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Kozian oder Menzel – jetzt gilt’s

Kühlungsborn Kozian oder Menzel – jetzt gilt’s

Am Sonntag bestimmen die Kühlungsborner per Stichwahl über den künftigen Bürgermeister im Ostseebad

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Wollen beide Kühlungsborner Bürgermeister werden: Peter Menzel (l.) und Rüdiger Kozian – hier bei einem früheren gemeinsamen Termin.

Quelle: Foto: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Der Countdown läuft – übermorgen entscheiden die Kühlungsborner, wer in den kommenden sieben Jahren im Ostseebad die Geschicke lenkt. In einer Stichwahl treten der Jurist Rüdiger Kozian und der Wissenschaftler Peter Menzel gegeneinander an – diese beiden Kandidaten hatten in einer ersten Auszählung vor knapp zwei Wochen die meisten Stimmen auf sich vereint.

OZ-Bild

Am Sonntag bestimmen die Kühlungsborner per Stichwahl über den künftigen Bürgermeister im Ostseebad

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„Natürlich sind zum Ende hin alle angespannt und aufgeregt“, gibt Peter Menzel zu. Dabei sei sein Wahlkampf noch lange nicht vorbei, macht der 37-Jährige deutlich: „Bis Samstag sind wir noch aktiv, planen diverse Aktionen, verteilen Flyer – da geben wir richtig Gas.“ Ein Punkt, in dem sich Menzel deutlich von Mitbewerber Rüdiger Kozian unterscheidet. „Ich will nicht mehr so eine Welle machen“, sagt der 57-Jährige. „Bei mir läuft das alles ein bisschen dezenter.“

Denn er habe in diversen Gesprächen schon das Gefühl bekommen, „dass die Leute wahlsatt sind“, erklärt Kozian. „Die Bundestagswahl, parallel die Wahl im Ort, jetzt die zweiwöchige Verlängerung obendrauf – ich muss da die Kühlungsborner nicht nochmal behelligen.“

Ähnliche Ideen – andere Herangehensweisen

Dabei unterscheide er sich bei den großen Projekten – etwa Lösung des Verkehrsproblems oder Zukunft Villa Baltic – gar nicht so sehr von seinem Kontrahenten, sagt Kozian: „Da gibt es schon ähnliche Ideen – aber ich jage keinen Utopien nach, sondern verfolge umsetzbare Visionen.“ Er gehe eben anders an die Sachen heran, sagt Peter Menzel. „Ich sage nicht, dass alles so bleibt, wie es ist – mein Slogan ist: Zukunft wird aus Mut gemacht.“ Dabei wolle er keine Revolution anzetteln, betont Menzel: „Aber klar ist auch, dass es mit mir stetige, kleine Veränderungen geben wird – immer darauf ausgerichtet, im besten Sinne für den Ort zu handeln.“

Er wolle nach einem Wahlsieg zunächst die Verwaltung unter die Lupe nehmen und „gucken, wer was macht und warum“, erklärt Rüdiger Kozian: „Viele Abläufe kann man vielleicht effizienter gestalten – da fordere ich schon Leistung.“ Denn je besser die Verwaltung arbeite, desto mehr habe der Bürgermeister den Kopf für Innovationen frei, meint Kozian. Grundvoraussetzung sei, dass alle Gremien und Parteien in Kühlungsborn zusammenarbeiten, ist Peter Menzel überzeugt: „Wir müssen an einem Strang ziehen – deshalb hoffe ich, dass sich nach der Wahl alle an einen Tisch setzen und vorurteilsfrei miteinander ins Gespräch kommen.“

Wahlkampf nicht ohne Misstöne

Denn während des monatelangen Wahlkampfes habe es schon jede Menge Gegenwind gegeben: „Manchmal unsachlich, auch mal unter der Gürtellinie – ich hoffe, dass das spätestens ab dem 9. Oktober vergessen ist.“ Denn grundsätzlich habe er den vergangenen Wochen auch viel Positives abgewinnen können, stellt der 37-Jährige klar: „Kühlungsborn hat zum ersten Mal seit Jahren wieder einen richtigen Wahlkampf erlebt – das hat schon Spaß gemacht.“

Das sieht Rüdiger Kozian ein bisschen anders: „Ich erwarte da nach der Wahl schon eine Handreichung“, macht der 57-Jährige deutlich. „Denn in letzter Zeit haben sich einige unschöne Dinge abgespielt.“ Im Ostseebad hätten sich regelrecht zwei Lager gebildet, sagt Kozian: „Der Ort muss in den kommenden Wochen erstmal wieder befriedet werden.“

Ganz so dramatisch stellt sich die Situation für Peter Menzel nicht dar: „Dass die Leute mehr zum einen oder anderen Kandidaten tendieren und das auch öffentlich kundtun, halte ich vor einer Stichwahl für normal.“

In jedem Fall sei es wichtig, am Sonntag überhaupt zur Wahl zu gehen, macht der noch amtierende Bürgermeister Rainer Karl deutlich: „Es geht um Kühlungsborn.“ Dabei verdiene der Ort eine Persönlichkeit, „die moderat und sachlich, kompetent und authentisch und natürlich frei von familiären und sonstigen geschäftlichen Einflüssen ist“, meint Karl. „Nicht einlösbare Träume und Versprechungen sollte der zukünftige Bürgermeister von einer gedeihlichen Fortentwicklung unseres Ostseebades unterscheiden können – dabei spielt das Alter der Person keine Rolle.“

Wenn am Sonntag im Rathaus die Stimmen ausgezählt werden, wird auch Rüdiger Kozian vor Ort sein: „Ich denke, dass das Ergebnis gegen 19 Uhr vorliegt – dann sind wir endlich schlauer.“ Peter Menzel verbringt den Wahlabend ab 18 Uhr zusammen mit seinem Team, Freunden und der Familie im „Harten Törn“ am Segelclub:. „Egal, wie es letztlich gelaufen ist – es wird auf jeden Fall gefeiert.“

Kandidat mit einfacher Stimmen-Mehrheit hat die Nase vorn

Wenn Rüdiger Kozian und Peter Menzel am 8. Oktober zur Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters antreten, hat der Kandidat mit der einfachen Stimmen-Mehrheit die Nase vorn.

Nur noch zwei statt sechs Wahllokale stehen am Sonntag zur Verfügung. Alle Wahlberechtigten aus den Wahllokalen Turnhalle Ost, Pfarrscheune und Johanneshaus Iduna können in der Turnhalle Ost am Schulweg 1 wählen, die Wahlberechtigten aus den Wahllokalen Schulzentrum, Campingpark und Kunsthalle in der Aula des Schulzentrums an der Neuen Reihe 73a.

Mitgebracht werden müssen die Wahlbenachrichtigungskarte sowie der Personalausweis – sollte die Karte schon abhanden gekommen sein, genügt auch der Ausweis. Briefwahl kann noch bis heute, 12 Uhr beantragt werden – entweder per Mail an P.Reimer@stadt-kborn.de oder aber persönlich im Rathaus.

Wer bei der Hauptwahl schon Briefwahl beantragt hat, bekommt jetzt für die Stichwahl auch Briefwahlunterlagen zugeschickt.

Diese Unterlagen müssen bis spätestens 8. Oktober, 18 Uhr in den Briefkasten des Rathauses (Ostseeallee 20) eingeworfen werden, damit sie für die Auszählung zugelassen sind.

Kontakt: ☎ 038 293/82 34 06, E-Mail: P.Reimer@stadt-kborn.de

Lennart Plottke

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