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Leidenschaftlicher Angler und Sammler

Wittenbeck Leidenschaftlicher Angler und Sammler

Wolfgang Schoknecht aus Wittenbeck trägt alles rund ums Angeln zusammen und nimmt an Wettkämpfen teil

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Wolfgang Schoknecht baute mit seiner Frau in Wittenbeck ein Angelmuseum auf. Die historische Reuse ist ein Neuzugang.

Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Wittenbeck. Sie hängen an der Decke, dicht an dicht. Hunderte Angeln aus vielen Jahrzehnten, gesammelt von Wolfgang Schoknecht. Gemeinsam mit seiner Frau Christel baute er vor vier Jahren ein privates Angelmuseum in Wittenbecks Straße zur Kühlung auf.

OZ-Bild

Wolfgang Schoknecht aus Wittenbeck trägt alles rund ums Angeln zusammen und nimmt an Wettkämpfen teil

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Schwerpunkt der Ausstellung sind Rollen und Ruten die nach 1945 hergestellt und verkauft wurden. Feste Öffnungszeiten hat das Museum mit mietbarem Partyraum nicht. Besuche können angemeldet werden. Der Eintritt ist frei, Spenden sind möglich. Kontakt: ☎ 0151/117 46 834.

Rund 1500 Ausstellungsstücke waren es vor zwei Jahren. Wie viele es heute sind, kann der 65-Jährige nicht sagen, denn einige Tausend Stücke lagern noch im Fundus: „Es wächst ständig und es kommt vor, dass vor meiner Haustür eine Kiste mit Angelutensilien steht.“ Das freut sein Anglerherz und er hätte gern viel mehr Zeit für das Museum, doch seine Arbeit als selbstständiger Dachdecker geht vor.

Auf Rollen und Ruten, die nach 1945 in der sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR hergestellt und verkauft wurden, liegt der Schwerpunkt der Ausstellung. Zu sehen sind unter anderem auch Posen, Köder und die verschiedensten Dinge, die mit Angeln zu tun haben, wie ein altes Bleigießer-Set.

Spannend ist besonders die reich illustrierte Dokumentation über die Geschichte des Deutschen Anglerverbandes (DAV) der DDR, die bis zu dessen Wurzeln zurückgeht, welche in der Arbeiterbewegung vor der Nazizeit liegen.

Im Museums-Turm lagert ein besonderer Schatz: 12000 Anglerzeitungen, die bis in die Zeit um 1900 zurückreichen. Und eine Sammlung aller Beiträge, die ab 1975 in der OSTSEE-ZEITUNG über das Angeln erschienen.

Wolfgang Schoknecht packte die Leidenschaft zum Fischfang im Alter von vier Jahren, als er mit seinem Vater am Riedensee das Angeln lernte. Der Wittenbecker nimmt bis heute an Wettbewerben teil. Er holte mehrere Landesmeister-Titel in MV und kann auf Teilnahmen an Weltmeisterschaften zurückblicken. Zuletzt konnte seine Mannschaft den 3. Platz beim Grauwell-Cup auf der polnischen Halbinsel Hel holen und er heimste den 6. Platz von über 100 Startern im Einzel ein. Im September geht es nach Frankreich. 300 Teilnehmer sind angemeldet. Es ist das Brandungsangeln, was Schoknecht fasziniert:

„Fünf Stunden konzentriert sein, weit werfen bis zu 180 Meter – da ist man anschließend kaputt.“ Aber auch glücklich – und für ihn der Antrieb das Museum weiter auszubauen. Viel Arbeit neben der Tätigkeit zum Brötchenverdienen. Da muss seine Frau schon einiges Verständnis aufbringen: „Leider angelt sie nicht, aber sie begleitet mich manchmal zu den Wettkämpfen“, sagt ihr Mann, der mittlerweile über drei Ausstellungsräume und einen großen, sehr kreativ gestalteten Party-Raum verfügt. „Er ist für Feierlichkeiten mietbar“, lässt er wissen. Die Theke verziert ein Holztor aus dem 16. Jahrhundert. Weit über 200 Rollen hängen bereits an den Museumswänden, versehen mit Erläuterungen. 40 fehlen ihm noch, dann wäre das Ost-Sortiment von 1945 bis 1990 komplett. Der Sammler bleibt hartnäckig und sucht weiter. Nur eines, das ärgert ihn gewaltig: „Seit wir als Ortsgruppe Kühlungsborn Mitte mit 40 Mitgliedern dem Landesverband angeschlossen wurden, werden wir totgeschwiegen.

Keine unserer Aktivitäten erscheint in den Fachzeitschriften. Das muss sich ändern.“

Sabine Hügelland

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