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In der Turnhalle hängt ein Lebensretter in Kastenform

Satow In der Turnhalle hängt ein Lebensretter in Kastenform

Dr. Bernd Lüth sammelte Spenden für einen Defibrillator

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Dr. Bernd Lüth ist vor sechs Jahren beim Fußballspielen zusammengebrochen, musste reanimiert werden.

Quelle: Fotos: Mathias Otto, Thomas Hoppe, Renate Peter

Satow. Wenn es nach einem Herzstillstand schnell gehen muss, hat die Gemeinde Satow jetzt ein Gerät, das Leben retten kann. In der Sporthalle in der Seestraße wurde gestern ein Defibrillator angebracht. Initiator war Dr. Bernd Lüth, der sich vor einigen Jahren selbst in einer lebensbedrohlichen Lage befunden hatte.

OZ-Bild

Dr. Bernd Lüth sammelte Spenden für einen Defibrillator

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„Ich hatte damals unwahrscheinliches Glück. Ich musste vor sechs Jahren in dieser Turnhalle reanimiert werden. Ich wurde nur gerettet, weil sich meine Sportkameraden bemüht haben, mich am Leben zu halten. Es war sehr knapp damals“, sagt der 64-Jährige. Er wollte nach seiner Genesung selbst aktiv werden und suchte nach Möglichkeiten, damit Sportlern künftig bei Herzstillständen schneller geholfen werden kann.

Ein solches Gerät wollte er für die Gemeinde Satow auch besorgen, doch dafür hätte er 1500 Euro benötigt. In seiner Tankstelle, die er bis Jahresende betrieben hatte, startete er deshalb eine Spendenaktion. „Viele Helfer waren an dieser Aktion beteiligt. Etwa die Tankstellenmitarbeiter, die sich intensiv um die Verlosung gekümmert haben. Oder Kunden, die auch mal mehr als einen Euro für die Lose ausgegeben haben“, so Lüth. Damit war ein Drittel finanziert. Weiteres Geld kam unter anderem von den Landfrauen, von Mitgliedern des Unternehmerverbands und von der Ostseesparkasse (Ospa).

Zusammen mit Bürgermeister Matthias Drese (SPD) habe sich Bernd Lüth auf den Standort Sporthalle geeinigt. Hier liegen mit Sportplatz, Schule und See mehrere Orte dicht beieinander, die stark frequentiert sind.

Frank Pasternak von der Medizintechnischen Firma „mt nord“ erklärte den Satowern die Feinheiten dieses Gerätes. „Der Defibrillator ist selbsterklärend. Der Ersthelfer wird so lange angeleitet, bis Sanitäter den Ort erreichen“, so Pasternak. Er gab am Computer ein Übungsszenario ein. „Rufen Sie den Rettungsdienst“, erklang eine Computerstimme. Und: „Bleiben Sie ruhig.“ Dann folgten Töne, die den Rhythmus für eine Herzdruckmassage vorgeben. „Beatmen!“ Nun wurde es kritisch: „Bitte wegbleiben!“ Der Defibrillator entdeckte ein Kammerflimmern und gab automatisch Stromstöße.

Für Bernd Klischke, Ausbildungsleiter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Bad Doberan, ist der Einsatz eines Defibrillators eine „enorm wichtige Schnittstelle zwischen Ersthelfer und Sanitäter“.

„Jede Minute zählt. Die Wiederbelebung ist mit diesem Gerät höherwertig. Denn es erkennt unter anderem Kammerflimmern, das der Ersthelfer nicht sofort wahrnehmen kann. Patienten haben also viel mehr Überlebenschancen“, sagt er. Große Unternehmen wie der Ostseepark Sievershagen und Ikea verfügen bereits über Defibrillatoren. „Wir werben dafür, dass nun auch vor allem in Turnhallen in dieser Region diese Geräte angebracht werden“, so Bernd Klischke.

„Wir sind froh, dass sich Bernd Lüth für einen Defibrillator in Satow stark gemacht hat und dieses Gerät nun für alle erreichbar ist. Hoffentlich muss es nicht zum Einsatz kommen. Wir sind aber gewappnet“, sagt Matthias Drese. „Für uns war es eine Herzensangelegenheit, dieses Projekt zu unterstützen“, ergänzt der Ospa-Filialleiter Guido Krüger.

Bei fast jedem plötzlichen Herztod liegt Kammerflimmern vor

Bei 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen.

Die Defibrillation wird im Rahmen der Reanimation beim Kammerflimmern, beim Kammerflattern und bei der pulslosen ventrikulären Tachykardie eingesetzt. Seit den 1990er Jahren werden Defibrillatoren auch zunehmend in öffentlich zugänglichen Gebäuden wie Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Orten für eine Anwendung durch medizinische Laien bereitgestellt.

Mathias Otto

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