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Dem Plastikmüll auf der Spur

Rerik Dem Plastikmüll auf der Spur

Zehntklässler der Freien Schule Rerik durchsuchten gestern den Strand nach synthetischen Abfällen.

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Chemielehrerin Dr. Annekatrin Löffler (r.) suchte gestern mit Schülern der Freien Schule Rerik den Strand nach Plastikmüll ab. Fotos (2): Rolf Barkhorn

Rerik. Sie hatten schon damit gerechnet, Reste von Plastiktüten, Flaschen und anderen Gegenständen aus synthetischen Materialien zu finden. Aber wenigstens handelte es sich nicht um große Mengen Müll. „Der Strand ist viel sauberer, als wir es nach einem Wochenende erwartet hatten“, erklärt Dr. Annekatrin Löffler, die das „Citizen Science Projekt“ mit dem Titel „ Dem Plastikmüll auf der Spur“ mit Zehntklässlern der Freien Schule Rerik leitet. Zeitgleich arbeiten daran Schüler in 40 Schulen an Nord- und Ostsee und in Chile (Südamerika).

OZ-Bild

Zehntklässler der Freien Schule Rerik durchsuchten gestern den Strand nach synthetischen Abfällen.

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Der Strand ist sauberer, als wir es nach einem Wochenende erwartet haben.“Dr. Annekatrin Löffler,

Chemielehrerin

Die Reriker Kurverwaltung wurde von der Schule zur Vorbereitung auf das Projekt gebeten, im Bereich an der Seebrücke den Strand ausnahmsweise mal nicht reinigen zu lassen, um ein möglichst authentisches Ergebnis zu bekommen.

Eine gründliche Reinigung, sei in dem Bereich nicht erfolgt, versicherte gestern Vormittag Stefanie Quaas, die Leiterin der Reriker Kurverwaltung, und ergänzte: „Wenn dann trotzdem nach einem turbulenten Strandwochenende nicht so viel Müll liegengeblieben ist, gebe ich das Kompliment gern an unsere Gäste weiter.“

Damit die Gäste in Rerik einen sauberen Strand vorfinden, wird normalerweise der Bereich zwischen dem Wustrower Hals im Westen und der Liebesschlucht im Osten in der Hauptsaison täglich gereinigt, abschnittsweise auch maschinell. Mit dem Inhalt aus 36 Papierkörben und dem, was im Sand liegengeblieben ist, füllen die Mitarbeiter des Bauhofes täglich etwa zehn bis zwölf Müllsäcke.

Ziel der umfangreichen Probennahmen durch die Schüler am Reriker Strand gestern war es, genau zu erfassen, welche Kunststoffteile in welcher Menge und in welchem Zustand gefunden werden. Dabei ging es nicht nur um Plastikreste, die von Strandbesuchern zurückblieben, sondern auch um kleine Partikel, die von der Brandung angespült wurden.

Dazu teilte sich die Klasse in fünf Gruppen auf, in denen dann drei oder vier Schüler jeweils einen Abschnitt — den sogenannten „Transekt“ — von der Wasserlinie bis zum oberen Strandende zu untersuchen hatten. Die einzelnen Felder zur Stichprobenentnahme waren drei Mal drei Meter groß.

Mit Bandmaßen, Pflöcken, Wollfäden zum Abteilen und Silikonhandschuhen machten sich die jungen Forscher an die Arbeit. „Nehmt alles auf, auch das kleinste Stück“, forderte Annekatrin Löffler ihre Schüler auf und fügt noch hinzu: „Auch nichts zu finden, ist ein Ergebnis!“

Zu Tage gefördert wurden dann Kronkorken, Reste von Plastiktüten, vom Wasser rund geschliffene Glasscherben und an einer Stelle neben der Seebrücke fand ein Schüler ein Bikini-Unterteil.

„In der Nähe der Seebrücke sind es ein paar mehr Teile als an anderen Stellen. Das ist aber auch logisch“, meinte Löffler.

Die Funde aus jedem abgeteilten Quadrat wurden extra erfasst und beschriftet. „Wir haben vor allem viele sehr kleine Teile eingesammelt. Das Projekt ist sehr interessant“, meinte Schüler Bruno Schreiber, als er gerade mit Mattes Metelmann ein neues Quadrat an der Wasserlinie abgesteckt hat.

„Wenn das Einsammeln abgeschlossen ist, werten die Schüler die Ergebnisse schon mal aus. Weiter verwertet werden unsere Resultate dann von den Wissenschaftlern am ‘Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik‘ in Kiel“, erklärt Löffler.

Die Chemikerin, die selbst viele Jahre am Institut für Meeresforschung gerarbeitet hat, weiß, dass Plastikmüll in Gewässern inzwischen ein großes Problem darstellt. Über Flüsse gelangt ein Teil des Mülls ins Meer. Aber auch in der Schifffahrt werden Plastikreste noch immer achtlos über Bord geworfen, obwohl es verboten ist. Auch das haben die Schüler im Unterricht schon ausführlich behandelt.

Und so hegt Chemikerin Annekatrin Löffler auch die Hoffnung, dass ihre Schüler durch das Projekt selbst ein Stück umweltbewusster werden und den eigenen Plastikmüll nicht achtlos wegwerfen.

Citizen Science Projekt

Citizen Science ist eine Form der Wissenschaft, bei der Projekte unter Mithilfe oder komplett von „interessierten Laien“ durchgeführt werden.

Im Rahmen ihres Projektes „Plastikmüll auf der Spur“ untersuchen Schüler der Freien Schule Rerik die Belastung von Gewässern durch Plastik.

Dafür sammeln sie Teile ein und werten diese Daten aus.

Fachlich begleitet wird das Projekt vom Leibniz-Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel. Insgesamt nehmen in Deutschland 40 Schulen an diesem Projekt teil.

Von Rolf Barkhorn

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