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Baltic-Park: Fast 100 Bäume auf Fällliste

Kühlungsborn Baltic-Park: Fast 100 Bäume auf Fällliste

Die Fläche vor der „Villa Baltic“ soll größtenteils ihre ursprüngliche Gestalt annehmen / Arbeiten beginnen 2017

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Diese Luftaufnahme zeigt den Baltic-Park, der sich von der Poststraße bis zur Promenade erstreckt. Außerdem sind dort die 1912 erbaute „Baltic-Villa“ sowie das Schwimmbad zu sehen. Letzteres wird 2017 abgerissen.

Quelle: Fotos: Rolf Barkhorn, Mathias Otto

Kühlungsborn. Lange hat sich nichts vor der „Baltic-Villa“ getan, jetzt geht es plötzlich ganz schnell. Nicht nur die Meerwasserschwimmhalle soll im nächsten Jahr abgerissen werden, auch die angrenzende Poststraße soll zeitgleich saniert werden. Mit der Neugestaltung des Baltic-Parkes kommt nun noch ein drittes Projekt hinzu. Landschaftsarchitekt Hannes Rother stellte gestern seine Pläne vor. Allerdings vor magerer Kulisse: Nur zwölf Einwohner folgten der Einladung.

OZ-Bild

Die Fläche vor der „Villa Baltic“ soll größtenteils ihre ursprüngliche Gestalt annehmen / Arbeiten beginnen 2017

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Weil es Fördermittel nur noch bei Arbeitsbeginn in diesem Jahr gibt – in diesem Fall liegt der Fördersatz bei 70 Prozent – „drängt die Zeit“, sagt Bauamtsleiterin Peggy Westphal. „Die Überlegung dahinter: Lassen wir den Park noch weitere Jahre so liegen, wie er jetzt ist, oder packen wir das Projekt an und bekommen dafür noch Fördergelder?“

Mit dem Abriss der Schwimmhalle verschwindet zuerst der größte Schandfleck im Park. Darüber haben die Kühlungsborner Stadtvertreter bereits im Sommer abgestimmt. Begründet wurde dieser Schritt mit dem baulichen Missstand der Halle. Danach ist die Umgestaltung der Grünflächen dran. Knapp 300 Bäume sind auf diesem Areal erfasst worden – davon 110 schwach bis mittelstark geschädigt. Sie wurden in sogenannten Vitalitätsstufen II und III eingestuft und stehen auf der Fällliste. Das heißt, hier herrscht dringender Handlungsbedarf. 18 Bäume sind sogar so stark beschädigt, dass sie auf jeden Fall gefällt werden müssen. „Sie haben entweder Schäden am Stamm, sind von Pilzen befallen oder durch sie sind die benachbarten Hölzer gefährdet“, sagt Architekt Hannes Rother.

Die gesamte Grünfläche soll nicht nur frei von maroden Bäumen sein, sondern auch größtenteils wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. So wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Park zwischen Poststraße und Ostseeallee angelegt wurde. Dafür sollen 91 Bäume neu gepflanzt werden.

Während der anfänglichen Planungen, hatte Hannes Rother allerdings wenig Kenntnis darüber, wie der Park ursprünglich ausgesehen hat, denn er war lange Zeit in Privatbesitz und somit nicht zugänglich.

„Wir haben glücklicherweise einen Bauplan aus dem Jahr 1938 finden können. Er ist zwar verblichen, aber man kann darauf trotzdem noch viel erkennen“, meint der Landschaftsarchitekt. Im Gegensatz zu heute gab es damals geschwungene Wege, „die sich durch den Park schlängeln“, und weiterhin Laubengänge, wie sie etwa im Garten des Güstrower Schlosses zu sehen sind. Mit Postkartenmotiven aus dem Jahr 1903 und weiteren Fotos hat er sich einen Überblick verschafft. Die 38er-Karte wurde schließlich mit einer Vermessungskarte von 2007 übereinandergelegt.

„Vor allem soll die Hauptallee wieder so installiert werden, dass sie von der Poststraße direkt zur Villa führt“, sagt Hannes Rother. Fünf Silber-Linden von der ursprünglichen Allee gebe es sogar noch heute. Außerdem war es der Wunsch der Stadtvertreter, dass der Spielplatz wieder näher an die Promenade rückt.

Die Kühlungsborner, die sich gestern vom Landschaftsarchitekten die Gestaltung des Parkes erklären ließen, zeigten sich zufrieden. „Von der Sache her, ist das vernünftig. Es wird aber auch Zeit, dass überhaupt etwas passiert. Der Park wurde schon viel zu lange vernachlässigt“, sagt Anwohner Ingolf Pätzold (56). Er könne sich den neu gestalteten Baltic-Park aber nur mit ausreichend Mülleimern entlang der Wege vorstellen. „Derzeit kommen viele Leute hierher, um mit ihren Hunden Gassi zu gehen. Allerdings haben sie hier derzeit nicht die Möglichkeit, die Hundekotbeutel loszuwerden“, meint er.

Unterschiedlich genutzt

Die „Villa Baltic“ wurde 1912 zunächst als Wohnhaus für den Berliner Rechtsanwalt und Notar Wilhelm Hausmann errichtet und seit 1931 als Pension genutzt.

Das Haus wurde 1935 von den Nazis behördlich geschlossen und drei Jahre später zusammen mit dem Park von der „Goebbels-Stiftung für Bühnenschaffende“ übernommen.

Nach dem Krieg nutzte der Feriendienst der DDR-Gewerkschaften das Haus touristisch. Seit der Wende steht es, mit kurzen Unterbrechungen durch unterschiedliche Nutzer, leer.

Mathias Otto

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