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Akute Unfallgefahr am Molli-Bahnübergang

Kühlungsborn Akute Unfallgefahr am Molli-Bahnübergang

Anwohner im Bereich des Haltepunktes Mitte zählen bis zu 500 Vorfälle im Jahr, bei denen Radfahrer in die Schienenfuge geraten und stürzen

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Wolfgang Stange zeigt mit seinem Rad, wie schnell man mit dem Vorderrad in die viel zu breit gewordene Fuge geraten kann.

Kühlungsborn. Ein bekanntes Verkehrsproblem in Kühlungsborn erhitzt weiter die Gemüter. Weil sich bislang nichts geändert hat. Immer wieder geraten Radfahrer, die aus südlicher Richtung den Bahnübergang am Haltepunkt Kühlungsborn Mitte befahren, in die Fuge der Gleisquerung und stürzen. „Nicht alle kommen unbeschadet davon, erst neulich mussten Mitarbeiter des Bauhofes eine Blutlache beseitigen. In der Hauptsaison passieren derartige Unfälle besonders häufig“, erklärt Wolfgang Stange, Anwohner und Stadtvertreter der UWG. Auch Armin Schalude, Anwohner aus der Schloßstraße, kann das bestätigen. „Gäste vom Campingpark, in dem ich arbeite, sind auch schon dort gestürzt.“

 

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Diese Radlergruppe hat Glück und kommt unbeschadet über die Gleisanlage. Eigentlich hätten die Radfahrer absteigen müssen. Fotos (3): Rolf Barkhorn

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Das ist ein Unfallschwer- punkt, bei dem akute Lebensgefahr herrscht.“Wolfgang Stange, Stadtvertreter (UWG) und Anwohner

Die Zahl der Unfälle im Jahr schätzt Wolfgang Stange auf bis zu 500. „Acht bis zehn am Tag sind in der Saison schon vorgekommen. Dabei haben alle bis jetzt noch großes Glück gehabt, dass es nicht noch schlimmer wurde. Nicht alle Autofahrer fahren langsam an dieser Stelle vorbei und wer mit dem Rad im Gleis hängenbleibt, läuft zu bestimmten Zeiten auch noch Gefahr, vom Zug erfasst zu werden.

Das ist ein Unfallschwerpunkt, bei dem akute Lebensgefahr herrscht“, betont der Pensionär.

Früher, als die Straße noch nicht asphaltiert war, hättes es kaum Stürze gegeben. Auf dem Kopfsteinpflaster fuhren die Radfahrer vorsichtiger oder stiegen lieber vom Rad, so Stange.

Nur ein geringer Teil der Geschehnisse am Molligleis taucht in der Unfallstatistik der Polizei auf. „Im vergangenen Jahr wurden acht Unfälle mit neun Verletzten, darunter drei Schwerverletzte, von unseren Beamten aufgenommen“, erklärt Gert Frahm, Pressesprecher der Polizeiinspektion in Güstrow, und fügt hinzu: „Als Unfallschwerpunkt sehen wir diese Stelle schon an. Eine der Ursachen ist der spitze Winkel, in dem das Gleis die Straße überquert.“

Auch macht der Polizeisprecher darauf aufmerksam, dass Radfahrer an der sensiblen Stelle vom Rad steigen müssen. „Wer das nicht macht, begeht eine Ordnungswidrigkeit“, so Frahm. Zwar weist vorher tatsächlich ein Achtungsschild an der rechten Seite darauf hin, dass Radfahrer abzusteigen haben. „Aber daran halten sich nur die Wenigsten“, ärgert sich Wolfgang Stange auch über die Unvernunft der Radfahrer.

Er hat auch schon beobachtet, dass Eltern den vor ihnen fahrenden Kindern lediglich „Pass auf“ zugerufen hätten. Wenn diese dann doch mit dem Rad in die Fuge gerieten, wurde noch mit ihnen geschimpft. Dass das Schild überwiegend unbeachtet bleibt, mag auch daran liegen, dass es über zwei Meter hoch angebracht ist. „Da sieht kaum ein Radfahrer hin und Kinder schon gar nicht“, meint Stange. Er sieht in dem ungelösten Problem auch einen Imageschaden für den Ort. „Wenn unsere Gäste in großer Zahl stürzen, ist das keine gute Werbung. Und mit Schildern allein löst man es nicht.“

Als der Haltepunkt Mitte und die Gleisquerung vor vier Jahren neu gestaltet wurden, hatte die Stadt gefordert, eine sogenannte „Aufmerksamkeitsfläche“ anzubringen, die durch ihre Beschaffenheit und Farbgebung jeden Radfahrer aufschrecken würde. „Eine solche Maßnahme hat die für die Genehmigung zuständige Verkehrsbehörde mehrfach abgelehnt“, antwortete Peggy Westphal, Bauamtsleiterin in der Stadtverwaltung Kühlungsborn, auf Anfrage der Stadtvertreter.

Dirk Lahser, der als amtierender Bürgermeister mit im Leitungsgremium der Mecklenburgischen Bäderbahn „Molli“ sitzt, berichtete: „Beim Molli ist das Problem bekannt, aber eine Lösung haben sie auch nicht. Bei einer Überprüfung der Stelle durch die Bahnaufsicht im vergangenen Jahr gab es keine Beanstandungen.“ Eine Stellungnahme des Landkreises lag zum Redaktionsschluss noch nicht vor.

Rolf Barkhorn

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