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Kleiner Verein macht den Ort schöner

Althof Kleiner Verein macht den Ort schöner

Im Bad Doberaner Ortsteil Althof sollen naturnahe touristische Höhepunkte geschaffen werden

Althof. Fürst Pribislaw ließ in Althof – dem ersten Kloster Mecklenburgs – im 12. Jahrhundert eine Kirche errichten. 1171 ordnete Bischof Berno die Gründung eines Zisterzienserklosters in Althof an. Es wurde zerstört und viel ist durch die Jahrhunderte mit dem kleinen Örtchen geschehen. So auch mit der Gründung des Althof Vereins, der die Lebensqualität der 160 Einwohner verbessern soll und auch schon viel geschafft hat.

Am 11. März 2008 nahmen sich die anfangs zehn Mitglieder zur Gründung viel vor. Oberste Priorität hatte damals die ungewünschte Umgehungsstraße. Sie hätte die örtliche Idylle und Ruhe zerstört:

„Angedacht war eine Hochstraße", so Jörg Zimmermann, der dann einen direkten Blick auf das Bauwerk erhalten hätte und auch den damit verbundenen Lärmpegel.

Zimmermann und auch Ralf Steincke sind Gründungsmitglieder: „Die Straße wurde zum Glück nicht gebaut“, so Steincke. Die Arbeit des Vereins richtet sich jetzt weiter auf andere Aktivitäten. Den inzwischen 22 Mitgliedern geht es darum, die Gemeinschaft unter den Einwohnern und den Lebensraum in und um Althof zu verschönern und zu fördern. Los ging es mit Säuberungs- und Verschönerungsaktionen, denen sich im Laufe der Jahre immer mehr Einwohner anschlossen. Am Spielplatz haben sie die Fundamente für die Spielgeräte vorbereitet. Kleine Handwerkermärkte, Dorffeste, Osterfeuer, Weihnachtsfeiern, Kräuterwanderungen und zum zweiten Mal auch ein Hof- und Garagenflohmarkt – all diese Veranstaltungen waren erfolgreich. Denn nicht nur der Zusammenhalt im Ortsteil wuchs. Auch viele Gäste aus der näheren Umgebung und Rostock fanden so den Weg nach Althof mit der Option, gern beim nächsten Mal wieder dabei sein zu wollen. Das stellten die Vereinsmitglieder jedenfalls fest. In der Kapelle Althof, die im 19. Jahrhundert Baumeister Gotthilf Ludwig Möckel umgestaltete, organisierten die Vereinsmitglieder Konzerte und Pilgerlesungen. Sie unterstützten die Kirche durch finanzielle Spenden aus den Veranstaltungen, oder auch Arbeiten in und um die Kapelle wie die Entrümpelung des Dachbodens. Doch es gibt Wünsche, die sich wohl so schnell nicht verwirklichen werden. „Schon lange versuchen wir, eine Verkehrsberuhigung durchzubekommen“, sagt Jörg Zimmermann, der 2006 nach Althof zog und den alten Bahnhof zu einem schönen Zuhause ausbaute.

„Viele Autofahrer rasen und meinen, die 30-Stundenkilometer-Schilder sind die Anzahl der Einwohner in Althof“, sagt er schmunzelnd. Vor allem Kurier-Fahrer scheinen sich ungern an die vorgegebene Geschwindigkeit halten zu wollen. Viele junge Katzen ließen da schon ihr Leben. Die angestrebte Teileinziehung wurde von der Kommunalaufsicht abgelehnt und der gefasste Beschluss der Stadtvertreter danach vom Bürgermeister zurückgezogen. „Die Straße ist sehr schmal, Lkws haben sich beim Ausweichmanöver dort schon festgefahren“, so Zimmermann. Der Engpass an der alten Mühle gilt als besonders gefährlich, weil dort kein Begegnungsverkehr möglich ist. „Wir kommen mit unserem Anliegen einfach nicht weiter“, bedauert auch Ralf Steincke. Und noch ein Projekt liegt den Althöfern am Herzen: Ein Rundwanderweg, der leider keiner mehr ist und wieder einer werden soll. Er führt zum Parkentiner Landweg. Doch 2003 wurde die Stelle gesperrt, wo der Weg über die Gleise führte. Eine Brücke oder Tunnel für Fußgänger und Radfahrer könnte Abhilfe schaffen, doch das wäre nur mit großem finanziellem Aufwand und der Freigabe der Deutschen Bahn und mit Unterstützung der Stadt Bad Doberan möglich.

„Der Rundwanderweg wäre auch touristisch von großem Vorteil, denn hier durch Althof verläuft der europäische Jakobsweg“, sagt Jörg Zimmermann. „Wir wollen unsere Ziele nicht aus den Augen verlieren“, fasst er die zukünftige Arbeit des Vereins zusammen. „Wir möchten vor allem für die weitere Gestaltung und den Ausbau von naturnahen touristischen Höhepunkten in und um Althof, Aufwertung der Wanderwege und die Verkehrsberuhigung Lösungen finden", sagt der Vereins-Chef.

Sabine Hügelland

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