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Kühlungsborner Forscher sind exzellent

Kühlungsborn Kühlungsborner Forscher sind exzellent

Der Senat der Leibniz-Forschungsgemeinschaft bewertet sein Institut im Ostseebad — und greift zum Superlativ

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Die Kühlungsborner Physiker erforschen die Atmosphäre der Erde im Höhenbereich von 10 bis 110 Kilometern mit Radar, Höhenforschungsraketen und — wie hier abgebildet — mit Lidarstrahlung. Die Ergebnisse werden in komplexen Computermodellen dargestellt.

Quelle: IAP

Kühlungsborn. Für die Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn (IAP) gibt es von ganz oben — vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft — Bestnoten.

OZ-Bild

Der Senat der Leibniz-Forschungsgemeinschaft bewertet sein Institut im Ostseebad — und greift zum Superlativ

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Dieses herausragende Ergebnis ist ein Kompliment für alle Mitarbeiter — nicht nur für die Wissenschaftler.“Prof. Franz-Josef Lübken

Der Senat bescheinigt dem IAP in einer gestern veröffentlichten Erklärung, dass die Forschungseinrichtung mit „exzellenten Leistungen zu den international führenden Instituten“ des Fachgebiets zählt.

Eine Bewertung mit Folgen — höchst positiven in diesem Fall: Für weitere sieben Jahre werden Bund und Länder die Forschungsarbeiten der Kühlungsborner Atmosphärenforscher finanzieren. Und zwar nicht gerade knapp. Rund 6,2 Millionen Euro pro Jahr umfasst die finanzielle Grundausstattung. Dazu kommen noch einmal rund 1,7 Millionen Euro aus so genannten Drittmitteln, die das Institut aufgrund seiner herausragenden Leistungen aus anderen Quellen beziehen kann. Geld, das gut verwendet wird, wie der Senat der Leibniz-Gemeinschaft betont: Mit großem Erfolg erforsche das IAP die mittlere Atmosphäre der Erde, die Kopplung ihrer Schichten und die dort stattfindenden langfristigen Veränderungen. Mit modernsten Methoden und Messtechniken bearbeite das Institut „eine beeindruckende Breite innovativer Fragen, die nicht zuletzt für die Klimaforschung relevant seien“.

Professor Franz-Josef Lübken, der Direktor des Instituts, kommentierte die Bewertung durch die Leibniz-Dachorganisation gestern so: „Die Anspannung im Vorfeld war riesig, jetzt ist die Erleichterung riesig — weil der Erfolg riesig ist.“ Besonders stolz ist Lübken auf das sehr eindeutige Zustandekommen der Note „Exzellent“: Alle drei Abteilungen des Instituts erhielten diese herausragende Bewertung. „Das hat es meines Wissens bisher noch nie gegeben“, sagt Lübken.

Hintergrund: Alle sieben Jahre ist in den 88 Forschungseinrichtungen, die sich unter dem Dach der Leibniz-Forschungsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, Stress pur. In einem Bewertungsverfahren, einer so genannten Evaluierung, müssen sie einer unabhängigen Jury, die vor allem aus international renommierten Wissenschaftlern besteht, ihre Existenzberechtigung nachweisen. Heißt: Den Nachweis erbringen, dass dort Spitzenforschung abgeliefert wird, in die es sich lohnt, weiter Geld zu investieren. „Bei einer solchen Evaluierung steht die Existenz des Instituts auf dem Spiel“, so Lübken.

Denn die Messlatte ist hoch, die Bewertungskriterien knallhart, ein „Okay“ fürs Weitermachen ist nicht selbstverständlich. In den jetzt erfolgten Evaluierungsverfahren wurden vier Einrichtungen auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse waren durchwachsen. Die Forschungsarbeiten der Kühlungsborner Physiker und der Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden werden für weitere sieben Jahre ohne Auflagen gefördert. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren und Erfurt muss gebangt werden: Schon in vier Jahren wird neu evaluiert, weil es Zweifel an der Leistungsfähigkeit gibt. Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin — Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften in Köln/Bonn ist durchgefallen. Der Senat empfiehlt, die finanzielle Förderung einzustellen. Wohl das Aus für diese Einrichtung.

Das Kühlungsborner Institut für Atmosphärenphysik, das eng mit der Universität Rostock zusammenarbeitet, hat 84 Mitarbeiter, davon 26 graduierte Wissenschaftler, 19 Doktoranden, 27 Leute in Technik und Verwaltung und 12 Masterstudenten. Neun Wissenschaftler sind Ausländer. Prof. Dr. Jorge L. Chau, seit 2013 Leiter der Radar-Abteilung, kommt aus Peru.

Von Lutz Werner

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