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Gast aus Tansania in Kühlungsborner Kita

Kühlungsborn Gast aus Tansania in Kühlungsborner Kita

Rosemary Mshana besucht deutsche Kindergärten, um Ideen für die Arbeit in der Heimat zu sammeln

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Rosemary Mshana (r.) aus Tansania will in Kitas wie der „Arche Noah“ in Kühlungsborn Ideen für die eigene Arbeit sammeln.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Die Kindertagesstätte „Arche Noah“ der Rostocker Stadtmission in Kühlungsborn hat in dieser Woche einen besonderen Gast. Rosemary Mshana, Lehrerin und Leiterin eines Kindergartens nahe der Kreisstadt Same im afrikanischen Staat Tansania, will sich über die Arbeit in deutschen Kindereinrichtungen informieren und davon möglichst viele Ideen und Anregungen für die eigene Arbeit mit nach Hause nehmen.

Mir ist aufgefallen, dass der Umgang der deutschen Erzieherinnen mit den Kindern sehr herzlich ist.“Rosemary Mshana, Lehrerin und

Kita-Leiterin aus Tansania

Bevor sie nach Kühlungsborn kam, wo sie während ihres Aufenthaltes im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde wohnt, hielt sich die Afrikanerin für zwei Wochen in einer Güstrower Kindereinrichtung auf. „Dort hat es mir sehr gut gefallen“, übersetzt Sarah Wiek vom „Tansaniakreis“ für Rosemary Mshana.

Organisiert wurde ihre Reise nach Mecklenburg von Sabine Winkler. Sie stammt aus Wismar und arbeitet als Missionarin in Tansania. „Als wir im Tansaniakreis davon hörten, haben wir vorgeschlagen, Rosemary auch nach Kühlungsborn zu holen“, berichtet Sarah Wiek.

In der Kita „Arche Noah“ in Kühlungsborn fühlt sich die Lehrerin aus Afrika sichtlich wohl. Heute nimmt sie mit einer der größeren Gruppen an einer kleinen Exkursion teil. „Frau Mshana hat schon mehrere Gruppen bei uns besucht. Für die Kinder, aber auch für die Erzieherinnen ist ihre Anwesenheit etwas Besonderes“, berichtet Kita-Leiterin Gudrun Schmidt.

Als ein Merkmal der Arbeit in deutschen Kitas hat Rosemarie Mshana ausgemacht, dass hierzulande die Erzieher sehr liebevoll und fürsorglich mit den Kindern umgehen. „Es geht viel herzlicher zu als bei uns“, meint die Frau eines Pastors, die in ihrer Heimat neben ihrer Tätigkeit als Leiterin auch andere Lehrer unterrichtet und ausbildet.

In ihrem Heimatland gäbe es keine Unterscheidung für die Berufe in Schulen und Vorschuleinrichtungen, erläutert Mshana. Auch würden Lehrer in Tansania nicht gerade üppig bezahlt. 40 Euro im Monat betrage das Gehalt, sodass die meisten auf Nebentätigkeiten oder eigene Viehhaltung angewiesen seien, berichtet sie. Männer gebe es im Lehrerberuf in Tansania kaum, sie selbst habe noch keinen getroffen. Sie wisse aber, dass bei der Volksgruppe der Massai auch Männer als Lehrer tätig seien.

Der Betreuungsschlüssel in Tansania sei mit dem in deutschen Einrichtungen überhaupt nicht zu vergleichen. „Auf eine Gruppe mit 50 Kindern kommt eine Lehrerin“, erklärt Rosemary Mshana.

Im Vergleich dazu wirkt der Betreuungsschlüssel in deutschen Kitas nahezu paradiesisch. In der „Arche Noah“ kommen auf zwölf Kinder zwei Erzieher. Aber auch wenn die Bedingungen für die Betreuung von Kindern in ihrer Heimat weniger komfortabel erscheinen, sind die Vorschulen für Kinder ab drei Jahren begehrt. Die Kapazitäten reichen nicht für alle. Und so werden viele Kinder auch von Großeltern oder anderen Verwandten betreut.

Die Halbtagsbetreuung pro Kind und Monat kostet umgerechnet zwei Euro. Aber auch das sei viel Geld für manche Eltern. Die Armut sei groß in Tansania, oft fehle es Kindern an Kleidung und Schuhen, berichtet die Lehrerin.

In den deutschen Kitas, die sie bisher besuchte, ist Rosemary Mshana aufgefallen, dass die Kinder eine sehr große Auswahl an Spielzeug zur Verfügung haben. Aber das sei nicht unbedingt von Vorteil.

„Bei uns sind die Kinder, weil sie nicht so viel Spielzeug haben, auch gefordert, selbst kreativ zu sein“, meint Mshana.

Amüsant findet sie es, wenn die Fürsorge in Deutschland soweit geht, dass Erzieherinnen auch größeren Kindern die Schuhe zubinden und ihnen die Nase putzen. In dieser Hinsicht seien die Tansanischen Kinder wohl schon etwas selbstständiger, meint lächelnd die afrikanische Lehrerin.

Rosemary Mshana möchte noch gern die Grundschule in Kühlungsborn besuchen. Und ab der nächsten Woche will sie Kitas in Schwerin kennenlernen.

Rolf Barkhorn

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