Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Hässlicher Schandfleck bleibt stehen

Kühlungsborn Hässlicher Schandfleck bleibt stehen

Mehrheit der Stadtvertretung lehnt den Abriss der Schwimmhallen-Ruine in Kühlungsborn West ab

Voriger Artikel
Spendenschiffe fahren durchs Publikum
Nächster Artikel
Shanty-Chor wählt seinen Vorstand

Das Zeit- fenster für die Fördermittel schließt erst Ende 2017. Lasst uns mit dem Abriss noch warten.“Lars Zacher (CDU)

Kühlungsborn. Die Ruine der Meerwasserschwimmhalle an der Strandpromenade von Kühlungsborn West wird nicht abgerissen und hat alle Chancen, als städtebaulicher Missstand in bester Strandlage dort auch noch einen großen Teil des Jahres 2017 zu stehen. Vielleicht sogar noch länger.

Die Stadtvertretung lehnte ziemlich knapp mit den acht Stimmen der anwesenden Stadtvertreter von CDU und SPD den Vorschlag der Verwaltung ab, den Abriss der Ruine „planerisch vorzubereiten“, damit nach der sommerlichen Urlaubssaison die Abrissbagger anrollen können. Die sechs Befürworter des Abrisses aus den Reihen der Fraktionen Handwerker- und Gewerbeverein (HGV)/Ziesig, Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) und Linke/Kühlungsborner Liste (KL) hatten zuvor darum gekämpft, dass die Ruine 13 Jahre nach der Schließung des Schwimmbades endlich verschwindet. Drei Stadtvertreter von HGV, Linke und Grünen fehlten entschuldigt.

0001dhmc.jpg

Das Zeit- fenster für die Fördermittel schließt erst Ende 2017. Lasst uns mit dem Abriss noch warten.“Lars Zacher (CDU)

Zur Bildergalerie

Im vergangenen Sommer war ein ehrgeiziges Großprojekt geplatzt: Ein Investor wollte unter Einbeziehung der neben der Ruine stehenden Villa Baltic auf dem Schwimmhallengrundstück ein Luxus-Hotel mit öffentlich zugänglicher Meerwasserschwimmhalle bauen (die OZ berichtete). Die Stadtvertretung hatte daraufhin Ende vergangenen Jahres die Neuausschreibung für den Bau einer Schwimmhalle beschlossen — in der Hoffnung, dass sich wirklich jemand findet, der das macht. Allerdings sind seitdem auch — innerhalb und außerhalb der Stadtvertretung — die Stimmen immer lauter geworden, die sich auch etwas Anderes als eine Schwimmhalle vorstellen könnten. Beispielsweise eine große Mehrzweckhalle für Konzerte, andere Veranstaltungen und Tagungen, die Kühlungsborn ebenfalls nötig braucht. Prominente Befürworter einer solchen Lösung sind Bürgermeister Rainer Karl (parteilos), Touristik-Chef Ulrich Langer und Albrecht Kurbjuhn, der Chef der internationalen Marketing-Gruppe German Riviera.

„Der Klotz muss endlich weg. Niemand kann mir erzählen, dass dieses kaputte Gemäuer vom Beginn der 1970er-Jahre in der Planung irgend eines Investors noch eine Rolle spielen wird. Das ist einfach nur ein Schandfleck, den wir unseren Gästen nicht mehr länger zumuten können“, machte sich HGV-Fraktions-Chef Hans-Joachim Ollhoff für den Abriss stark.

Ruine und Grundstück gehören der Stadt. „In die Ruine steigen immer wieder Kinder und Jugendliche ein. Wir können uns warm anziehen, wenn dabei wirklich mal ein Unfall passiert. Diese Gefahrenstelle muss weg“, argumentierte Christian Mothes (KL). Die Ruine sei zudem durch Asbest und andere gefährliche Stoffe belastet.

Bauamtsleiterin Peggy Westphal nannte zwei nüchterne Zahlen. Nach einem Gutachten aus dem Jahr 2009 hätte der Abriss damals 389000 Euro gekostet, jetzt sind es schon 500000 Euro. Und die Zeit dränge, denn nur noch bis Ende 2017 könne der Abriss zu 100 Prozent aus Städtebau-Fördermitteln finanziert werden. Das wissen auch die Abriss-Gegner von CDU und SPD. Stadtvertreter Lars Zacher, der Chef der Kühlungsborner CDU, plädierte aber dafür, dieses Zeitfenster bis zum äußersten auszureizen. „Bitte lasst uns mit dem Abriss noch warten“, lautete seine Botschaft. Denn die Stadtvertreter von CDU und SPD glauben, dass der marode Baukörper in den Schwimmhallen-Planungen eines möglichen Investors eventuell noch eine Rolle spielen könnte.

Und dann ist da noch diese Angst, dass nach dem Abriss der Schwimmhallen-Ruine die Erinnerung an die einstige Meerwasserschwimmhalle schnell verblassen könnte und ein unbefangener Blick auf andere Projekte möglich würde. Das wollen die Schwimmhallen-Hardliner von CDU und SPD gar nicht. CDU-Fraktions-Chef Andreas Bartelmann sprach daher einmal mehr von einem „Mahnmal, das uns daran erinnert, dass dort einst die Schwimmhalle war“. „Und wir wollen dort eine neue Meerwasserschwimmhalle“, fügte SPD-Fraktions-Chef Knut Wiek hinzu.

 



Lutz Werner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kühlungsborn
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.