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Der Wächter über Reriks Historie

Rerik Der Wächter über Reriks Historie

Beruf und Berufung: Seit 20 Jahren leitet Thomas Köhler das Heimatmuseum im Ostseebad.

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Erfolgreich und mit leidenschaftlich: Seit 20 Jahren leitet Thomas Köhler das Reriker Heimatmuseum.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Rerik. Zwei Jahrzehnte wacht er schon über einen echten Schatz. Und brachte bereits unzähligen Besuchern mehr Wissen ein: Thomas Köhler leitet seit zwanzig Jahren erfolgreich das Reriker Heimatmuseum. Er macht das mit einer gewissen, tief sitzenden Leidenschaft zur Historie und vor allem auch der Geologie. Denn das Heimatmuseum ist zwar ein Winzling im Vergleich zu anderen Stadt-Museen — kann sich jedoch aufgrund der Vielseitigkeit der Exponate schon ein wenig mit ihnen messen.

Das Museum wurde 1953 von der Reriker Kulturbundgruppe gegründet. Angefangen hatte alles mit einer Sammlung von Steinen der Ur- und Frühgeschichte. Das ehemalige Schulgebäude mit der etwa 200

Jahren alten Geschichte in der Dünenstraße 4 wurde 1997 zum Hort für das Heimatmuseum. Die Ausstellungstücke befanden sich zuvor unter anderem in einem Haus am Salzhaff. „Das war das Schönste, denn mit dem Umzug konnte die Ausstellung erweitert werden“, sagt Thomas Köhler.

Er selbst ist ein Kind der Küste und der Stadt Rerik. Derart verwoben durch seine Wurzeln, engagierte er sich bereits in jungen Jahren und stellte unter anderem mit seinem Freund gesammelte Fossilien aus: „Für mich ist die Arbeit im Museum Beruf und Berufung und eine sehr interessante, dankbare Aufgabe.“

Wer Köhler kennt, weiß: Das kommt ganz tief aus seinem Herzen — auch wenn er das nach Außen hin nicht zeigt. Er ist eher ein Mann der wenigen Worte — über sich selbst. Doch bei Fragen zum Museum sieht das ganz anders aus. In seinem Kopf befinden sich scheinbar kleine Aktenordner, die er dann öffnet und loslegt — zum spannenden und informativen Redeschwall.

Dabei sind es vor allem die Fragen, die sich um Ausgrabungen und Fossilien drehen, die sein Wissensspeicher auf Hochtouren bringen. Denn er arbeitet mit der Sektion Rostock der Gesellschaft für Geschiebekunde e.V. zusammen, die unter dem Dach des Museums wechselnde Ausstellungen präsentiert.

Köhler geht selbst auf die Suche nach Fossilien und hat beachtliche Funde vorzuweisen. Auch die anderen Räume, die Reriks Geschichte präsentieren, werden liebevoll von ihm umhegt. Als Thomas Köhler vor etwa 19 Jahren und erst 27-jährig von Barbara Carnein die Schlüssel zum Museum übergeben wurden, ging für ihn ein kleiner Lebenstraum in Erfüllung. „In den 20 Jahren hat sich der Bestand an Ausstellungsstücken verdoppelt“, so der heute 47-Jährige. „Ich freue mich besonders, dass sich auch Schulen und viele Einheimische für das Museum interessieren und es mit Exponaten unterstützen — das ist wie ein altes Mosaik, jedes Steinchen lässt das Bild klarer erscheinen.“

Manchmal reicht schon eine historische Postkarte, um eine Geschichtslücke zu füllen. Ein anderes Mal sind es Ausgrabungsstücke wie das bronzezeitliche Schwert, das kürzlich neu hinzu kam. Jedes Mal ist es für Thomas Köhler fast schon ein feierlicher Akt. „Ich versuche, alles zu sammeln, was relevant für unsere Heimatgeschichte sein könnte“, sagt er. Noch warten 180 Aktenordner darauf, aufgearbeitet zu werden — auch das gehört zu seiner Aufgabe, die er sehr ernst nimmt. „DDR-Geschichte — da fehlt mir noch einiges“, sagt er und bittet: „Wer auch noch Dokumente aus der Zeit von 1949 bis 1969 und anderes besitzt, bitte nicht wegwerfen, sondern ins Museum bringen.“

Um 6500 Besucher kommen jedes Jahr. „Ich bin der Stadt und den Stadtvertretern dankbar, dass sie diese Einrichtung tragen und unterstützen. Dankbar bin ich auch den vielen stillen Helfern und denen, die das Museum über die Jahre mit Leihgaben oder Schenkungen bereichern“, möchte unbedingt noch loswerden. „Mecklenburg hat Gott zum Schluss gemacht — da hat er sich Zeit gelassen. Deshalb ist es bei uns so schön“, sagt Thomas Köhler verschmitzt.

• Infos:

www.rerik.de/heimatmuseum

Mecklenburg hat Gott zum Schluss gemacht — da hat er sich Zeit gelassen.“Thomas Köhler

 



Sabine Hügelland

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