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Dehoga setzt auf europäischen Nachwuchs

Dehoga setzt auf europäischen Nachwuchs

Kühlungsborn Um für eine möglichst reibungslose Saison zu sorgen, setzt das hiesige Hotel- und Gastronomie-Gewerbe vermehrt auf Personal aus dem europäischen Ausland.

Kühlungsborn Um für eine möglichst reibungslose Saison zu sorgen, setzt das hiesige Hotel- und Gastronomie-Gewerbe vermehrt auf Personal aus dem europäischen Ausland. Wie den jungen Leuten eine Ausbildung im Ostseebad schmackhaft gemacht werden soll, erklärt Angelika Garreis, Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes Kühlungsborn, im OZ-Gespräch.

Die Hauptsaison steht vor der Tür, Kühlungsborner Hotels und Pensionen werden auch in diesem Jahr wieder gut ausgelastet sein. Haben Sie mit Blick auf den zu erwartenden Fachkräftemangel nicht schon jetzt Bauchschmerzen?

Angelika Garreis: Für uns geht es in erster Linie darum, die Saison abzusichern und die Ausbildungssituation zu verbessern. Denn auch in diesem Jahr wird es wieder schwierig werden, genügend Leute zu bekommen, die die anspruchsvollen Aufgaben in der Hotellerie und Gastronomie erfüllen können. Der Arbeitsmarkt ist fast leer. Da müssen wir uns nach wie vor auch in anderen europäischen Ländern nach geeignetem Personal umsehen.

Was heißt das konkret?

Garreis: Seit mittlerweile drei Jahren fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit einem Sonderprogramm ausbildungsinteressierte Jugendliche und arbeitslose junge Fachkräfte aus Europa. Dieses Programm zielt auf einen Berufsabschluss inklusive begleitendem Deutsch-Unterricht. Und letztlich haben alles etwas davon: Das heimische Gastgewerbe kann so die Ausbildung absichern, und die ausländischen Absolventen haben in ihren Heimatländern gute Karriere-Chancen. Insgesamt machen in unserem Regionalverband etwa 80 Betriebe mit.

In Kühlungsborn sind aktuell Azubis aus Spanien, Portugal, Griechenland oder Ungarn beschäftigt . . .

Garreis: . . . und auf Initiative der IHK gibt es jetzt ebenfalls einen Ausbildungsverbund zwischen Deutschland und Dänemark. So sollen auch Gäste aus Skandinavien an unsere Küste gelockt werden. Denn wir mussten feststellen, dass Rostock für diese Klientel bislang nur ein Transit-Ort auf dem Weg nach Berlin ist.

Wie wollen Sie diese potenziellen Urlauber noch erreichen?

Garreis: Neben anderen Marketing-Maßnahmen werden etwa auf den Fähren entsprechende Broschüren in dänischer, schwedischer und englischer Sprache verteilt — wir wollen zeigen, dass es „links und rechts des Tunnels“ auch noch weitere schöne Landschaften zu entdecken gibt.

Ihr Blick geht neuerdings auch nach Indien . . .

Garreis: Der Betreiber eines indischen Restaurants hier in Kühlungsborn möchte interessierte Köche zu einem Praktikum ins Ostseebad einladen. Erste Kontakte sind geknüpft — einheimische Hoteliers und Gastronomen können sich gern mit ihm in Verbindung setzen. Generell gilt: Eine Unterkunft für die jungen Leute ist genauso Grundvoraussetzung wie eine angemessene Vergütung.

Aber ist es nicht schwierig, gerade in der Hauptsaison geeigneten Wohnraum zu finden?

Garreis: Clevere Kollegen haben hier längst vorgesorgt, stellen Zimmer zur Verfügung oder haben entsprechende Unterkünfte geschaffen. Aktuell baut die AWG am Grünen Weg in Größenordnungen. Ich hoffe, dass hier auch attraktiver Wohnraum für junge Leute entsteht — denn darum geht es: Dass junge Leute nach Kühlungsborn ziehen, hier leben — und eben auch arbeiten.

Mit Blick auf die hiesige Infrastruktur ist der immer akutere Fachkräftemangel zum Teil aber hausgemacht . . .

Garreis: In der Tat sind die Busverbindungen von Rostock nach Kühlungsborn ein immer wiederkehrendes Thema. Dabei geht es vor allem um die Zeiten: Viele Betriebe starten bereits morgens um 6 Uhr in den Arbeitstag — das betrifft neben der Hotellerie unter anderem auch das Gesundheitswesen oder das Handwerk. Nur: Die Leute kommen zu dieser frühen Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ins Ostseebad. Ganz ähnlich verhält es sich am Abend: Da wäre ein Mitternachtsbus von Kühlungsborn nach Rostock schon wünschenswert.

Wie wollen Sie hier eine Lösung finden?

Garreis: Ich sehe mich außer Stande, Küstenbus eine detaillierte Analyse über den tatsächlichen Bedarf zu liefern. Vielleicht sollte man in der Saison mal testweise einen Minibus fahren lassen — ich denke schon, dass es hier genügend Potenzial gibt.

Von Interview von Lennart Plottke

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