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Krankenhaus-Chef kritisiert Bürokratie im Alltag

Hohenfelde Krankenhaus-Chef kritisiert Bürokratie im Alltag

Neujahrsempfang in Doberaner Einrichtung / Neuer Service für Patienten

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V.l.: Thilo Wagner, Oberarzt für Innere Medizin, Philipp Lange, Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Harald Beckert, Facharzt für Orthopädie sowie Jörg Popp, Oberarzt für Urologie.

Quelle: Foto: Katarina Sass

Hohenfelde. /Bad Doberan. Das Krankenhaus Bad Doberan hat gestern zum Neujahrsempfang eingeladen. Hunderte Ärzte, Mitarbeiter, Partner sowie Vertreter aus der Politik kamen der Einladung nach. Geschäftsführer Uwe Borchmann übte in seiner Rede scharfe Kritik an der Krankenhausreform. Doch es gab auch Gutes zu berichten.

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Neujahrsempfang in Doberaner Einrichtung / Neuer Service für Patienten

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Borchmann bilanzierte dem Haus ein erfolgreiches Jahr 2016. Knapp 6800 stationäre Patienten, rund 13000 ambulante. Auch der Service für die Kranken wurde im vergangenen Jahr erhöht. Denn die Einrichtung hat eine neue Berufsgruppe geschaffen. Seit einem halben Jahr arbeiten dort vier „Kümmerer“. Sie tun all das, was die Pfleger nicht mehr schaffen, aber keine medizinische Hilfe beinhaltet. Die neuen Mitarbeiter haben alle eine Ausbildung gemacht, bei denen der Servicegedanke im Vordergrund stehe, sagt Pflegedienstleiterin Antje Wiebe. Sie sind nur für den Patienten da und kümmern sich um sein Wohlbefinden. „Die einen kümmern sich um alles, was bei Patientenaufnahme anfällt“, sagt sie. Sie helfen die Tasche auszupacken, erklären die Bedienung des Fernsehers und den Ablauf im Krankenhaus. „Sie können aber auch mal die Telefonkarte kaufen, eine Zeitschrift besorgen oder andere Kleinigkeiten. Bei der Entlassung organisieren sie ein Taxi oder schauen auf den Busfahrplan. Sie bleiben einfach länger beim Patienten“.

Die 80 Pfleger verdienen großes Lob, sagt Antje Wiebe genauso wie Krankenhaus-Chef Borchmann. Doch oft sei ihre Zeit begrenzt, um sich intensiver mit dem Patienten zu beschäftigen, denn die Pflegekräfte stehen unter Zeitdruck. „Die Kümmerer tun all das, was die Pfleger auch gerne tun würden“, sagt Antje Wiebe. Die Stellenausschreibung im Juni sei voll eingeschlagen, doch nur vier „Kümmerer“ hätten sie zunächst eingestellt. Das Modell müsse nun optimiert und immer wieder nachjustiert werden, „da lassen wir uns nun erst einmal Zeit.“ Zeit hatten die geladenen Gäste gestern vor allem, um miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Nicht nur Krankenhausangestellte und niedergelassene Ärzte aus der Münsterstadt, sondern auch Betreiber von Pflegediensten aus dem ganzen Land und Vertreter aus der Politik pflegten ihr Netzwerk. Dabei ging es in den Gesprächen auch um Bürokratie. Diese habe im Krankenhausalltag stark zugenommen und binde Mitarbeiter, kritisierte Borchmann. Der bürokratische Aufwand bei der Abrechnung von Leistungen werde immer höher. Der zunehmende Verwaltungsaufwand führe weg vom Patienten, sagte er und befürchte für dieses Jahr ein „Bürokratismus-Erdbeben“. Er wünsche sich von der Bundespolitik „Nachjustierungen“.

Musikalisch gestaltet wurde die Veranstaltung von zwei begabten Musiktalenten. Clara Beigang aus Stäbelow studiert mit 14 Jahren Klavier an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock und ist mehrfache Preisträgerin von „Jugend musiziert“. Anne Sophie Timm (14) aus Wismar spielt im Landesjugendorchester und im Jugendsinfonieorchester.

Katarina Sass

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