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Jugend soll in der Stadtpolitik mitreden

Kühlungsborn Jugend soll in der Stadtpolitik mitreden

Kühlungsborner Sozialausschuss tut sich schwer mit Umsetzung der Beirats-Richtlinie / Mögliche Wahl erst im neuen Schuljahr

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Im Schulzentrum wirken sie als Sprecher mit. Für die Mitarbeit im Beirat bleibt den Achtklässlern kaum Zeit (v.l.): Monique Vogler, Marie-Sophie Zirnsak, Anton Kalms und Friedrich Demuth.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Im Ostseebad Kühlungsborn soll die Jugend mitreden können. Die Rolle des politischen Sprachrohres der Heranwachsenden ist einem Kinder- und Jugendbeirat zugedacht. Wie dieses Gremium gebildet wird und wie es arbeiten soll, hat die Stadtvertretung bereits im vergangenen April in einer Richtlinie festgelegt.

Wenn Schüler mitwirken sollen, müssen sie sich zu Beginn des Schuljahres dafür entscheiden können.“Ute Schmidt, Schulleiterin

Schulzentrum Kühlungsborn

Allerdings ist das Vorhaben bislang über diesen Papierstatus nie hinausgekommen. Eine erste Veranstaltung im Frühjahr, bei der mit Jugendlichen über die Bildung des Beirates gesprochen werden sollte, fiel wegen mangelnder Teilnahme von Jugendlichen aus.

Am Mittwochabend stand das Thema im Sozialausschuss erneut auf der Tagesordnung. Doch der große Wurf wurde es wieder nicht. Einziges messbares Ergebnis war am Ende die erneute Bildung einer Arbeitsgruppe. Diese wurde beauftragt, gemeinsam mit der Schulleitung und Schülersprechern das weitere Vorgehen zu beraten und den Weg für die Bildung eines Kinder- und Jugendbeirates im Ostseebad zu ebnen. Bestenfalls zum Start des neuen Schuljahres, im September 2017, könnte die Wahl des Gremiums erfolgen, hieß es.

Die Ausschussvorsitzende Christiane Fink (UWG) sagte eingangs: „Wir hätten gern einen Beirat in unserer Stadt, in dem die Jugend ihre Anliegen einbringen kann.“ Die beschlossene Richtlinie bezeichnete sie allerdings als „zu bürokratisch formuliert“ und ergänzte: „Die kann man den Kindern gar nicht zeigen. Da werden die gleich abgeschreckt.“

Stadtvertreter Peter Hausmann (SPD), der als Gast teilnahm und zu den Initiatoren des Vorhabens gehört, erklärte, dass man sich durch den Ausfall der ersten Veranstaltung nicht entmutigen lassen sollte. Er brachte einen möglichen Termin für die Beiratswahl im Zeitraum zwischen Ende November und Anfang Dezember ins Gespräch.

Schulleiterin Ute Schmidt, die als Gast Rederecht erhielt, plädierte für einen späteren Termin. „Wenn Schüler in solch einem Beirat mitwirken sollen, dann müssen sie die Gelegenheit haben, sich zum Beginn des Schuljahres dafür zu entscheiden. Später sind die meisten Nachmittage der Jugendlichen für andere Aktivitäten belegt. Unsere Angebote als teilweise gebundene Ganztagsschule werden von den Schülern rege genutzt. Viele sind dann noch in Vereinen aktiv“, so Ute Schmidt. Das bestätigte auch Schülersprecher Tim Bachnick: „Es gibt viele Angebote, zwischen denen wir Schüler am Nachmittag wählen können. Ich müsste etwas anderes weglassen, um im Beirat mitzumachen.“

Auch plädierte der Schüler dafür „Jugendliche einzubeziehen, die nicht bei uns zur Schule gehen“. Damit seien auch die Vereine angesprochen, argumentierte Christiane Fink und fragte bei Dr. Peter Menzel, dem Vorsitzenden des Kühlungsborner Segelclubs nach, wie er sich eine Mitwirkung junger Vereinsmitglieder vorstelle. Dr. Menzel entgegnete: „Es ist schon im Verein schwer, Jugendliche zur Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen.“

Elternvertreter Dr. Michael Gerding, der ebenfalls zu den geladenen Experten gehörte, riet dazu, die Bildung des Beirates mit konkreten Fragen an die Kinder und Jugendlichen zu verbinden. Dann hätten diese eine Aufgabe, an der sie sich orientieren könnten.

Siegmar Stegner (HGV) drängte darauf, nicht lange drumherum zu reden, sondern einen „groben Fahrplan“ aufzustellen. Dazu gehörte dann die Orientierung auf einen Wahltermin im nächsten September. Aber um nicht dasselbe Fiasko wie im vergangenen Frühjahr zu erleben, soll die Bildung des Beirates dieses Mal durch die Arbeitsgruppe besser vorbereitet werden. Konkrete Absprachen dazu in der Schule sollen den Anfang bilden.

Und was wollen die Jugendlichen selbst? Dazu führte die OZ gestern Vormittag eine kurze Befragung unter zehn Achtklässlern im Kühlungsborner Schulzentrum durch. Davon konnte sich eine Schülerin vorstellen, in einem Jugendbeirat mitzuwirken.

Und wie Schulsprecher Tim verwiesen auch diese Schüler auf die knapp bemessene Freizeit. „Wir sind an drei Tagen der Woche neun Stunden an der Schule“, berichtete Berfin Aydmir. Die Jugendlichen verrieten aber auch, was sie in Kühlungsborn ändern würden. Neun der zehn Schüler wünschen sich eine öffentliche Schwimmhalle und für acht von ihnen ist es wichtig, eine Disko im Ort zu haben.

Rolf Barkhorn

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