutsche Seebad entstehen. „Gute Luft, gutes Wasser, guter Ort“, so der Badearzt.

Doch bevor es in die Ostsee geht, möchte der Großherzog vom Amtshauptmann wissen, was sich im Ort getan hat. „Ich habe von einem Investor gehört, der das Moorbad erworben hat. Stellen Sie sich vor, da soll ein Casino rein“, berichtet Hundt. „Das ist doch gut für die Stadtkasse“, erwidert Friedrich Franz I. „Ja, aber es gibt Sorgen, dass dort leichte Damen Einzug halten“, gibt Hundt die Befürchtung des Stadtrates wieder. Er habe nichts gegen leichte Damen, so der Großherzog. Der Amtshauptmann bleibt hartnäckig: „Bitte insistieren Sie in Schwerin. Es muss eine Lösung geben.“

Weiterhin macht der Amtshauptmann den Großherzog auf die Hügel an der Dammchaussee aufmerksam, die er vielleicht bei der Vorbeifahrt mit dem Molli gesehen habe. „Wird das Sandburgenfest verlagert“, fragt Friedrich Franz I.. „Hier bauen eure Untertanen schmugge Häuser.“ Das sei doch gut, dann komme Geld in die Stadtkasse, so der Großherzog. Dieser erfährt dann noch, dass die Steganlage am Strand durch die Sturmflut beschädigt wurde und noch nicht repariert ist. Oberlandforstmeister Eggers informiert darüber, dass er bei der Inspektion der Ländereien ein Jagdfeld vorgefunden habe sowie Zäune.

Er habe einen Stichweg nutzen müssen.

Dann war es aber genug der Reden, ein Teil der Badegesellschaft zog sich für den Sprung in die Fluten um. Nach Aufwärmübungen am Strand, gebührte dem Erbgroßherzog Paul Alexander als Erster, der Sprung ins Wasser und rief danach: „Es ist angebadet.“ Zahlreiche folgten ihm.

Von der Seebrücke beobachteten Jutta Klein und Renate Krutzsch das Spektakel. „Es gefällt mir gut, die Stimmung ist toll“, sagt Renate Krutzsch. Nach dem Anbaden zieht die Badegesellschaft weiter zur Kaffeetafel.

Anja Levien

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