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Kita-Beiträge steigen drastisch

Satow Kita-Beiträge steigen drastisch

Debatte: Eltern müssen in Hohen Luckow bis zu 30 Euro mehr für einen Krippenplatz zahlen

Satow. Seit dem 1. Oktober müssen Eltern, deren Kinder in der Kita „Kleine Strolche“ in Hohen Luckow betreut werden, zum Teil deutlich höhere Beiträge zahlen. So steigt etwa der monatliche Anteil für einen Krippen-Ganztagsplatz von 229,29 Euro auf 261,01 Euro. Für den Kindergarten fallen jetzt statt 125,53 Euro satte 143,55 Euro an. „Das ist schon eine erhebliche Erhöhung“, meinte Birgit Schwebs (Linke). „Die größere Summe muss sicher auch wegen des schlechten Gebäudezustandes aufgewendet werden.“ Dass deshalb jetzt die Eltern stärker belastet werden, könne er nicht nachvollziehen, sagte Stefan Holtzhaußen (CDU): „Die Gemeinde steht finanziell so gut da wie lange nicht – wie sollen wir das vertreten?“ Meinte auch Fraktionskollege Detlef Winkel: „In anderen Kommunen wird über die Abschaffung der Elternbeiträge gesprochen – und wir erhöhen die noch.“

OZ-Bild

Debatte: Eltern müssen in Hohen Luckow bis zu 30 Euro mehr für einen Krippenplatz zahlen

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Eltern zahlen gut 30 Euro mehr

Man versuche generell, den eigenen Nachwuchs so gut zu stellen wie möglich, entgegnete Satows Bürgermeister Matthias Drese (SPD) und stellte klar: „Wir haben keinen Einfluss darauf, welches Kind der Träger letztlich in seine Einrichtung aufnimmt – unter Umständen würden wir also auch Kinder aus anderen Gemeinden unterstützen.“ Doch ganz so einfach sei die Sache nicht, meinte Gerhard Wittenburg   (CDU): „Nach der neuen Berechnung zahlen die Eltern für einen Ganztagesplatz in der Krippe im Monat gut 30 Euro mehr, die Gemeinde dagegen drei Euro weniger – das verstehe ich nicht.“

Ein Grund für die Verschiebungen: Neben Landes- und Kreismitteln zahlte Satow als sogenannte Wohnsitzgemeinde bislang 53,5 Prozent der verbliebenen Summe, die Eltern mussten 46,5 Prozent zusteuern. Seit 1. Oktober ist das Verhältnis 50/50. „Ich hätte hier vor allem vom Sozialausschuss im Vorfeld mehr Gegenwind erwartet“, machte Wittenburg deutlich.

Ein Einwand, den Matthias Drese so nicht stehen lassen wollte. „Die Gemeindevertretung hat vor Jahren beschlossen, bei fremden Trägern künftig einen Zuschuss von 50 Prozent zu gewähren, um alle Anbieter gleichzubehandeln“, erklärte Satows Bürgermeister. „Aber erst dann, wenn neue Entgeltverhandlungen anstehen.“ Dies sei nun im Falle der Volkssolidarität geschehen. Allerdings: „Wir hätten diese Verhandlungen aufgrund der aktuellen Kita-Situation in Hohen Luckow jetzt nicht geführt – aber der Träger wollte das so.“

Protest hält sich in Grenzen

Denn weil der ursprüngliche Hauseigentümer den Mietvertrag mit der Volkssolidarität gekündigt hatte, müssen sich die „Kleinen Strolche“ kurzfristig eine neue Bleibe suchen. Das Haus in Hohen Luckow soll nach aktuellen Plänen Ende kommenden Jahres bezugsfertig sein (die OZ berichtete). Immerhin: Der Protest der Eltern habe sich in Grenzen gehalten, sagte Kita-Leiterin Anett Oswald.

„Wir haben schon frühzeitig über die Beitragserhöhungen informiert – und der größte Teil hat es klaglos hingenommen.“ Die gestiegenen Preise würden zum einen mit höheren Betriebskosten zusammenhängen, erklärte Oswald: „Andererseits wurden auch die Gehälter der Mitarbeiter angepasst – so wie in anderen Kindertagesstätten auch.“

Mit Blick auf die angehobenen Elternbeiträge hoffe sie darauf, „dass die Bedingungen in der neuen Kindertagesstätte dann auch entsprechend besser sind“, sagte Birgit Schwebs. Bürgermeister Matthias Drese macht sich hier keine Illusionen: „Die neue Kita wird modernen Ansprüchen genügen – aber es wird sicher auch neue Verhandlungen über die Beiträge geben . . .“

Vier Finanz-Töpfe

Ein Platz in einer

Kindertagesstätte

finanziert sich nach dem Kinderförderungsgesetz in Mecklenburg- Vorpommern aus Landes-, Kreis-, Gemeinde- und Elternanteilen.

Für einen Ganztags- Krippenplatz fließen etwa 216,87 Euro Landes- sowie 60,48 Euro Kreismittel (Kindergarten: 112,28 Euro Land sowie 32,34 Euro Kreis).

Soweit der Finanzierungsbedarf des in Anspruch genommenen Platzes nicht vom Land und dem jeweiligen örtlichen Träger gedeckt wird, hat die Gemeinde, in der das Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, diesen in Höhe von mindestens 50 Prozent zu tragen.

Lennart Plottke

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