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China-Kontaktbüro vorerst auf Eis gelegt

Kühlungsborn China-Kontaktbüro vorerst auf Eis gelegt

Kühlungsborns Stadtvertreter sollen Konzept in den Ausschüssen überarbeiten

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Im vergangenen Jahr weilten Rainer Karl (2.v.l.) und Albrecht Kurbjuhn (2.v.r) mit einer Delegation in China.

Quelle: privat

Kühlungsborn. Albrecht Kurbjuhn, der Gründer des Kulturvereins Mecklenburg inspiriert e.V. (KMi), ist enttäuscht. Mit der Einrichtung eines Kontaktbüros für das Zentrum für Chinesisch-Deutschen Kulturaustausch (ZCD) in Kühlungsborn sollte die Zusammenarbeit mit den Partnern in China eine neue Qualität erreichen. Doch das im Mai nach dem Besuch einer hochrangigen chinesischen Delegation in Kühlungsborn ausgearbeitete Konzept wurde von den Stadtvertretern immer noch nicht behandelt. In der vergangenen Sitzung ließ Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) den Punkt wieder von der Tagesordnung nehmen.

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Kühlungsborns Stadtvertreter sollen Konzept in den Ausschüssen überarbeiten

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Es gebe noch Klärungsbedarf zu einzelnen Punkten des Konzeptes, hatte Karl den Rückzug begründet. Aus Kurbjuhns Sicht unverständlich: „Auf die Stadt kommen mit der Einrichtung eines Kontaktbüros keinerlei Kosten zu. Und alle Aufgaben, die in dem Konzept für die Stadt festgehalten sind, wurden sehr unverbindlich formuliert. Dort ist größtenteils von Hilfe und Unterstützung die Rede.“

Vor allem gegenüber den Partnern in China sei ihm die Verzögerung der Angelegenheit peinlich. „Eine Zustimmung zum Konzept in der Stadtvertretung wäre ein wichtiges Signal gewesen – ein Signal, auf das unsere chinesischen Partner warten“, betont Kurbjuhn.

Von der Umsetzung des Vorhabens werde nicht nur Kühlungsborn, sondern die ganze Region, das ganze Land, profitieren. Denn das Kontaktbüro, das von chinesischer Seite mit Mitarbeitern besetzt würde, die „perfekt die deutsche Sprache“ beherrschten, wäre nicht nur für den Austausch von Künstlern und Kulturschaffenden zuständig. „Das Büro könnte Schnittstelle für eine Zusammenarbeit in vielen Bereichen sein. Es wäre auch eine Anlaufstelle für Investoren aus China, könnte aber ebenso auch deutschen Unternehmen, die in China investieren wollen, Kontakte vermitteln“, beschreibt Albrecht Kurbjuhn. Aber der Kühlungsborner Hotelier betont auch, dass es nicht darum gehe, den Boden für chinesischen Massentourismus zu bereiten. „Wir würden uns aber freuen, wenn Künstler und kunstinteressierte Menschen aus China den Wunsch haben, unsere Region zu besuchen.“

Bereits am kommenden Dienstag begrüßt Kurbjuhn die nächste Gruppe chinesischer Künstler, die dann für einen Zeitraum von vier Wochen in Kühlungsborn weilen, um die Region kennenzulernen und hier künstlerisch zu arbeiten.

„Das ist aber keine einseitige Sache. Seit Gründung des ZCD vor zwei Jahren weilten 22 chinesische Künstler im Rahmen des Austausches an der Ostsee. Im Gegenzug waren durch die Vermittlung des ZCD auch schon 16 deutsche Künstler in China“, berichtet Kurbjuhn.

Den regen Künstleraustausch mit China schätzt auch Bürgermeister Rainer Karl als wertvoll ein. Der Rathauschef weilte vor einem Jahr selbst in der Volksrepublik China. Die Delegation aus Kühlungsborn war in Quindao, einer Metropole mit acht Millionen Einwohnern, zu Gast. „Das war schon alles sehr beeindruckend“, erinnert sich Karl.

Er habe auch grundsätzlich nichts gegen die Einrichtung eines Kontaktbüros für das ZCD in Kühlungsborn. „Wenn sie das gern in Kühlungsborn machen wollen, spricht nichts dagegen, auch wenn wir für die gewünschte Dimension der beabsichtigten Wirkung etwas zu klein sind. Aber so, wie es in der Vorlage stand, hätte man es nicht beschließen dürfen“, sagt Rainer Karl und ergänzt: „Es hätte sogar passieren können, dass das ganze Konzept von den Stadtvertretern in einer kontroversen Debatte völlig zerpflückt worden wäre.“

Einige Punkte in dem Papier seien auch rechtlich nicht umsetzbar. „Da steht drin, dass die Stadt ein kostengünstiges Büro bereitstellt und bei der Suche nach Grundstücken hilft. Wir sind doch kein Immobilienmakler“, betont Karl.

Ein weiterer Kritikpunkt in dem Konzept sei, dass von der Schaffung einer für Kultur zuständigen Stelle durch die Stadt die Rede sei. „Wir würden solch eine Stelle in der Tat gern haben. Aber erstens wissen wir noch gar nicht, ob dies im Namen der Stadtverwaltung oder eines anderen Trägers erfolgt und wie sie finanziert wird. Aber egal, wie die Stelle zustande kommt, hat dies nichts mit dem Kontaktbüro zu tun. Das ist eine Vermischung von Komponenten, die weder gewollt noch rechtlich möglich ist“, argumentiert Karl.

Dasselbe träfe für die Villa Baltic zu, die ebenfalls in der Vorlage als „ausgewählte Immobilie“ genannt werde. „Die Villa Baltic gehört uns nicht. Deshalb dürfen wir auch nichts unterschreiben, wo sie als Objekt mit drin steht“, führt Rainer Karl aus.

Eine Absage an das ZCD sei die Kritik aber nicht, betonte Karl. In den Ausschüssen der Stadtvertretung werde das Konzept überarbeitet. Einen Zeitdruck sehe er nicht.

Rolf Barkhorn

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