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Bruno freut sich auf den Sommer

Rerik Bruno freut sich auf den Sommer

17-jähriger Austauschschüler aus Mexiko fühlt sich wohl an der Ostsee /An das kühlere Klima musste er sich erst gewöhnen

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Bruno Segura Schreiber (17) hat schon ein halbes Jahr als Austauschschüler an der Freien Schule Rerik absolviert. Der junge Mexikaner stammt aus Playa del Carmen, einem karibischen Seebad.

Quelle: Rolf Barkhorn

Rerik. Unter seinen Mitschülern in der 10. Klasse der Freien Schule Rerik fällt er äußerlich nicht auf. Und auch wer den 17-Jährigen sprechen hört, käme nicht gleich auf die Idee, dass Bruno Mexikaner ist. Sein Nachname, Segura Schreiber, hat außerdem auch eine deutsche Komponente. „Die Familie meiner Mutter hat deutsche Wurzeln“, erklärt Bruno, der Austauschschüler aus Mexiko.

Die Kälte hier im Herbst fand ich nicht so gut. Bei uns in Mexiko haben wir sogar im Winter noch 25 Grad.“Bruno Segura Schneider,

Austauschschüler aus Mexiko

Seit Beginn des Schuljahres im vergangenen September weilt der junge Mann in Deutschland und geht in Rerik zur Schule. „Meine Gasteltern wohnen zwar in Kühlungsborn, arbeiten aber beide in Rerik. Und die Schule hier gefiel mir gleich auf Anhieb“, berichtet Bruno Segura Schreiber, den die Gasteltern selbst wählen ließen, ob er in Kühlungsborn oder Rerik zur Schule gehen will.

Etwas störte den Mittelamerikaner gleich, als er in Deutschland ankam. „Es war viel zu kalt. Das bin ich einfach nicht gewohnt. Bei uns in Mexiko haben wir sogar im Winter noch so um die 25 Grad. Ich musste dann erst mal los und mir ein paar warme Sachen kaufen“, erzählt der Schüler, der in Playa del Carmen, einem touristisch geprägten Ort an der „Reviera de Maya“ zu Hause ist. „Es ist eine Stadt, aber nicht so groß“, beschreibt Bruno seinen Heimatort an der Karibik, der 150000 Einwohner zählt.

In den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik erinnere ihn einiges an seine Heimatregion. Deshalb habe ihm die Gegend auch gleich gefallen, meint der Schüler.

Mit der vorsichtigen Zurückhaltung der Mecklenburger Fremden gegenüber, musste er aber erst mal lernen klarzukommen. „Bei uns sind die Menschen anderen gegenüber viel aufgeschlossener, man findet schneller neue Freunde“, beschreibt Bruno.

Gerade in der Anfangszeit half ihm der Kontakt mit der Familie in der Heimat übers Internet. Über Live-Video kann er sich mit seinen Eltern und seinem 18-jährigen Bruder austauschen. Inzwischen „skypt“ Bruno nur noch zweimal im Monat mit seinen Verwandten. Denn inzwischen hat der Mexikaner auch in Deutschland ein paar gute Freunde unter Gleichaltrigen gefunden. Der 17-Jährige, der Deutsch nahezu fließend und zudem fast akzentfrei spricht, berichtet, dass er, als er im Herbst an der Ostsee ankam, „schon ein bisschen Deutsch“ konnte.

Ziel seines einjährigen Aufenthaltes sollte es sein, die Sprache seiner mütterlichen Vorfahren noch besser zu lernen. Dieses Ziel scheint er schon jetzt locker erreicht zu haben.

Am Unterricht an der Freien Schule Rerik gefallen ihm vor allem die Chemie-Stunden. So lobt dann auch Chemielehrerin Dr. Annekatrin Löffler Bruno als „sehr intelligenten und aufgeschlossenen Schüler“.

Dieser interessiert sich auch für Sport, aber Fußball lässt ihn ziemlich kalt. „Dafür segle ich gern“, erzählt der junge Mexikaner. Zu Hause segle er öfter mal mit einer sieben Meter langen Jolle.

Dass es auch in Kühlungsborn und Rerik Vereine gibt, in denen junge Leute segeln, habe er schon erfahren, aber in dem langen Winter nicht viel davon gesehen. „Ich glaube, zum Segeln ist es hier für mich noch zu kalt“, meint Bruno Schreiber. Aber jetzt, da das Wetter allmählich etwas sommerlicher wird, gefällt es auch dem Jungen aus der Karibik, am Strand zu sitzen und einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Und wer weiß, vielleicht setzt er sich, wenn die Temperaturen weiter ansteigen, doch eines Tages in ein Segelboot.

Wenn das Schuljahr im Juli zu Ende ist, endet auch der Deutschlandaufenthalt für den Austauschschüler aus Mexiko. Zu Hause hat er dann viel zu erzählen, und er freut sich auch schon auf das mexikanische Essen. An die deutsche Küche habe er sich schnell gewöhnt. „Das schmeckt gut, aber manchmal fehlt mir das etwas schärfere und süße mexikanische Essen“, räumt Bruno ein, der später mal als Urlauber an die Ostsee zurückkommen will.

Rolf Barkhorn

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