Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Känguru-Baby verzückt Kühlungsborn

Kühlungsborn Känguru-Baby verzückt Kühlungsborn

Tierpflegerin Claudia Wendt ist Ziehmutter für ein kleines Beuteltier – und wurde damit zur Attraktion

Voriger Artikel
Känguru-Baby wird zum kleinen Star
Nächster Artikel
Winterlinde mutwillig durchgebrochen

Claudia Wendt zeigt das Känguru-Baby Grace, das aus seinem Ersatzbeutel herauslugt. Die Tierpflegerin hat ihn aus einer Jogging-Hose genäht.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Kühlungsborn. Dieses Tierchen ist auf dem Sprung zum kleinen Star: In den vergangenen Tagen sorgte Känguru-Baby „Grace“ jedenfalls in Kühlungsborn immer wieder für Aufsehen – auf der Promenade, am Strand, in Geschäften. Immer, wenn es neugierig aus seinem kuscheligen, grauen Stoffbeutel schaute und besonders, wenn Ziehmutter Claudia Wendt das 25 Zentimeter große und 615 Gramm leichte Tierchen aus dem Beutel holte und knuddelte. „Dann haben sich schnell Menschentrauben gebildet, ich musste immer wieder Fragen beantworten und die Leute machten Fotos“, erzählt die 24-Jährige, die als Tierpflegerin im Tierpark Wolgast arbeitet. Vergangene Woche machte sie ein paar Tage Urlaub in Kühlungsborn – bei ihrer Mutter, die hier einen Garten hat.

OZ-Bild

Tierpflegerin Claudia Wendt ist Ziehmutter für ein kleines Beuteltier – und wurde damit zur Attraktion

Zur Bildergalerie

Wenn ich die kleine Grace nicht in Pflege genommen hätte, wäre sie gestorben.“Claudia Wendt,

Tierpflegerin

Der Tierpark Wolgast hat eine Känguru-Gruppe, die aus einem Bock und drei Muttertieren besteht. Alle drei weiblichen Kängurus bekamen jetzt Nachwuchs und die kleine Grace hatte dabei Pech. „Ihre Mutter hatte viel zu wenig Milch. Auf der Suche nach Milch krabbelte das Känguru-Baby immer wieder aus dem Beutel und fiel auf den Boden. Vor eineinhalb Wochen fand ich Grace wieder in dieser Lage, die Körpertemperatur war schon sehr gesunken. Ich kuschelte sie in ein T-Shirt und wusste: Wenn jetzt nicht eine Lösung gefunden wird, stirbt sie“, erzählt Claudia Wendt.

Die Lösung – das war sie selbst, als Ziehmutter. Die Tierpflegerin nähte aus einer Jogging-Hose einen Beutel mit einer Schlaufe, die um den Hals gelegt werden kann. Als zusätzliche Kuschel-Unterlage für Grace wurde dort noch eine Ski-Mütze hineingetan. Seitdem trägt Claudia Wendt das Känguru-Baby im Beutel vor ihrem Körper – fast so, wie eine richtige Känguru-Mutter. Dort wird es noch ungefähr drei Monate bleiben, aber schon bald immer mal wieder herauskommen und zu kleinen Erkundungen aufbrechen. Danach erfolgt die Eingewöhnung in die Känguru-Gruppe im Gehege des Tierparks inWolgast.

Ein Problem, das ganz schnell gelöst werden musste, war die Baby-Nahrung für Grace. Milch für Katzen und Hunde-Welpen ist ungeeignet. Sie hat zu viel Fett und zu wenig Proteine. Außerdem muss die Känguru-Baby-Milch absolut frei von Laktose sein. „Wir wurden in einem Online-Handel in den USA fündig und glücklicherweise kam die Lieferung auch ganz schnell“, so Claudia Wendt. Für die Ziehmutter des kleinen Kängurus sind die Nächte, seitdem sie Grace mit sich herumträgt, ziemlich stressig geworden. Nachts hängt der Beutel mit dem kleinen Känguru an einem Haken über ihrem Bett. „Der Beutel ist ganz dicht vor meinem Gesicht, damit ich sofort merke, wenn die Kleine unruhig wird und herauskrabbeln will. Alle drei Stunden muss sie ihr Fläschchen bekommen“, erzählt die Tierpflegerin.

Claudia Wendt, die im Vogel-Park Marlow ausgebildet wurde, hat schon viele kleine Vögel aufgezogen, bei denen es Probleme mit der Mutter gab. Ziehmutter für ein Känguru zu sein – das ist für sie eine völlig neue Erfahrung. „Das geht schon weit über das hinaus, was ich sonst im Job mache“, sagt die junge Frau, die im Tierpark Wolgast auch für die Känguru-Gruppe verantwortlich ist. „Aber als ich die kleine Grace so hilflos gefunden hatte und sie mich anschaute – da wusste ich, dass ich es machen würde“, fügt sie hinzu.

Baby Grace ist ein Rotnackenwallaby-Känguru. Diese Art ist in den östlichen und südöstlichen Küsten-Regionen von Australien und auf der Insel Tasmanien verbreitet. Bei Burg-Stargard gibt es eine kleine wild lebende Population. Die Elterntiere büxten einst aus dem lokalen Zoo aus.

In vielen Zoos zu Hause

117 Tierhalter gibt es in Deutschland, die Gruppen von Rotnackenwallaby-Kängurus haben. Es sind meistens Tierparks und Zoos. Die Rotnackenwallaby-Art, die auf Tasmanien heimisch ist, heißt Bennett-Känguru. Sie sind sehr wetterfest, halten auch Temperaturen bis minus zehn Grad aus. Grace ist ein Bennett.

Rotnackenwallabys erreichen eine Kopfrumpflänge von 92 bis 105 Zentimetern. Ihr Schwanz ist rund 70 bis 75 Zentimeter lang. Das Gewicht der Tiere beträgt 14 bis 19 Kilogramm. Bennetts sind etwas kleiner.

Lutz Werner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
DCX-Bild
mehr
Mehr aus Bad Doberan
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.