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Mandy Marter sorgt für Ordnung

Kühlungsborn Mandy Marter sorgt für Ordnung

Seit 2008 ist die Mitarbeiterin der Stadt von Mai bis September in Kühlungsborn als Strandvogt unterwegs

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Mandy Marter (dunkles Polo-Shirt) kontrollierte gestern Vormittag auch bei dieser Urlauberfamilie aus Essen, ob die Kurtaxe bezahlt wurde. Es war alles okay. Nach der Kontrolle gab es ein kurzes, freundliches Gespräch mit den Gästen.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. „Mein Name ist Mandy Marter – Strandvogt des Ostseebades Kühlungsborn. Darf ich bitte Ihre Kurkarten sehen?“, spricht die Frau im dunklen Polo-Shirt, auf dem hinten die etwas außergewöhnliche Berufsbezeichnung aufgedruckt ist, freundlich eine Urlauberfamilie an. Die Gäste aus Essen hatten es sich gerade im Strandkorb bequem gemacht. Alles ist okay. Die Urlauber zeigen ihre Belege über die Bezahlung der Kurtaxe vor. Mandy Marter beginnt ein kurzes Gespräch. Erkundigt sich freundlich, wie lange die Gäste noch bleiben, wo sie ihr Ferienquartier haben und ob sie schon einmal in Kühlungsborn waren. „Oft werde ich gefragt, wo man in Kühlungsborn gut essen gehen kann – was ich persönlich empfehlen kann. So ein Gespräch gehört einfach dazu“, sagt sie.

Das ist die angenehme Seite ihres Jobs. Seit Saisonbeginn 2008 ist die 46-Jährige Strandvogt in Kühlungsborn. Ihre Mission: Für Ordnung und Sauberkeit auf der Strandpromenade und am Strand sorgen.

Die Regeln, die dort für Urlauber und Einheimische – auch für die Gewerbetreibenden – gelten, durchsetzen. Unterstützt wird sie dabei von einem Team von sechs Kurtax-Kontrolleuren, die am sechs Kilometer langen, bewirtschafteten Strandabschnitt überprüfen, ob die Kurabgabe von den Gästen entrichtet wurde.

„Mit der Kurtaxe – zwei Euro pro Tag in der Saison, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind davon befreit – gibt es eigentlich weniger Probleme, als oft angenommen wird“, erzählt sie. Klar, die Kontrolleure müssten sich mitunter schon heftige Worte anhören – „Abzocker, Geldeintreiber“ – wenn sie auf Strandgäste stießen, die sich durchmogeln wollen. „Aber ich habe immer eine Antwort, an der niemand vorbeikommt: ,Wie oft gehen Sie, wenn Sie den ganzen Tag am Strand sind, auf die Toilette?’“. Da gebe es oft zuerst nur verblüfftes Schweigen. „Die Benutzung aller öffentlichen Toiletten – die meisten sind an der Promenade – sind in Kühlungsborn kostenfrei, drei Mal am Tag werden sie gereinigt. Die Kurtaxe haben Sie allein schon dadurch wieder raus“, sage ich den Gästen immer, so Mandy Marter. Und erzählt zudem von der Strandreinigung, den vielen kostenlosen Veranstaltungen und vielem mehr, das für die Gäste aus der Kurtaxe finanziert wird.

Schwierig sei allerdings immer die Diskussion mit „den Einheimischen von nebenan“, wie den Kröpelinern. Denn Kühlungsborner Bürger und Leute, die hier arbeiten, seien kurtaxfrei. Und den Wunsch, dass die Bürger von Nachbargemeinden auch so behandelt würden, gebe es dort schon länger.

Mandy Marter stellt klar: „Unsere Kurtaxe ist – im Unterschied zu vielen Nordseeorten – keine Strandbenutzungsgebühr. Wer als Gast in unseren Ort kommt, ist kurtaxpflichtig, weil er alle Infrastruktur und kostenfreien Angebote nutzt, die wir den Urlaubern bieten.“ Kontrolliert werde aber nur am Strand, weil „dort die Erholungssituation eindeutig ist. Es würde bei Urlaubern und Tagesgästen schlecht ankommen, wenn wir Spaziergänger auf der Promenade oder in den Geschäftsstraßen wie bei einer Ausweiskontrolle ansprechen würden“, sagt sie. Weitere Probleme, mit denen sich Kühlungsborns Strandvogt – „Strandvögtin klingt für mich irgendwie komisch“ – immer wieder befassen muss, sind die vielen Fahrradfahrer auf der Strandpromenade, Autos von gastronomischen Anbietern, „die mal schnell vor den Restaurants und Kiosks vorfahren und Ware abladen“ und frei laufende Hunde am Strand und auf der Promenade.

„Fahrrad fahren ist auf der Promenade wegen der vielen Fußgänger – oft alte Menschen und Kinder – grundsätzlich untersagt. Hier sind allerdings die Unbelehrbaren oft Kühlungsborner. Und schnell mal mit dem Auto durch den Fußweg im Strandwaldstreifen auf die Promenade vor Kiosk und Restaurant fahren – auch streng verboten – ist eine Unsitte, die schnell wieder verschwinden sollte“, erklärt sie.

Auch das Betreten der streng geschützten Dünen – „es gibt schon Trampelpfade“ – sei ein Problem. Hier würde allerdings eine bessere Beschilderung helfen.

Bei ihren Kontrollgängen muss Mandy Marter vor allem auf die Überzeugungskraft ihrer Argumente setzen. Denn Sanktionen darf sie nicht aussprechen und polizeiliche Aufgaben schon gar nicht ausüben.

Allerdings kann sie Vorfälle dokumentieren und dann bei Ordnungsamt und Polizei zur Anzeige bringen. „Das ist immer ein Spagat, und auch Fingerspitzengefühl ist dabei wichtig. Sie ist am Strand und auf der Promenade einfach die Beste – konsequent, bestimmt, aber immer freundlich“, lobt Kühlungsborns stellvertretender Bürgermeister Dirk Lahser.

Lutz Werner

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