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Kühlungsborn Kein Gewitter ohne Manfred Grunewald

Der Kühlungsborner hat den Regen im Ostseebad dokumentiert / Nach mehr als zehn Jahren ist Schluss

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Auf dem sogenannten Schneebrett müssen die Schneehöhe und die Neuschneehöhe gemessen werden.

Kühlungsborn. Mehr als zehn Jahre lang hatte er den Niederschlag im Ostseebad ununterbrochen fest im Blick. Seine Aufgabe war es, den Regen in Kühlungsborn zu dokumentieren. Jeden Tag hatte Manfred Grunewald (80) den Behälter geleert, die Ergebnisse aufgeschrieben. Der Rentner beendet aus persönlichen Gründen seine Arbeit als Ehrenamtlicher des Deutschen Wetterdienstes.

 

OZ-Bild

Manfred Grunewald (80) zeigt den Behälter, der in seinem Garten steht. Alle 24 Stunden musste er den Niederschlag messen.

Quelle: Fotos: Mathias Otto

„Nun ist Schluss“, verabschiedet er sich kurz und möchte damit anderen das Feld überlassen. Manfred Grunewald guckt trotzdem hin und wieder aus seinem Wohnzimmer auf die Wiese vor dem Haus. Noch steht dort der Auffangbehälter, den er in den vergangenen zehn Jahren jeden Tag geleert hatte. In einem seiner Ordner sind noch Vordrucke von damals abgeheftet. Art des Niederschlags, Schneedeckenhöhe, Erdbodenzustand und Wetterverlauf – alles trug er handschriftlich ein. Jeden Tag aufs Neue. „Selbst wenn ich einen Regenbogen entdeckt habe, habe ich es notiert“, berichtet der Rentner. Einmal im Monat hatte er seine Dokumentationen zum Wetterdienst nach Potsdam geschickt. Dort wurden seine Daten ausgewertet.

Auch der Rekordwert ging dort ein. „Vor einigen Jahren hatte ich innerhalb von 24 Stunden 82 Liter Regenwasser gemessen. Dafür gab es aber auch oft mal drei, vier Tage am Stück ohne Niederschlag“, so der Kühlungsborner. Zusätzliche Arbeit hatte er, wenn Schnee gefallen ist. „Dafür bekam ich vom Wetterdienst ein sogenanntes Schneebrett. Auf der einen Hälfte hatte er den Neuschnee gemessen, auf der anderen Seite den gesamten Schnee. „Um die Niederschlagsmenge messen zu können, musste ich ihn im Haus immer auftauen“, berichtet er.

In seiner beruflichen Anfangszeit hatte Manfred Grunewald in Bastorf in der Landwirtschaft gearbeitet. „Wer in diesem Bereich tätig ist, muss sich ohnehin für das Wetter interessieren. Man musste sich schließlich nach Sonne, Regen und Sturm richten“, sagt er. Lange Zeit war er anschließend in anderen Städten als Lehrer tätig, bis es ihn 2004 wieder zurück nach Kühlungsborn verschlug.

„Knapp zwei Jahre später habe ich als Mitarbeiter des Wetterdienstes angefangen“, erinnert er sich. Das einzige Problem, das ihn über die Jahre beschäftigt hatte, war die Aufgabe, eine lückenlose Dokumentation abzuliefern. Denn wenn er und seine Familie in den Urlaub gefahren sind, musste ihn jemand vertreten. „Unser Enkelkind hatte dann auf das Haus aufgepasst und gleichzeitig den Niederschlag gemessen.“

Mit Beginn diesen Jahres war für den 80-Jährigen Schluss als Chronist des Niederschlags. Der Wetterdienst sucht deshalb einen geeigneten Nachfolger für das Ostseebad. Mit Aktenordner voller Papiere wird der Nachfolger aber nichts mehr zu tun haben. Denn seit einigen Jahren werden die Daten täglich über ein Programm in Internet verschickt. „Wer sich für diese Messreihe interessiert, kann sich gern über den Wetterdienst bei mir melden. Ich beantworte alle Fragen“, sagt Manfred Grunewald.

Nachfolger gesucht

Der Deutsche Wetterdienst sucht in Kühlungsborn, Ribnitz-Damgarten und Stralsund jeweils einen ehrenamtlichen Mitarbeiter, der die Messreihe einer nebenamtlichen Messstation fortführt. Diese Ehrenamtlichen müssen täglich (Winter: 6.50 Uhr, Sommer: 7.50 Uhr) die gefallene Niederschlagsmenge der letzten 24 Stunden messen. Diese Angaben sind über ein spezielles Programm per Internet dem Wetterdienst zu melden. 635 Euro Aufwandsentschädigung bekommen die Ehrenamtlichen pro Jahr. Interessierte können sich unter der Rufnummer: ☎ 069/80 62 50 58 melden.

Mathias Otto

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