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Kampf gegen Waldbrände: Kreis bündelt Kräfte

Bad Doberan Kampf gegen Waldbrände: Kreis bündelt Kräfte

Gemeinschaft baut Netzwerk auf / Waldbrandgefahrenstufe wird von März bis Oktober täglich ermittelt

Bad Doberan. Waldbrandgefahrenstufe 1 herrschte am Montag im Gebiet des Forstamtes Bad Doberan. Die Waldbrandgefahr ist hier gering – dank mehr Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit. Doch im Süden des Landkreises Rostock sieht es anders aus. Um sich im Notfall besser zu koordinieren und die Kompetenzen besser auszutauschen, wurde jetzt die Arbeitsgemeinschaft Waldbrand gegründet. Mitglied ist auch Hartmut Pencz, Leiter des Forstamtes Bad Doberan, der gleichzeitig auch Waldbrandschutzbeauftragter des Landkreises ist.

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Gemeinschaft baut Netzwerk auf / Waldbrandgefahrenstufe wird von März bis Oktober täglich ermittelt

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8 Forstämter haben ihr Revier im Landkreis Rostock.

Seit 1967 wird bundesweit täglich vom 1. März bis 31.Oktober die Waldbrandgefahrenstufe festgelegt. Im Landkreis Rostock sind dafür Leitforstämter festgelegt. So ermittelt Bad Doberan auch die Warnstufe für das Forstamt Billenhagen mit.

Einen Waldbrand in der Region zwischen Bad Doberan, Kühlungsborn und Neubukow habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben, sagt Hartmut Pencz: „Das letzte Mal hat es vor vier Jahren in Schwaan gebrannt – da war eine Fläche von 0,01 Hektar betroffen.“

Um den Waldbrandschutz besser zu fördern, Kompetenzen zu bündeln und ein Netzwerk aufzubauen, hat sich die Arbeitsgemeinschaft Waldbrand gegründet, in der unter anderem Feuerwehr, Forstamt und Polizei organisiert sind. Die Gründung sei in der Waldbrandschutzverordnung von 2006 vorgeschrieben, wenn im Landkreis ein hohes oder mittleres Waldbrandrisiko vorhanden ist, erläutert Stephan Meyer, Dezernent für Inneres und Ordnung im Landkreis Rostock: „Wir haben im Süden des Landkreises Gebiete, wo ein mittleres Waldbrandrisiko besteht.“ In der Region Mirow, Torgelow und Jasnitz gebe es Kiefernbestände, erläutert Pencz: „Kiefernwälder brennen schneller als Buchenwälder.“

Vom 1. März bis 31. Oktober wird jeden Tag die Waldbrandgefahrenstufe festgelegt. Um die Waldbrandgefahr zu ermitteln, schauen sich die Mitarbeiter des Forstamtes den Witterungsverlauf und den Vegetationszustand an. So sei die Waldbrandgefahr höher, wenn der Baum noch nicht ausgetrieben hat. Informationen über den Vegetationszustand erhalten die Ämter von den Revierförstern. Die geben auch die Niederschlagsmenge durch. Dafür sind an verschiedenen Standorten Niederschlagsmesser installiert. Unter anderem über die Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und den Niederschlag pro Minute – aktuelle Werte und Prognosen vom Deutschen Wetterdienst – wird eine Waldbrandkennziffer ermittelt. Zusammen mit der Waldbrandgefahrenklasse, in die die Reviere eingeteilt sind, entstehe die Warnstufe. Der Landkreis Rostock sei hauptsächlich in die Waldbrandgefahrenklasse C – am wenigsten Gefahr – eingeteilt. „Wir haben hier mehr Niederschläge und eine höhere Luftfeuchtigkeit“, begründet Hartmut Pencz. Im südlichen Landkreis sei es trockener, da bestehe zum Teil die Gefahrenklasse B.

Das Forstamt Bad Doberan musste im vergangen Jahr an sechs Tagen die Waldbrandgefahrenstufe 4 aufrufen. „Da kann schon ganz schön was passieren“, sagt Pencz. In jedem Forstamt gibt es vom 1. März bis 31. Oktober jemanden, der Waldbranddienst habe. „Dieser kann Einsatzkräften mit seiner örtlichen Kenntnis helfen“, sagt Hartmut Pencz. Zudem werden in regelmäßigem Abstand Waldbrandeinsatzkarten überarbeitet, auf denen Feuerlöschteiche und befahrbare Wege verzeichnet sind. „Wir sind im Moment dabei, sie zu überarbeiten. Jetzt sollen auch Rettungspunkte eingezeichnet werden, an denen man sich treffen kann.“ Diese sollen künftig auch ausgeschildert werden.

7,5 Hektar Wald haben im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern gebrannt. Ursachen seien laut Pencz Unachtsamkeit beim Rauchen und Grillen, abgestellte Fahrzeuge mit Katalysator und Brandstiftung. Dadurch, dass kein großes Feuer in den vergangenen Jahren ausgebrochen sei, verliere die Gesellschaft das Gespür, so Pencz: „Das merkt man, wenn bei hoher Waldbrandgefahrenstufe im Wald geraucht oder am Strand ein Feuer gemacht wird.“

Anja Levien

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