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Mini-Freizeitpark macht dicht

Kühlungsborn Mini-Freizeitpark macht dicht

Weil die Stadt eine neue Eishalle bauen will, muss der Minigolfpark in Kühlungsborn West schließen.

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Nach zehn Jahren muss Betreiber Holger Scherz seinen Mini-Freizeitpark schließen. Fotos (2): Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Noch kommen vereinzelt Gäste nach Kühlungsborn West in den Mini-Freizeitpark von Holger Scherz. Doch die Tage der Anlage in ihrer jetzigen Form sind gezählt. Der 45-jährige Kleinunternehmer schließt den Park. Am kommenden Montag übergibt er den Platz an den Eigentümer, die Stadt Kühlungsborn. „Es ist schon ein eigenartiges Gefühl“, beschreibt der Kühlungsborner. Zehn Jahre lang hatte er die Freizeitanlage neben dem Sportplatz betrieben. Dass er seinen eigenen Betrieb nun abwickeln muss, hat aber keinen wirtschaftlichen Grund. Und es ist auch kein selbstgewählter Schritt. Dem Unternehmer wurde der Pachtvertrag gekündigt, weil an diesem Standort eine Eislauf- und Indoorhalle errichtet werden soll. Minigolf soll aber in Zukunft weiter angeboten werden. Dafür wird die Anlage dann neu gestaltet.

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Weil die Stadt eine neue Eishalle bauen will, muss der Minigolfpark in Kühlungsborn West schließen.

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Anfangs hoffte ich noch, einen Vertrag zu bekommen, der für mehrere Jahre gilt. Die erfüllte sich jedoch nicht.“Holger Scherz (45), Mini-Freizeitpark

Bis zum Wochenende muss Holger Scherz nun den Platz beräumen. „Alles, was nicht fest installiert ist, muss ich entsorgen“, erklärt er. Vor zehn Jahren pachtete Scherz den Freizeitpark vom damaligen Inhaber, dem Verein „Perspektive für die Region Bad Doberan“. „Der Vertrag galt jeweils für ein Jahr und verlängerte sich im Herbst bei ausbleibender Kündigung für ein weiteres Jahr. Jedes Jahr, wenn der Sommer zu Ende ging, musste man zittern, ob es weitergeht“, berichtet Holger Scherz.

Diese Verfahrensweise lud den Pächter nicht gerade dazu ein, selbst in den Park zu investieren. „Größere Investitionen kann man steuerlich nicht auf einmal, sondern nur über mehrere Jahre abschreiben. Bei einem Einjahresvertrag rechnet es sich nicht. Anfangs hatte ich noch die Hoffnung, dass ich eines Tages einen Vertrag bekomme, der für mehrere Jahre gilt. Die erfüllte sich jedoch nicht“, bedauert Scherz.

Auch, als vor drei Jahren die Stadt Kühlungsborn die Anlage übernahm und den Verein als Verpächter ablöste, blieb es bei den alten Konditionen. „Das Zittern wurde mehr, spätestens als bekannt wurde, dass die Stadtvertretung hier eine Eishalle bauen will. Dass vom Platz aber die berufliche Existenz eines Kleinunternehmers abhängt, interessiert keinen Stadtvertreter“, echauffiert sich der Betreiber der Freizeitanlage, der sich inzwischen beruflich neu orientieren musste.

Dass er vom Neubauvorhaben nicht viel hält, daraus macht der 45-Jährige keinen Hehl. „Ich halte es für kritikwürdig, 3,5 Millionen Euro in ein Projekt zu stecken, für das es – soviel ich weiß – noch nicht mal ein ordentliches Betreiberkonzept gibt, und von dem niemand weiß, ob es sich überhaupt wirtschaftlich rechnet. Und das Land fördert den Bau vielleicht noch mit Steuergeldern“, schimpft Hoger Scherz und ergänzt: „Wahrscheinlich hätten schon 100000 Euro gereicht, um die Minigolfanlage aufzupeppen und einen neuen Zaun zu bauen.“

Doch die Förderung durch das Land für das städtische Vorhaben ist bis jetzt noch nicht gesichert. „Wir mussten noch einige Unterlagen zu unserem Förderantrag nachreichen. Aber bis jetzt ist noch kein Förderbescheid eingetroffen“, informiert Peggy Westphal, Bauamtsleiterin der Stadt Kühlungsborn. Dies treffe auch für die Baugenehmigung zu. Auch diese liege bis jetzt noch nicht vor.

Zu Jahresbeginn hatte das Ostseebad das Projekt öffentlich ausgeschrieben – mit dem Ziel, einen potenziellen Investor zu finden, der die Halle auf eigene Kosten errichtet und betreibt. „Darauf hat sich aber niemand beworben“, berichtet Peggy Westphal. Für die Stadt war dies auch ein Signal, dass Fördermittel für den Neubau benötigt werden. „Ein Betreiber, der die neue Anlage dann pachtet, wird sich finden“, ist die Amtsleiterin überzeugt.

Rolf Barkhorn

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