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Im Alter selbstständig wohnen, aber miteinander leben

Bad Doberan Im Alter selbstständig wohnen, aber miteinander leben

Betreutes Wohnen am Maxim-Gorki-Platz ist ausgebucht / Gestern wurde gemeinsam gegrillt / Am 15. Oktober ist Tag der offenen Tür

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Rudolf Bäßler, Gerda Schmidt, Erwin Scheibner, Maria Weingärtner und Linda Rusch (v.l.) lassen sich die Grillwürste schmecken. Hausdame Heidrun Dietz sorgt für Nachschub der leckeren Würste.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Bad Doberan. Unter Sonnenschirmen oder auch in der etwas kühleren Begegnungsstätte sitzen die Mieter des Betreuten Wohnens der Volkssolidarität in Bad Doberan gemeinsam beim Mittagessen. Es wird gegrillt. Hausmeister Bernd Pohl steht am Grill und dreht die Würstchen auf dem Kohlenrost. „Zwei- bis dreimal im Jahr laden wir zu einem Grillfest ein“, sagt Hausdame Kornelia Ahnfeldt. Zu den leckeren Würstchen gab es Salate, Obst und Kräuterbrote. Und natürlich reichlich zu trinken. „Darauf achten wir derzeit sehr“, betont Kornelia Ahnfeldt. Die Mieter leben selbstständig im Haus am Maxim-Gorki-Platz, doch bei der Hitze achten die beiden Hausdamen schon sehr darauf, dass die älteren Menschen genügend trinken. Ansonsten scheinen sie jedoch wenig Probleme mit der Hitze zu haben, erzählt die Hausdame, während sie sich den Schweiß von der Stirn wischt. „Da wollten doch einige am Tag zuvor bis zum Kornhaus laufen, um dort Kaffee zu trinken. Da habe ich aber doch vorgeschlagen, nur bis zum Eiscafé am Markt zu gehen“, sagt sie schmunzelnd.

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Betreutes Wohnen am Maxim-Gorki-Platz ist ausgebucht / Gestern wurde gemeinsam gegrillt / Am 15. Oktober ist Tag der offenen Tür

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Seit dem Jahr 2000 gibt es die Einrichtung „Betreutes Wohnen“ der Volkssolidarität am Maxim-Gorki-Platz. 37 Wohneinheiten sind eingerichtet – Ein-, Eineinhalb- und Zwei-Raum-Wohnungen. Und alle sind belegt. Es gebe eine eine Warteliste, erzählt Roswitha Petersen, Geschäftsführerin des Kreisverbandes der Volkssolidarität Bad Doberan.

Am 15.Oktober lädt der Verein zu einem Tag der offenen Tür ins Haus mit dem schönen Namen „Ehm Welk“ ein. Von 10 bis 16 Uhr können sich Interessierte das Haus ansehen, in dem auch die Sozialstation untergebracht ist. Dort sind elf Schwestern, Pfleger und Helfer beschäftigt, die sich auch um die Mieter des Hauses kümmern. „Die Menschen ziehen bei uns ein, um selbstständig weiterleben zu können. Aber bei Bedarf werden sie durch die Sozialstation betreut“, sagt Roswitha Petersen. Und das bis Pflegestufe 3. Jede Wohnung ist mit einem 24-Stunden-Notruf ausgestattet. Wenn es gewünscht wird, helfen die beiden Hausdamen bei der Zubereitung von Frühstück, Mittag und Abendbrot, bei Einkäufen oder Behördengängen. Das Mittag kann gemeinsam im Veranstaltungsraum eingenommen werden. „Das wird gut angenommen. Das Essen wird von der Küche des Krankenhauses geliefert“, sagt Roswitha Petersen. Drei Gerichte werden angeboten. So lange es die Kapazität zulässt, könnten auch Senioren aus der Umgebung kommen. Gemeinsam wird nicht nur gegrillt. Einmal die Woche gehen Bewohner gemeinsam Kaffee trinken, einmal findet ein Klönsnack statt. Gedächtnistraining und Gymnastik im Sitzen können wahrgenommen werden. Abends sitzt man gemeinsam bei Spielen oder auch beim Fernsehen. Zwischen 69 und 93 Jahre alt sind die Mieter der Wohnungen derzeit. Sie sollten sich nicht zu spät für das Betreute Wohnen entscheiden. So könnten sie sich besser an die neue Umgebung, an neue Mitbewohner gewöhnen, sagt die zweite Geschäftsführerin Jolanta Bormann.

Das Schöne in einer solcher Einrichtung sei, dass man nachbarschaftlich in Geborgenheit und miteinander lebe. Einer schaue nach dem anderen. Eine enge Zusammenarbeit gebe es mit dem Pflegeheim gleich nebenan. Gemeinsam werden Feste gefeiert und es werde eine Vertrautheit aufgebaut. Gut, wenn ein selbstständiges Wohnen nicht mehr möglich ist und ein Heimplatz benötigt wird.

Doch daran wollen die meisten noch nicht denken. „Die sind noch recht fit“, freut sich Hausdame Kornelia Ahnfeldt, seit September 2011 im Amt. „Die gute Seele“, wie Roswitha Petersen betont. „Man sollte kommen, wenn man noch selbstständig ist, aber man gibt natürlich auch ein Stück Selbstständigkeit auf“, sagt sie. Die meisten Bewohner sind allein, ohne Partner. Und die meisten kommen aus der Umgebung – aber auch aus Berlin oder der Pfalz sind Mieter am Maxim-Gorki-Platz eingezogen.

Am Dienstag gehen sie auf Tour mit dem Bus. Wohin – das bleibt eine Überraschung.

Betreutes Wohnen

In Bad Doberan betreiben die Volkssolidarität am Maxim-Gorki-Platz und das Pflegezentrum Katinka Launert An den Salzwiesen Wohnanlagen für Betreutes Wohnen. Die Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) verfügt auf dem Kammerhof über 56 Wohnungen, die alters- und behindertengerecht dem „Betreuten Wohnen" zugeordnet sind. Der Abschluss eines Betreuungs- oder Notrufvertrages obliegt dem Johanniterhaus. Der DRK-Kreisverband baut Betreutes Wohnen in der Lessingstraße.

Renate Peter

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