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Klimawandel macht Rostocks Bäume krank

Gartenstadt Klimawandel macht Rostocks Bäume krank

Tag des Baumes: Umweltsenator Matthäus pflanzt Fichte im Zoo

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Baum des Jahres 2016 war die Winter-Linde (Tilia cordata). Der älteste Baum in Rostock ist auch eine Linde, die Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) an der Kirche in Biestow. Ihr Alter wird auf 500 Jahre geschätzt, weshalb der 25 Meter große Baum oft als Luther- oder Reformations-Linde bezeichnet wird.

Quelle: Foto: Hartmut Klonowski

Gartenstadt. „Rostock ist eine der fünf waldreichsten Städte Deutschlands. Über 100000 Stadtbäume prägen das Stadtbild“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Doch das Grün ist in Gefahr: Krankheiten und Pilzbefall sind für Stadtbäume ein Risiko. Parkplätze und Abgase verschärfen das Problem. Besonders kritisch ist die Lage, so Matthäus, im Hansaviertel, der KTV, der Steintorvorstadt und in Warnemünde. Der Umgang mit alten Bäumen sei ein Thema, das viele Bürger nicht loslasse. Das Rathaus will das Grün nun stärker schützen.

„Das Stadtklima hat sich insbesondere in den letzten zehn Jahren stark verändert. Daran müssen sich auch die Bäume anpassen“, sagt Ute Fischer-Gäde. Sie leitet das Amt für Stadtgrün und betont, dass die Entscheidung, einen Baum zu fällen, immer schwerwiegend sei. „Die Krankheiten der Bäume machen uns besonders zu schaffen“, sagt Fischer-Gäde. Der Fokus liege auf Bäumen, die an das Stadtklima angepasst seien, starke Schwankungen ertragen und Trockenheit überdauern können. „Streusalz ist immer Stress für die Bäume“, sagt die Amtsleiterin. Dass sich die Bürger sehr für den Fortbestand der Stadtbäume interessieren, sei in den Sprechstunden des Stadtamtes erkennbar. Sobald ein Baum ein Kreuz habe, steige die Besorgnis der Bürger. Das Kreuz sei nicht immer Zeichen einer geplanten Fällung. „Oft werden diese Bäume nur beschnitten“, erklärt Fischer-Gäde. Im Baumbericht der Hansestadt steht genau, wie viele Bäume gefällt und wie viele nachgepflanzt wurden. Außerdem gibt die Baumschutzsatzung genaue Richtlinien zum Umgang mit Bäumen vor.

Forstamt, Umweltsenator, Zoo und das Amt für Stadtgrün sind sich einig: „Eine Stadt ohne Bäume ist nicht lebenswert“, fasst Fischer-Gäde zusammen. Rostock brauche Bäume, um die Lebensqualität zu sichern. Deshalb setzte die Stadt gestern auch gleich ein Zeichen – ein kleines zumindest: Matthäus pflanzte gemeinsam mit Forstamtsleiter Jörg Harmuth, Fischer-Gäde und Kuratorin Antje Zimmermann eine Fichte aus der Rostocker Heide. Die wird nun in der Nähe des zukünftigen Polariums Wurzeln schlagen. Die Fichte ist übrigens Baum des Jahres 2017. „Auf den ersten Blick ist die Fichte vielleicht kein besonderer Baum, sie hat aber eine lange und bedeutsame Tradition“, erklärt Matthäus. Nicht nur, dass der älteste Baum der Welt eine Fichte sei, auch wurden viele gerodete Wälder in Deutschland mit diesem Nadelbaum aufgeforstet. So besteht auch die Rostocker Heide zu großen Teilen aus Fichten. Einen davon hat das Stadtforstamt zum Ehrentag des Baumes gespendet. „Diese Pflanze wäre sonst wohl ein Weihnachtsbaum geworden“, sagt Forstamtsleiter Harmuth.

Am Tag des Baumes begleite er viele Aktionen in Kindergärten und Schulen. „Die Kleinen sind begeistert und helfen gern, Bäume zu pflanzen. Diese Arbeit ist wichtig, denn die Kinder haben auch die Zukunft unserer Natur in der Hand“, erklärt Harmuth.

Lea-Marie Kenzler

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