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Die Welt zu Gast in Kühlungsborn

Kühlungsborn Die Welt zu Gast in Kühlungsborn

120 Wissenschaftler aus 16 Ländern kommen zur Konferenz am Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik

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Der internationale Trend-Workshop zu neuesten Forschungsergebnissen in der Atmosphärenphysik führt alle zwei Jahre Wissenschaftler aus aller Welt zusammen. Erstmalig ist das Leibniz-Institut in Kühlungsborn Gastgeber.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Kühlungsborn. Es ist die größte und am meisten internationale Konferenz, die vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) Kühlungsborn bisher ausgerichtet wurde: 120 Atmosphärenforscher aus 16 Ländern tauschen sich von Montag bis Freitag dieser Woche im neuen, großen Vortragssaal des Instituts über „Langfristige Veränderungen und Trends in der Atmosphäre“ aus.

74 Referenten haben sich für Vorträge angemeldet, weltweit neueste Forschungsergebnisse werden zudem auf 17 großen Postern präsentiert.

„Dieser Trend-Workshop führt alle zwei Jahre Wissenschaftler aus aller Welt zusammen, die zu Prozessen und Wechselwirkungen in der Atmosphäre forschen. Die vorangegangenen Konferenzen waren in Cambridge/Großbritannien, Buenos Aires/Argentinien und Boulder/Colorado/USA. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir nun endlich auch die Kapazität haben, führende Fachkollegen aus aller Welt zu uns einladen zu können“, erklärt Prof. Franz-Josef Lübken, der Chef des Kühlungsborner Instituts und Vorsitzende der Konferenz.

Die neue Kapazität: Vor knapp zwei Jahren konnte der dringend notwendige Erweiterungsbau des Instituts eingeweiht werden. Drei Millionen Euro wurden in den Bau investiert. Sein Herzstück ist ein großer Konferenzraum mit modernster Kommunikationstechnik, der bis zu 170 Zuhörer fasst. Bis dahin mussten sich die Kühlungsborner Atmosphärenforscher, die weltweit zu den führenden gehören, mit einem Raum begnügen, der maximal 60 bis 70 Zuhörern Platz bot. „Für wirklich große Konferenzen war das viel zu wenig, wir konnten bis dahin nur Konferenz-Gäste in aller Welt sein“, erklärt Lübken.

Die Atmosphären-Forscher beschäftigen sich auf ihrer Konferenz mit „dynamischen Prozessen und Wechselwirkungen in der Atmosphäre, die auch Auswirkungen auf Wetter und Klima bei uns hier unten haben“, erläutert Lübken und nennt ein Beispiel: Kohlendioxyd wirke in der unteren Atmosphäre als Treibhausgas, in der mittleren und oberen, sehr dünnen Atmosphäre jedoch umgekehrt als Kühlmittel. Regional unterschiedlich beeinflusse die Sonnenaktivität auch diese Prozesse. „Vieles von dem, was da oben und hier unten abläuft und sich wechselseitig beeinflusst, können wir erklären. An anderen Problemen forschen wir intensiv. Auf dieser Konferenz werden neueste Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert“, so Lübken.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gehören zu den Geldgebern dieser Konferenz. „Auch das unterstreicht die Bedeutung dieses Trend-Workshops“, ist Lübken sichtlich stolz.

Das Kühlungsborner Institut hat mit dieser Konferenz auch viel Geld in Kühlungsborner Hotels gebracht. „Wir haben zehn Hotels im Ort gebeten, uns ein Angebot für die Konferenzteilnehmer zu machen und unseren Gästen dann diese Hotels zur Buchung empfohlen“, sagt Lübken. Die große Willkommens-Party zum Kennenlernen wurde im Restaurant „Vielmeer“ im Hafen gefeiert. Und nicht wenige Konferenz-Teilnehmer werden Kühlungsborn mit der Erkenntnis verlassen, dass das Ostseebad durchaus auch eine attraktive Station bei einem Deutschland-Urlaub ist. Wie Dr. Stanley Solomon vom National Center for Atmospheric Research in Boulder im US-Bundesstaat Colorado.

„Ich arbeite schon lange und intensiv mit den deutschen Kollegen vom IAP zusammen. Getroffen haben wir uns aber bisher entweder in Boulder oder auf internationalen Konferenzen. Jetzt bin ich das erste Mal hier und sehr positiv überrascht von den guten Arbeitsbedingungen der Kühlungsborner Kollegen in dieser großartigen Küstenlandschaft“, so der Amerikaner. Kühlungsborn könne ohne Weiteres mit angesagten Urlaubsorten an der amerikanischen Ostküste mithalten, „zu denen es mich immer wieder hinzieht“. Eine Dienstreise nach Kühlungsborn mit einem Urlaub zu verbinden – „das kann ich mir jetzt gut vorstellen“, so der Wissenschaftler aus Colorado. Beeindruckt ist auch Dr. Gufran Being vom Institut of Tropical Meteorology in Pune/Indien. „Eine perfekt organisierte Konferenz, sehr freundliche Gastgeber, hervorragende Arbeitsbedingungen und eine wunderschöne Stadt am Meer“, lobt der Inder.

Lutz Werner

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