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Husten, schniefen, niesen: Grippewelle erreicht Doberan

Bad Doberan Husten, schniefen, niesen: Grippewelle erreicht Doberan

Zahl der Influenzafälle hoch wie nie / Experten rechnen mit weiterem Anstieg

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Fieber gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen einer Influenza. Experten raten zur Bettruhe. In diesem Jahr ist der Krankenstand in Mecklenburg- Vorpommern deutlich höher als im Vorjahr.

Quelle: Fotos: Frank Söllner (1), Wehmeyer (1)

Bad Doberan. Lange konnten die Einwohner dagegen ankämpfen, doch nun ist die Grippe im Landkreis Rostock angekommen. Während von Anfang bis Mitte Januar lediglich ein Influenza-Fall im gesamten Kreis gemeldet war, kam es, nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus), allein in der vergangenen Woche zu 79 Neuerkrankungen.

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Zahl der Influenzafälle hoch wie nie / Experten rechnen mit weiterem Anstieg

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„Die Grippewelle hat Bad Doberan erreicht. Das hat sich bereits vor drei Wochen angebahnt“, bestätigt auch Allgemeinmediziner Dr. Nils Akkermann, dessen Wartezimmer derzeit voll ist. „Der Großteil der Patienten – teilweise bis zu 50 täglich – kommt aufgrund schwerer Erkältungssymptome.“ Neben Husten und Schnupfen klagen die Bad Doberaner über bakterielle Erkrankungen, Mandel- sowie Nasennebenhöhlenentzündungen und Bronchitis. „Bakterielle Erkrankungen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Erkältungen verschwinden meist nach drei Tagen“, sagt Dr. Akkermann. „Bei 50 Patienten hatte ich jedoch den Verdacht auf eine schwere Grippe – nach einem Abstrich hat sich diese Vermutung in 40 Fällen bestätigt.“

Auch die Apotheker der Stadt haben viel zu tun. „Die Anzahl der Erkältungsfälle ist am Anfang eines Jahres immer größer als im Herbst“, sagt Martina Schulz, Pharmazieingenieurin in der Apotheke am Buchenberg. „Viele Kunden leiden unter Husten, Schnupfen und allgemeinem Unwohlsein.“ In den meisten Fällen kämen die Erkrankten direkt in die Apotheke, ohne einen Arzt aufzusuchen. „Wir beraten sie zunächst und klären, ob es sich um Reizhusten handelt oder festsitzenden Schleim, der gelöst werden muss“, sagt Schulz. „Wenn keine Besserung in Sicht ist, sollte man sich untersuchen lassen.“

Wer von einer echten Grippe erwischt wurde, sollte hingegen direkt zum Arzt. „Damit ist nicht zu spaßen. Eine Influenza kommt plötzlich und setzt Betroffene sofort schachmatt“, betont Dr. Akkermann.

„Das ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die oft von Gelenk-, Hals- und Kopfschmerzen sowie Fieber begleitet wird.“

Für Erkrankte sei neben den Medikamenten zudem Abstand zu anderen Menschen, viel Flüssigkeit, Wärme und Ruhe wichtig. „Jeder Tag mit Fieber um 39 Grad Celsius erfordert eine Woche Bettruhe“, empfiehlt er. „Ansonsten riskiert man einen schweren Rückfall.“

Bei den Krankenkassen flattern derweil verstärkt Krankmeldungen der Mitglieder ein. „Unsere Servicezentren berichten über einen Anstieg“, bestätigt etwa Petra Köster, Leiterin des DAK-Servicezentrums Rostock. „Die Zahlen von Erkältungskrankheiten, aber auch die der echten Grippeinfektionen steigen an.“

Das Lagus vermutet, dass der Krankenstand in der Region seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat. „Erfahrungsgemäß steigen die Erkrankungszahlen insbesondere nach den Winterferien noch einmal an“, sagt Sprecherin Anja Neutzling. Diese Befürchtung hat auch Dr. Akkermann. „In den Ferien ist die Infektionskette zunächst unterbrochen, da Schulen und andere Einrichtungen, in denen man sich anstecken kann, geschlossen bleiben“, sagt er. „Wer ein Antibiotikum nimmt, kommt mit geschwächter Darmflora und geschwächtem Immunsystem aus dem Urlaub zurück und ist daher noch anfälliger.“

Die Experten raten zur Vorbeugung daher unter anderem zum regelmäßigen gründlichen Händewaschen und zur Vermeidung von direktem Kontakt zu möglicherweise erkrankten Personen. Auch eine Grippeschutzimpfung wird empfohlen. „Bei meinen 40 Patienten mit schwerer Grippe war nur einer dabei, der geimpft war“, verrät Dr. Akkermann. „Die Impfungen werden derzeit stark nachgefragt.“ Da der Impfschutz zur vollen Ausprägung etwa zehn bis 14 Tage benötige, empfiehlt das Lagus eine Grippeschutzimpfung bereits im Zeitraum von September bis Dezember. „Aufgrund der derzeitigen Situation und Entwicklung kann noch geimpft werden“, sagt Neutzling. „Insbesondere Risikopatienten sollten sich bei noch nicht erfolgter Impfung noch zeitnah gegen Influenza impfen lassen.“

Grippe auf dem Vormarsch

1327 Influenza-Fälle hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales seit der 40. Kalenderwoche 2016 in MV registriert. In der Vorsaison waren es 303 Erkrankungen.

In der vergangenen Woche wurden dem Amt 350 Fälle in MV gemeldet, davon 79 (23 Prozent) aus dem Landkreis Rostock. Nur in der Hansestadt Rostock gab es in dieser Kalenderwoche mehr gemeldete Fälle (101).

Das Landesamt empfiehlt eine Grippeschutzimpfung. Mit einem Schutz ist etwa zwei Wochen nach der Impfung zu rechnen.

Katharina Ahlers

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Prof. Heidecke aus Greifswald ist kommissarischer Vorstand / Chef der Rostocker Unimedizin gehört ebenfalls zum Team

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