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Familienchronik reicht bis ins Mittelalter

Steffenshagen Familienchronik reicht bis ins Mittelalter

Seit 800 Jahren lebt die Bauernfamilie Garbe in Steffenshagen / Günter Garbe hat die Geschichte aufgeschrieben

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Günter Garbe präsentiert die Familien-Chronik, die er mit Hilfe von Co-Autor Berthold Wendt aufgeschrieben hat. Das Buch ist erst vor einigen Tagen erschienen.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Steffenshagen. 800 Jahre lebt und wirtschaftet die Bauernfamilie Garbe in Steffenshagen auf dem Hof an der Dorfstraße — ein paar Hundert Meter vom Pfarrhaus entfernt.

OZ-Bild

Seit 800 Jahren lebt die Bauernfamilie Garbe in Steffenshagen / Günter Garbe hat die Geschichte aufgeschrieben

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Ich will diese Erinnerungen der Nachwelt erhalten.“Günter Garbe, Autor

Petra (54) und Karl-Heinz (57) Garbe haben dort 1993 — nach der Auflösung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) — den Hof wieder eingerichtet: mit 40 Hektar Ackerland, einer Hühnerzucht, einem Hofladen in einem umgebauten alten Wirtschaftsgebäude und Ferienwohnungen.

Alt-Bauer Günter Garbe (79) hat über die Geschichte seiner Familie ein Buch geschrieben: „Aus dem Leben einer Mecklenburgischen Bauernfamilie — eine Familienchronik über acht Jahrhunderte“ — so lautet der Titel. Günter Garbe — sein Vater Erich Garbe hatte 1936 in den Frahm-Hof in der Mitte des langgestreckten Dorfes eingeheiratet — lebt heute dort in dem großen, kurz nach 1900 erbauten Bauernhaus, das dem Baustil von Gutshäusern nachempfunden ist.

„Ich musste die vielen Erinnerungen einfach für die Nachwelt erhalten“, erklärt der Senior. Fünf Jahre hat er an der Chronik gearbeitet und fand dabei in Berthold Wendt (63) aus Kröpelin einen engagierten Co-Autor, der schriftlich vorliegendes Material redaktionell bearbeitete, die mündlichen Erinnerungen des Alt-Bauern aufzeichnete und auch für das Layout des Buches sorgte.

Den ersten Teil des Buches bildet eine Chronik der Garbe-Familie, die der Lehrer Heinrich Garbe bereits 1934 aufgeschrieben hatte. Hier finden sich die Familien-Überlieferungen, die bis zur urkundlichen Ersterwähnung des nahe des Klosters Doberan gegründeten Dorfes Steffenshagen im Jahr 1273 zurückreichen. Unter den Siedlern aus Westfalen, die damals in das von deutschen Rittern eroberte Land der Slawen kamen, war auch eine Familie Garbe, schreibt Chronist Heinrich Garbe.

Bauernsohn und Diplom-Agraringenieur, Traktorist in der MTS (Maschinen-Traktoren-Station), LPG-Gründung, Abteilungsleiter und stellvertretender LPG-Vorsitzender, nach der Wende am Beginn der 1990er Jahre wirtschaftlich erfolgreicher Wiedereinrichter auf dem Frahm-Garbe-Hof: Der von Günter Garbe mit Unterstützung von Berthold Wendt geschriebene neuere, zeitgeschichtliche Teil der Chronik zeichnet authentisch — und spannend und humorvoll geschrieben dazu — das Leben eines Landwirts in der DDR und in den Nachwendejahren. Mit allen Höhen und Tiefen des wahren Lebens im Sozialismus und danach. Günter Garbe hat dabei keine Chronik mit der trockenen Aneinanderreihung vieler Zahlen und Fakten abgeliefert. Er erzählt Episoden, die insgesamt zur Chronik werden.

160 Seiten umfasst das gut gegliederte Buch, illustriert ist es mit einer Fülle historischer Fotos. Über die unmittelbar familiengeschichtlichen Aspekte der Garbe-Familie hinaus ist es auch eine wertvolle historische Quelle zur ostdeutschen Zeitgeschichte nach 1945. Denn hier erzählt einer, der das alles nicht nur miterlebt, sondern auch mitgestaltet hat. Er erzählt davon, wie das damals war mit der Kollektivierung, der LPG-Wirtschaft und auch mit dem Alltag auf dem Dorf im Sozialismus der DDR. Garbe berichtet von der Zeit, in der er seine Lebensleistung vollbracht hat und zu der er steht. Aber er nimmt auch kein Blatt vor den Mund, wenn er die Skurrilitäten und Absonderlichkeiten dieser Epoche beschreibt.

Buch-Tipp: „Aus dem Leben einer Mecklenburgischen Bauernfamilie“, BoD-ooks on Demand Verlag, 10 Euro, ISBN: 978-3-7392-4843-1

Von Lutz Werner

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