Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Kultur und Handel gut — Verkehr schlecht

Kultur und Handel gut — Verkehr schlecht

Stärken und Reserven im Ostseebad: Kühlungsborns HGV-Chef Dietrich Rehpenning nimmt vor der Saison im OZ-Gespräch Stellung

Kühlungsborn Breites Kulturangebot, Veranstaltungs-Höhepunkte, gesunder Mix im Einzelhandel — Dietrich Rehpenning, Chef des Kühlungsborner Handwerker- und Gewerbevereins, sieht das Ostseebad zur Saison gut gerüstet. Haupt-Kritikpunkt bleibt aber einmal mehr die chaotische Verkehrssituation.

Die Saison 2016 steht in den Startlöchern, langsam füllt sich Kühlungsborn mit Feriengästen. Was können Einheimische und Urlauber in diesem Sommer erwarten?

Dietrich Rehpenning: Promenadenfest, Schippermützenfest, Sommerkarneval, „Sea & Sand“, Dragon Grand Prix — ich glaube schon, dass wir unseren Gästen einen guten Mix anbieten können.

Dazu kommt ein Public Viewing zum Eurovision Song Contest sowie zur Fußball-EM. Nachdem im Hafen bei vergangenen Events immer wieder der Strom zusammengebrochen ist, finden die Veranstaltungen diesmal im Konzertgarten West statt.

Erstmals seit 2013 wurden die Mittel für die Touristik Service Kühlungsborn GmbH abgesenkt — die TSK muss mit rund 245000 Euro weniger auskommen als ursprünglich kalkuliert . . .

Rehpenning: Deshalb mussten tatsächlich einige Sachen gestrichen werden — so zum Beispiel „Rotary rockt“. Und auch das Public Viewing zur Fußball-EM kann die TSK diesmal nicht finanziell unterstützen — ich habe jetzt bei der Stadt einen entsprechenden Antrag gestellt. Denn allein die große LED-Wand

kostet für vier Wochen rund 13000 Euro.

Stichwort Ostseebad: Was halten Sie von den vorgeschriebenen Ruhezeiten ab 22 Uhr?

Rehpenning: 22 Uhr ist aus meiner Sicht für Veranstaltungen und den Terrassenbetrieb generell zu früh — bei 28 Grad bekommst Du doch die Gäste nicht ins Restaurant. Ich habe deshalb schon vor Jahren den Antrag gestellt, zumindest zur Hauptsaison im Juli und August die Veranstaltungen erst um 23 Uhr enden zu lassen — aber da ist absolut kein Rankommen.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg will, dass Ende 2017 die Hütten aus den Dünenbereichen verschwinden. Wie ist da Ihre Auffassung?

Rehpenning: Unter den Strandkorbvermietern herrscht aufgrund der neuen Auflagen schon Unruhe — da muss man nach der Saison ein Resümee ziehen und gucken, ob das Angebot für Urlauber überhaupt ausreichend ist. Abgesehen davon finde ich es traurig, dass so jahrzehntelange Traditionen verloren gehen — wie etwa die Dienstagabende am Strand mit Musik und Lagerfeuer.

Apropos Auflagen: Verdi will die neue Bäderregelung per Eilentscheid stoppen . . .

Rehpenning: . . . und deshalb sind natürlich viele Einzelhändler in Sorge. Denn wenn die Sonntags-Öffnungen untersagt werden, können viele kleine Läden nicht mehr die Pacht bezahlen — gerade im Hafenbereich sind das schon immense Summen.

Wie ist es aus Ihrer Sicht mit dem Branchen-Mix in Kühlungsborn bestellt?

Rehpenning: Wir haben mit der Strandstraße und der Hermannstraße schon zwei gute Einkaufsmeilen. Das Angebot ist in Ordnung — vor allem im Textilbereich sind wir gut aufgestellt, hier bieten die Händler überwiegend hochwertige Ware an. Insgesamt sind die Läden gut strukturiert, für jeden Geldbeutel ist etwas dabei. Dazu freut mich, dass sich auch in den Nebenstraßen der Einzelhandel immer mehr etabliert und offenbar auch überleben kann.

Dazu gehören aber auch fließende Verkehrsströme . . .

Rehpenning: Eigentlich hat Kühlungsborn ein Verkehrskonzept — das wird aus meiner Sicht aber viel zu lasch angefasst. Vor allem die Strandstraße ist zur Hauptsaison eine Katastrophe — gerade für Fußgänger und Radfahrer. Es kann nicht sein, dass Eltern da beim Überqueren der Straße Angst um ihre Kinder haben müssen.

Haben Sie Lösungsansätze?

Rehpenning: Mein Vorschlag: Bis 14 Uhr dürften alle Versorgungsfahrzeuge mit ihren Anlieferungen durch sein. Dann würde ich — zumindest von Juni bis Ende September — die Strandstraße komplett autofrei als Einkaufsfläche nutzen. Dazu könnten die Leute von Auffangparkplätzen im Außenbereich per Park and Ride etwa mit dem Bäderexpress „Stadtmolli“ ins Zentrum gebracht werden. Denn die riesigen Rückstaus — vor allem, wenn die Molli-Schranke geschlossen ist — sind doch alle Jahre wieder unerträglich.

Staus sind auch in den kommenden Wochen vorprogrammiert . . .

Rehpenning: . . . aber die Asphalt-Arbeiten an der Doberaner Straße sollen bis zum Pfingstfest abgeschlossen sein — inklusive neuem Gehweg. Die städtische Infrastruktur ist insgesamt schon okay — die letzten Baustellen halten wir jetzt auch noch aus.

Von Interview von Lennart Plottke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Sellin

Ulf Steiner - vormals Leiter im Nationalpark Zentrum Königsstuhl— ist jetzt Geschäftsführer in der Bade- und Erlebniswelt, die von fünf Gemeinden betrieben wird

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kühlungsborn
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.