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Friedhöfe werden zu Parks

Bentwisch/Rostock/Kühlungsborn Friedhöfe werden zu Parks

Weil immer mehr Menschen ein Urnengrab wählen, gestalten Kommunen ihre Ruhestätten um

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Der Bentwischer Gemeindevertreter Gerhard Strübing zeigt Musterstücke vom Steinmetz für eine neue Stele.

Quelle: Foto: André Wornowski

Bentwisch/Rostock/Kühlungsborn. Diskussionen in der Gemeindevertretung Bentwisch: Wie soll die neue halbanonyme Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof aussehen? Wie viele Urnen passen auf das vorgesehene Feld? Und wie groß sollen die Buchstaben auf der Stele sein? Es sind Fragen, mit denen sich die Gemeindevertreter bisher nie beschäftigen mussten. Doch jetzt sind sie aktuell. „Es gibt den Bedarf, auf einer größeren Anlage beigesetzt zu werden, weil hier im Gegensatz zur eigenen Grabstelle der Pflegeaufwand wegfällt“, sagt Bentwischs Bürgermeisterin Susanne Strübing.

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Weil immer mehr Menschen ein Urnengrab wählen, gestalten Kommunen ihre Ruhestätten um

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Deutschlandweit gibt es den Trend zur Wahl einer Feuerbestattung, teilt der Bundesverband Deutscher Bestatter mit. Zu den Vorreitern zählt hier Rostock. Rund 90 Prozent der Hansestädter entscheiden sich inzwischen für eine Feuerbestattung – der Bundesdurchschnitt liegt bei 55 Prozent. Experten sehen einen der Gründe in der 1985 eingerichteten Asche-Streuwiese. Sie war bis vor wenigen Jahren bundesweit einmalig. Für die Hansestädter sei es daher nicht so ungewöhnlich, sich für Verbrennung zu entscheiden. In Bentwisch soll die halbanonyme Urnengemeinschaftsanlage 2018 errichtet werden.

Geschätzte Kosten für die Stele: 16800 Euro.

Auch in Rostock nimmt die Nachfrage nach Urnengemeinschaftsgräbern stark zu, sagt Stefan Geers, Leiter der Friedhofsverwaltung. „Generell ist eine Urnengrabstätte für die Hinterbliebenen angenehmer.

Der Aufwand ist geringer, sie nimmt nicht viel Zeit in Anspruch und kostet auch weniger“, so Geers. Die Gebühr für eine Erdbestattung beträgt in Rostock beispielsweise 940 Euro. Eine Urnengrabstelle mit zwei Urnen kostet 450 Euro. „Das kann jedoch so pauschal nicht verglichen werden. Es kommt noch vieles weitere hinzu“, sagt Geers. Beim Urnengrab sind zum Beispiel noch 240 Euro für die Einäscherung fällig.

Immer mehr Rostocker können es sich nicht mehr leisten, ihre Angehörigen bestatten zu lassen. Manchmal sind auch gar keine Hinterbliebenen mehr da, die für ein Begräbnis sorgen könnten. Zuletzt stiegen die Ausgaben für Sozialbestattungen in der Hansestadt auf mehr als 140000 Euro pro Jahr an. Ein Grund dafür sei die zunehmende Altersarmut, so die Vermutung im Rathaus. Die Friedhofsverwaltung bereitet laut Geers derzeit ein weiteres Feld für Sozialbestattungen vor.

Durch den Trend zur Feuerbestattung schrumpfen die Friedhöfe. Denn ein Urnengrab ist nur halb so groß wie ein Erdgrab, sagt Geers. Die Hansestadt hat daher ein neues Friedhofskonzept erarbeitet:

Perspektivisch sollen die Friedhöfe noch stärker in parkähnliche Anlagen umgestaltet werden. Aus leeren Feldern, die mal für Gräber vorgesehen waren, könnten zum Beispiel Blumenwiesen werden. „Die Anlagen sollen zum Verweilen einladen“, sagt Geers. Dies sei jedoch ein langer Prozess. Das erste Feld werde erst 2034 frei.

In Kühlungsborn gab es Anfang des Jahres sogar die Idee, einen der beiden Friedhöfe im Ostseebad zu schließen. Das jedoch stieß auf großen Widerstand in der Bevölkerung. In den nächsten Jahren soll nun ein Landschaftsplaner beauftragt werden, den städtischen Friedhof schöner zu gestalten, sagt der Kühlungsborner Bürgermeister Rainer Karl. „Ziel ist es, dass Besucher hier spazieren gehen und zur Besinnung kommen können.“

Karl sieht einen weiteren Grund für das Schrumpfen der Friedhöfe in der Zunahme der Seebestattungen. „Das hat es so früher nicht gegeben.“ Auch steigt die Nachfrage nach Beisetzungen im Ruheforst der Rostocker Heide.

André Wornowski

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