Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeschauer

Navigation:
Griff in die Kasse bei Getränkeland

Kühlungsborn Griff in die Kasse bei Getränkeland

Team im Kühlungsborner Markt wurde komplett ausgetauscht

Voriger Artikel
Das Geheimnis der Mandorla
Nächster Artikel
Azubis übernehmen die „Fetzenbude“

In der Filiale von Getränkeland in Kühlungsborn arbeitet jetzt ein komplett neues Team.

Quelle: Foto: Lutz Werner

Kühlungsborn. In der Getränkeland-Filiale an der Neuen Reihe arbeitet seit gut zwei Wochen ein komplett neues Team. Fragen nach den Mitarbeitern, die dort bisher die Kunden bedienten, beantworten die Neuen ausweichend. Sie wären nicht mehr im Unternehmen tätig, heißt es. Warum? Dazu dürften sie keine Auskünfte geben. In Kühlungsborn ist das längst Stadtgespräch. Das vorherige Team habe mit Leergut gemauschelt, brodelt es in der Gerüchteküche.

„In der Kühlungsborner Filiale hat es nach gleich mehreren Inventuren immer wieder Minus-Differenzbeträge bei der Leergutabrechnung gegeben“, bestätigt Axel Heidebrecht, der Geschäftsführende Gesellschafter von Getränkeland, gestern auf Anfrage der OZ. Daher sei das dreiköpfige Team – nach einer Inventur vor gut zwei Wochen – „komplett ausgetauscht“ worden. Die arbeitsrechtlichen Modalitäten müssten noch abschließend geklärt werden. Fakt sei: „Diese Mitarbeiter werden künftig nicht für unser Unternehmen tätig sein.“

Über die Höhe des Schadens für das Unternehmen, das durch den Griff in die Kasse entstanden ist, macht der Getränkeland-Chef keine konkreten Angaben. Nur so viel: „Es handelt sich um eine beträchtliche Summe.“ Die Angelegenheit werde „betriebsintern geregelt“, auf eine Anzeige wird, wie meistens bei derartigen Fällen, verzichtet. Zu dem Fall in Kühlungsborn will sich Heidebrecht nicht weiter äußern, wohl aber, wie die Getränkemarkt-Kette generell mit solchen Vorfällen umgeht.

Das Unternehmen mit 600 Mitarbeitern betreibt 130 Märkte, 90 davon in Mecklenburg-Vorpommern, weitere in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen.

„Etwa alle acht Wochen gibt es einen Fall von Diebstahl“, so Heidebrecht. Besonders beim Leergut seien die Möglichkeiten zum Griff in die Kasse „vielfältig“. Das sei „einfach und schnell“ zu machen.

So könne beispielsweise der Bruch von Glasflaschen vorgetäuscht werden oder ein unehrlicher Mitarbeiter gebe statt einer abgegebenen Kiste zwei in die Kasse ein.

„Aber irgendwann fliegt das auf, wenn sich bei Inventuren eine langfristige Tendenz abzeichnet – wie in Kühlungsborn“, sagt er. Getränkeland mache in jedem Markt halbjährlich Inventuren. In Kühlungsborn sei es dabei in den vergangenen drei Jahren immer wieder zu Differenzen gekommen. „Dann ist klar: Das kommt nicht daher, dass beim Transport der Paletten Kisten heruntergefallen sind oder jemand schusselig war“, sagt Heidebrecht.

Getränkeland schütze sich vor Diebstahl durch Mitarbeiter mit mehreren Maßnahmen. „Wir sagen in Schulungen klar und deutlich, welche Konsequenzen Diebstahl hat.“ Es gebe, allerdings auf freiwilliger Basis nach Zustimmung der Mitarbeiter, unangemeldet Kontrollen von Taschen und Kofferräumen der Autos. Und es wird in dringenden Verdachtsfällen mit versteckten Überwachungskameras gearbeitet. „Das Material ist vor Gericht kaum zu verwerten. Aber es zeigt Wirkung, wenn man einem Mitarbeiter in einem Vier-Augen-Gespräch knallhart nachweisen kann, wann und wie ein Diebstahl passiert ist“, sagt Heidebrecht und nennt das Beispiel einer Kassiererin, die auf dem Überwachungsvideo mal eben einen Schein im Ausschnitt verschwinden ließ. „Kontrollen am Körper sind nicht möglich. In einem solchen Fall hilft nur der Beweis durch eine Überwachungskamera“, so der Chef der Getränkeland-Kette.

Bei kleineren Verfehlungen begnüge sich das Unternehmen mit einem formlosen schriftlichen Schuldeingeständnis. Bei schwereren Fällen – meistens ab 200 Euro – führt der Weg dann allerdings zum Notar:

„Dort muss der unehrliche Mitarbeiter ein notariell beglaubigtes Papier über seine Schuld unterzeichnen. In allen Fällen gebe es interne Abmachungen über Wiedergutmachung. Das heißt konkret:

Rückzahlung des gestohlenen Geldes.

Schwerpunkt liegt in MV

130 Märkte betreibt Getränkeland – 90 davon in Mecklenburg-Vorpommern, weitere in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Das Unternehmen, das seine Zentrale in Elmenhorst bei Rostock hat, ist damit das größe Getränke-Einzelhandelsunternehmen im Nordosten Deutschlands. 600 Mitarbeiter werden von Getränkeland beschäftigt. Das Unternehmen ist auf Expansionskurs und sucht ständig Flächen zur Eröffnung neuer Getränkemärkte.

Lutz Werner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nationalpark
Erkundung der Wildnis: Ein schmaler Weg führt entlang eines Flusses nahe des Denali.

Der Denali-Nationalpark ist mit Abstand der beliebteste Park in Alaska. In diesem Jahr wird er 100 Jahre alt, und auf den Wegen werden sich mehr Besucher drängen denn je. Wer aber in den Südteil fliegt, erlebt noch menschenleere Wildnis.

mehr
Mehr aus Kühlungsborn
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.