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Bernstein und Co. an Reriks Küste

Rerik Bernstein und Co. an Reriks Küste

Im stürmischen Herbst ist wohl die beste Zeit, um Fossilien und Bernstein zu sammeln.

Rerik. Stürmt es an der Ostseeküste, haben Bernstein- und Fossiliensammler Hoch-Zeit. „Manche gehen in der Nacht mit Schwarzlicht los, um den Bernstein vor allen anderen zu finden“, berichtet Thomas Köhler, Leiter des Heimatmuseums in Rerik. Er selbst ist passionierter Fossiliensammler, der jedoch auch etliche größere Bernsteine fand.

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Im stürmischen Herbst ist wohl die beste Zeit, um Fossilien und Bernstein zu sammeln.

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Als „Gold des Meeres“ wird Bernstein bezeichnet, der weiß, gelb, rot, grün bis schwarz sein kann. „Nach dem letzten Sturm fand eine Urlauberin am Wustrower Hals einen Bernstein von etwa 50 Gramm. Das ist beachtlich, aber selten“, so Thomas Köhler.

„Bernstein findet sich vor allem an der Flachküste und wird mit sogenanntem Sprockholz vermischt gefunden. Beides besitzt etwa die gleiche Dichte“, sagt er.

Die beste Bernsteinfundstelle in Rerik ist die zwischen der Seebrücke und Wustrow. Dort geht der Strand flach ins Wasser über, so dass der Bernstein vor allem nach stürmischen Tagen mit auflandigem Wind angespült wird. Besonders im Winter bei kaltem Wasser, weil der Bernstein dann gut aufschwimmt. Ostsee-Bernstein entstand vor etwa 50 Millionen Jahren, als die Ostseeküste noch von subtropischen Wäldern bedeckt war. Es handelt sich um ein Baumharz, das auch pflanzliche und tierische Einschlüsse enthalten kann. Alle fossilen Baumharze ab dem Alter von einer Million Jahre werden als Bernsteine bezeichnet.

Andreas Herrmann bot zehn Jahre lang in Rerik die beliebte Führung „Donnerkeil und Co.“ an. „Einmal fanden die Gäste elf größere Bernsteine. Es ist schade, dass sich niemand findet, der die Führungen weiter machen möchte“. bedauert Herrmann, der aus gesundheitlichen Gründen aufgab.

Thomas Köhler ist Fossilien-Spezialist. In der Saison bietet er Wandertouren zu den Großsteingräbern an und vermittelt stets auch Geschichte und Geologie. Für den Reriker ist der Gang an den Strand wie Schatzsuche. So konnte er, dessen „Jagdsaison“ von Oktober bis April dauert, versteinerte Reste von Trilobiten und Armfüßlern entdecken. Oft sind sie jedoch nicht sichtbar. Seine Spürnase führt ihn zu den unspektakulären Steinen. Das Aufschlagen mit dem Geologenhammer offenbart dann die Fossilien. Allerdings ist bei Feuerstein Vorsicht geboten, er splittert stark. „Reriks Steilküste ist nicht so aktiv wie die in Meschendorf“, sagt Köhler, der dennoch in Rerik fündig wird. „Die Ostsee ist eine Geschiebeküste. Man kann hier aus allen Erdzeitaltern etwas entdecken.“ Es freut ihn, wenn Gäste ins Museum kommen, um ihre Funde bestimmen zu lassen. „Manchmal bin ich überrascht, wie von einem Fund eines Leopardensandsteins, dessen Kristalle stark funkeln,oder Tierzähnen aus den abgebrochenen Kulturschichten“, sagt er.

„Für die Urlauber habe ich eine Fossilien-Grabbelkiste eingerichtet, um sie aufmerksamer zu machen.“ Auch sind Vertreter der Gesellschaft für Geschiebekunde, Sektion Rostock, für einen Bestimmungstag einmal im Jahr im Museum. Köhlers bevorzugtes Sammel-Gebiet geht bis hinter die Teufelsschlucht zu einem Stein, der als Schildkröte bezeichnet wird, manchmal auch bis nach Meschendorf. „87 Stufen bis zur Glücksseligkeit“, sagt Köhler über die Steilküsten-Treppe, die er dafür bewältigen muss. Jedes Jahr erhält Thomas Köhler halbierte und teilweise geschliffene Steine: „Das Urlauber-Ehepaar Jäger schleift sie mir“, so Köhler. In seiner Sammlung befindet sich auch ein halber Ignimbrit, der aus einer pyroklastischen Aschewolke entstand.

Sabine Hügelland

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