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Krise am Mittelmeer – Zuwächse bei uns?

Kühlungsborn Krise am Mittelmeer – Zuwächse bei uns?

Schlechter Sommer: Aber Kühlungsborn ist fast ausgebucht / Schlägt dabei die Situation am Mittelmeer durch?

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Kaum noch Platz am Strand von Kühlungsborn für ein zusätzliches Badehandtuch: Solche Bilder gab es in diesem Sommer bisher nur an ein paar Tagen. Wer vom Mittelmeer an die Ostsee wechselte, vermisste sicher die mediterrane Sonnen-Garantie.

Quelle: Frank Söllner

Kühlungsborn. Leere Strände am östlichen Mittelmeer und am Roten Meer – wegen der prekären Sicherheitslage und der instabilen politischen Situation in den Anrainerländern.

OZ-Bild

Schlechter Sommer: Aber Kühlungsborn ist fast ausgebucht / Schlägt dabei die Situation am Mittelmeer durch?

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Preise, die inzwischen durch die Decke gehen – vor allem an den Küsten von Italien und Frankreich, immer mehr aber auch in Spanien. Kann die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern von dieser Situation profitieren? Eine Umfrage in Kühlungsborn, Mecklenburgs größtem Ostseebad, ergab gestern: Gefühlt „Ja“. Der Trend bei Gästezahlen und Übernachtungen geht weiter nach oben. Aber es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, inwieweit die Situation rund um das Mittelmeer damit zu tun hat. Und der kalte und oft verregnete Sommer hat eine Riesen-Chance vermasselt.

„Gäste- und Übernachtungszahlen sind seit Mai deutlich im Plus. Allein im Juli, der statistisch noch nicht voll ausgewertet ist, gibt es 40000 Übernachtungen mehr als im Jahr zuvor. Die Tendenz ist positiv“, sagt Touristik-Chef Ulrich Langer. Gäste, die relativ kurzfristig buchen wollen, würden häufig bis 20 Kilometer weit hinein in das Hinterland vermittelt werden. Insgesamt sei der Tourismus-Markt derzeit „überhitzt“, was sicher auch mit der Situation am Mittelmeer und in Ägypten zu tun habe.

„Im Sommer ist es bei uns immer voll, aber so rappelvoll bei anhaltend schlechtem Wetter – das habe ich so noch nie erlebt. Klar, das hat auch mit der politischen Großwetterlage zu tun“, ist sich Bürgermeister Rainer Karl (parteilos) sicher. Ob der Trend anhalten werde – da ist er skeptisch. „Hätten wir einen sonnigen, warmen Strandsommer mit ein paar Wochen super Wetter gehabt, hätten viele Urlauber sicher gesagt: ,Das Wetter ist auch an der Ostsee okay. Es muss nicht immer Mittelmeer sein’. Nach diesem Sommer-Erlebnis werden sie wohl wieder in Regionen mit Sonnen-Garantie zurückkehren, sobald es dort wieder sicher ist.“

So ähnlich sieht es auch Axel Matzkus, der Inhaber des Europa-Hotels und des Hotels „Max am Meer“. „Wenn es dort, wo sonst viele Leute Urlaub machen, unsicher geworden ist, profitieren die sicheren Gebiete davon. Das gilt sicher auch für uns. Aber der Effekt wäre noch größer und vor allem nachhaltiger gewesen, wenn wir einen super Sommer hätten“, sagt er.

Auch Sarah Kurbjuhn vom Hotel „Polar-Stern“ spricht von Zuwächsen seit Mai. Ist aber bei der Ursachenforschung ganz vorsichtig. „Ostsee-Urlaub liegt schon seit Jahren im Trend. Viele Gäste buchen über Portale und auch wenn sie bei uns direkt anrufen, fragen wir sie natürlich nicht, ob sie kommen, weil es am Mittelmeer unsicher ist. Wir wissen es einfach nicht.“

Direktor Stephan Giersberg vom Hotel „Aquamarin“ ist nicht so zurückhaltend. „16/17 Grad, trübe und mal Nieselregen – aber das Haus ist ausgebucht, Stadt, Hafen und Promenade voller Menschen. Und die Telefone an der Rezeption klingeln und klingeln. Selbstverständlich hat es hier eine gewisse Verschiebung vom Mittelmeer zu Urlaub in Deutschland gegeben“, ist er sicher. Aber auch er weiß: „Konkrete Zahlen und Gästebefragungen darüber haben wir noch nicht.“

Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder (VMO), sieht es so: „Urlaub in Deutschland ist seit Jahren ein ständig wachsender Markt. Jetzt spielt dort auch die Lage am Mittelmeer mit hinein.“

Lutz Werner

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