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Mehr Gäste — weniger Übernachtungen

Kühlungsborn Mehr Gäste — weniger Übernachtungen

2015 verbucht Kühlungsborn ein Plus von 11000 Besuchern / Aber sie bleiben nicht mehr so lange im Ostseebad

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Kühlungsborn ist als Urlaubsort längst auch in der Nebensaison angesagt. Die Gäste genossen gestern die Frühlingssonne.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Kühlungsborn. 441067 Übernachtungsgäste kamen 2015 in das Ostseebad Kühlungsborn. Das sind rund 11000 Gäste und 2,54 Prozent mehr als 2014 — und ein neuer Rekord.

Bei den Übernachtungen sieht es nicht so gut aus: 2352317 Tage beziehungsweise Nächte waren die rund 17500 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Ferienwohnanlagen und bei Privatvermietern 2015 belegt. Das sind fast 100000 Übernachtungen weniger als 2014 und ein sattes Minus von vier Prozent. Und das ist weit entfernt vom Rekordjahr 2012, als etwas mehr als 2,5 Millionen Übernachtungen gezählt wurden.

Ulrich Langer, Geschäftsführer der Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK), präsentierte diese Zahlen gestern beim Tourismustag zum Auftakt der neuen Saison vor Touristikern und Kommunalpolitikern des Ortes. Die privatwirtschaftlich organisierte TSK ist in Kühlungsborn der zentrale touristische Dienstleister — anstelle einer städtischen Kurverwaltung.

Die Neuausrichtung der TSK in Marketing und Werbung in den vergangenen Jahren hätte noch stärker jüngere Zielgruppen, vor allem Familien mit Kindern, in den Fokus gerückt. „Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich geändert“, versuchte Langer einen Erklärungsversuch der Zahlen. In der Tat: Die durchschnittliche Verweildauer der Gäste war 2015 auf 5,3 Tage gesunken. 2014 waren es noch sechs Tage. „Sie ist aber immer noch leicht höher als im Landesdurchschnitt“, so Langer.

„Wir müssen nüchtern konstatieren, dass unsere Mitbewerber, die drei Kaiserbäder auf Usedom und Binz auf Rügen, in beiden Bereichen — Gästezahlen und Übernachtungen — 2015 leichte Zuwächse zu verzeichnen haben“, stellt Langer fest.

Er glaubt aber auch, dass es in Kühlungsborn Schwächen bei der statistischen Erfassung gibt, „die wir finden und hinterfragen müssen“. Denn vor allem die Zahlen aus dem gehobenen Segment der Vier-Sterne-Häuser, die teils noch mit einem halben fünften Stern (Superior) daherkommen, mag er nicht glauben. 380000 Übernachtungen wurden dort 2015 gezählt. Die Auslastung lag bei 44 Prozent.

2014 wies die Statistik im Luxus-Segment noch 511000 Übernachtungen und 59 Prozent Auslastung aus. „Ich habe oft mit den Chefs verschiedener Häuser gesprochen und dabei jedes Mal für den einzelnen Betrieb sehr viel bessere Zahlen genannt bekommen“, stellt Langer fest und fügt hinzu: „Die von der Stadt erarbeitete Statistik wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet.“ Ein Beispiel sei die Auslastung übers Jahr. In der Landes-Statistik, die in Schwerin erarbeitet wird, allerdings nur die gewerblichen Betriebe über zehn Betten berücksichtigt, liegt Kühlungsborn mit 47,5 Prozent gleichauf mit Binz und den drei Kaiserbädern. Die städtische Statistik, die allerdings alle Betten betrachtet, kommt auf ganz 37,5 Prozent.

Insgesamt stellt Kühlungsborns Touristik-Chef aber fest: „Kühlungsborn hat sich in den letzten Jahren als Top-Destination etabliert. Der Erfolg ist nachhaltig“ und bewege sich — in absoluten Zahlen und Prozenten — „auf einem sehr hohen Niveau“. Das belegen auch die Ergebnisse einer Gästebefragung.

Die Zufriedenheit sei groß und liege in den Kategorien Unterkunft bei 86 Prozent, Flair (79), Gastronomieangebot (66), Gastfreundschaft (63). Das Preis-Leistungsverhältnis weiche jedoch ab: nur 54

Prozent Zustimmung. Bestnoten gab es auf der Skala von -1,5 bis +2 bei den emotionalen Einschätzungen wie authentisch, abwechslungsreich, gesund, sympathisch und exklusiv: +1,5 oder ganz dicht dran.

Gast des Tourismustages war Andreas Kuhn, der Präsident des Bäderverbandes MV und Bürgermeister von Zingst. Er stellte fest: „Die deutschen Urlaubsorte, vor allem an der Ostsee, profitieren jetzt auch davon, dass die Lage rund um das Mittelmeer so instabil ist. Aber wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen.“

Von Lutz Werner

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