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International: Lernen in der Gastronomie

Bad Doberan International: Lernen in der Gastronomie

Auszubildende aus verschiedenen Ländern werden an Doberaner Berufsschule Restaurant- oder Hotelfachleute

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Die Auszubildenden des 3. Lehrjahres für Restaurant- und Hotelfachleute. Am 3. Mai haben sie schriftliche Prüfungen.

Quelle: Fotos: Renate Peter

Bad Doberan. Sie haben es fast geschafft: 33 junge künftige Hotel- und elf Restaurantfachleute stehen vor dem Abschluss ihrer Ausbildung. Drei Jahre haben sie an der Beruflichen Schule im Stülower Weg gelernt, ihre praktischen Erfahrungen in Hotels und Restaurant der Region gesammelt. Das Besondere: Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ländern — sie lernten im Rahmen des Sonderprogramms des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales „The Job of my life“. Seit 2013 unterstützt es junge Menschen aus Europa bei der Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung und bringt sie mit Projektträgern und Unternehmen in Deutschland zusammen.

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Auszubildende aus verschiedenen Ländern werden an Doberaner Berufsschule Restaurant- oder Hotelfachleute

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Am 3. Mai werden die jungen Leute ihre schriftlichen Prüfungen absolvieren. Wie es dann weitergeht? Für Ozam Yildiz, dessen Familie aus der Türkei stammt, steht fest: Die Ausbildung zum Restaurantfachmann im „Portofino“ in Kühlungsborn hat Spaß gemacht. Im nächsten Jahr will der 20-Jährige noch eine Ausbildung zum Hotelfachmann dranhängen.

Ganz andere Pläne hat Dusan Dlugos aus der Slowakei. Der 23-Jährige wollte nach Deutschland, um die Sprache zu lernen. Nach dem Abschluss als Restaurantfachmann geht er einen anderen Weg. In Berlin möchte er Mechatroniker lernen. Marc Saavedra hatte bereits in Spanien Deutsch gelernt und wollte unbedingt in Deutschland eine Ausbildung absolvieren. Die Praxis eignete er sich im Café Röntgen in Kühlungsborn an. Er hat einen Vertrag für drei Monate für das Café bekommen. Danach möchte er vielleicht zurück nach Spanien.

Für Kevin Lorenz — seine Familie zog von der französischen Grenze nach Mecklenburg — gibt es nur den Restaurantfachmann als Beruf. „Ich wollte das unbedingt. Damit kann man nichts falsch machen“, sagt der 20-Jährige. Im Grand Hotel Heiligendamm habe er viel gelernt, auch wenn es anstrengend war. Jetzt ist er im Gourmetrestaurant „Friedrich Franz“. Später möchte er dort und an der Bar arbeiten.

Ebenfalls im Grand Hotel hat Gergely Ormos praktische Erfahrungen sammeln können. Der 36-jährige Ungar will dort bleiben. „Einen Vertrag habe ich schon“, sagt er stolz. Im Heiligendammer Hotel habe er viel kennengelernt. Er konnte sich bei verschiedenen Schulungen wie Wein- oder Spirituosenlehrgängen weiterbilden. Philip Baldrich unterstreicht das Lob für das Heiligendammer Hotel. Hier gebe es eine entspannte Atmosphäre und faire Arbeitszeiten, sagt der 25-Jährige aus Munster in der Lüneburger Heide. „Es ist eine sehr gute Ausbildung auf Fünf-Sterne-Niveau“, meint er. Er wollte nicht in eine Großstadt und habe sich deshalb für die Berufsschule in Bad Doberan entschieden. Nach Lehrabschluss möchte er ein Selektionstraining an deutschen Luxushotels absolvieren — in Köln, München, Düsseldorf und Salzburg. „Danach vielleicht aufs Schiff. Und eine Weltreise“, sagt der 25-Jährige.

Anna Reis hat vor ihrer Ausbildung extra einen zweimonatigen Deutsch-Kurs in Portugal absolviert. Die 21-Jährige will Hotelfachfrau werden und sammelte praktische Erfahrungen im Kühlungsborner „Polarsten“. Sie möchte ein Jahr bleiben. In dem Hotel sei es wie in einer Familie. „Und ich habe viel gelernt“, sagt die Portugiesin.

Das Programm „The Job of my life“ sei eine gute Sache, sagt Kerstin Katzorreck, Fachlehrerin im Bereich Gastronomie. Es gebe den speziellen Deutschunterricht, die Praxis in den Hotels, und das Arbeitsamt fördere zusätzliche Stunden.

Gestern Morgen wurde im Lehrrestaurant der Beruflichen Schule ein Abschieds-Coctail gemixt. Kerstin Katzorreck stieß mit den jungen Leuten auf ihre Zukunft an — vor allem auf gute Ergebnisse bei der Prüfung. Heute und morgen werden 40 angehende Hotelfachleute zur Abschlussfeier nach Klein Nienhagen fahren. Dort sei Picknick auf dem Bauernhof angesagt, erklärt die Lehrerin.

Vorbildliche Auszubildende der Bad Doberaner Schule haben schon des Öfteren auf die Einrichtung aufmerksam gemacht — gerade ist Vincenz Wilke, Azubi für Hotelfachleute im 3. Lehrjahr, zur Mecklenburg-Vorpommern-Meisterschaft nach Stralsund gefahren. „Wir drücken ihm die Daumen“, sagt Kerstin Katzorreck. Das scheint sich bei Patrick Lippert schon ausgezahlt zu haben. „Ich sage meinen Auszubildenden immer ,Traut Euch‘“, sagt Kerstin Katzorreck. Patrick Lippert kocht jetzt in der Doberaner „Klosterküche“, die er mit Robert Leiser gemeinsam zu Ostern eröffnet hatte. „Wir freuen uns, dass das dort so gut klappt“, sagt die Lehrerin.

An der Beruflichen Schule im Stülower Weg werden Fachkräfte für den Groß- und Außenhandel, Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel sowie Fachkräfte für die Gastronomie ausgebildet. Außerdem gibt es das Berufsvorbereitungsjahr. Allein etwa 230 Gastronomen werden derzeit ausgebildet.

Seit dieser Woche besuchen alleinreisende Flüchtlinge die Schule. Sie lernen Deutsch. 30 Kinder und Jugendliche sind angemeldet, 18 sind bereits da.

230 Gastronomie-Azubis

230 Auszubildende der Gastronomie lernen in der Beruflichen Schule in Bad Doberan.

75 junge Leute kommen aus dem Ausland — darunter je 19 aus Portugal und Polen, je 12 aus Bulgarien und Spanien.

Auch Lehrlinge aus Albanien, Italien, Kroatien, Litauen, Mauretanien, Slowakei, Türkei, Ungarn und Vietnam sind dabei.

30 alleinreisende Flüchtlinge unter 18 lernen an der Schule am Stülower Weg. 18 sind bereits da.

Berufliche Schule , Bad Doberan, Stülower Weg 2

Von Renate Peter

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