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Naturlehrpfad jetzt mit Stauwehr

Kühlungsborn Naturlehrpfad jetzt mit Stauwehr

An dem Minibauwerk im Stadtwald lernen Kinder den Hochwasserschutz kennen

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Ivonne Siegert-Machotzek (2.v.l.) und ihr Titus sowie Laurenz, Michel und Melanie Hantsche werden jetzt wohl öfter ans neue Kinder-Stauwehr in den Stadtwald kommen. Dort besteht die Möglichkeit im Bach die Funktionen eines Wehrs auszutesten.

Quelle: Sabine Hügelland

Kühlungsborn. Für Titus, Michel und Laurenz war das eine große Überraschung, so mitten im Wald. Plantschen, Matschen und dabei sogar noch etwas lernen: Die Stadt ließ im Zuge einer zweieinhalb Monate dauernden Baumaßnahme zur natürlichen Regenwasser-Entsorgung auch ein kleines Stauwehr für Kinder im Stadtwald bauen.

OZ-Bild

An dem Minibauwerk im Stadtwald lernen Kinder den Hochwasserschutz kennen

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Rechts und links des Miniwehres hängen an einer Metallkette kleine Stifte, mit denen die Vorrichtung arretiert werden kann. Das Wehr befindet sich am Naturlehrpfad an der Rehwiese und dem Bach am Fuchspass. Knapp drei Kilometer lang ist der Erlebnis- und Naturlehrpfad mit seinen elf Wissens- und Erlebnisstationen. Erklärt wird auch der Zusammenhang zwischen natürlichem Wasserrückhalt und Hochwasserschutz des Waldes und der notwendigen Gewässerverbauung zum Hochwasserschutz.

Bald führt auch eine Waldtreppe mit Geländer hinunter ans Wasser und die Schautafel zum Naturlehrpfad wird über das Stauwehr ergänzt. Der Wasserstand an dieser Stelle soll nie gefährlich hoch werden, damit Kinder darin gefahrlos spielen können. Allerdings darf die Aufsichtspflicht trotzdem nicht verletzt werden, denn in Wäldern haftet jeder für sich selbst bzw. Eltern für ihre Kinder, so Bauamtsleiterin Peggy Westphal. „Die Idee des Kinder-Stauwehres stammt von der Forst“, sagt Peggy Westphal. „Eine schöne Sache, bei der sie auf einfache Weise die Technik eines Wehrs lernen.“ Der Stadtwald Kühlungsborn ist die grüne Lunge im Ostseebad und etwa 133 Hektar groß. Er schmiegt sich an die Stadtteile Ost und West und übernimmt weit mehr wichtige Funktionen als nur die Naherholung.

„Durch den Bau der neuen Wohngebiete der B-Pläne 25, 46 und 47 zwischen Aspekt und der Kleingartenanlage ,Grüner Weg’ wurde es nötig, dem dort entstehenden Oberflächenwasser eine Ablaufmöglichkeit zusätzlich zu den vorhandenen Regenrückhaltebecken für Starkregenereignisse zu geben“, so die Bauamtsleiterin. „Auf etwa 10 000 Quadratmetern entstanden Überlaufflächen mit zwei tiefer gelegten Feuchtwiesen und Grabenaufweitungen.“ Das Doberaner Planungsbüro Merkel Ingenieur Consult übernahm die Planung, die Ausführung wurde von der Baufirma Brünnich Bau GmbH aus Kühlungsborn durchgeführt.

Um die 125 000 Euro betrugen die Gesamtkosten.

Entlang des Grabens an der Hirschschneese befinden sich nun mehrere delta-artige Ausbuchtungen, wo sich das Wasser ausbreiten kann. Das sieht zurzeit noch recht aufgewühlt aus, soll jedoch bald überwuchert sein und sich wieder der natürlichen Umgebung anpassen.

In der Nähe erfolgte eine Verengung des Grabenprofils, die zum Aufstauen bei Starkregen führt. Gezwungenermaßen verteilt sich das Wasser dadurch in der zweiten Vernässungswiese. Das Wasser wird zum Teil durch Rohre im Wald geführt, wie auch am Kinder-Stauwehr. Das Mehr an Wasser bei Starkregen fließt nun auf die Vernässwiese dahinter ab. Die Baumaßnahme funktioniert wie ein Wasser-Aufenthaltsbecken, damit die Zuleitung zur Ostsee entlastet wird, was notwendig wurde. Deshalb muss das Wasser zeitverzögert durch Graben und Vernässungswiesen abgegeben werden. An zwei Pegelständen prüfen Forst und Untere Naturschutzbehörde regelmäßig den Grundwasserstand und das Oberflächenwasser.

Für die junge Mutter Melanie Hantsche, die mit Freundinnen und Kindern gern den Wald besucht, war die Entdeckung des Kinder-Stauwehres nachhaltig. Ihr Michel wollte nicht mehr aufhören darin zu spielen: „Das scheint ihnen ja nun wirklich zu gefallen“, sagte sie. „Ich finde das super. Habe selbst als Kind hier im Wald gespielt. Das ist eine klasse Idee“, sagte Ivonne Siegert-Machotzek.

„Eine echte Attraktion für die Kinder und vor allem ist das sehr naturbelassen gestaltet, das gefällt mir“, so Stefanie Drescher. „Klar, für kleine Kinder ist das toll“, so der 15-jährige Schüler Dennis Steinig, dessen Schulweg durch den Wald führt. „Ich dachte erst, das bleibt alles so kahl, aber wenn das wieder zuwächst und die Rehe das wieder nutzen können, finde ich es gelungen“, fügt Mutter Katrin Steinig hinzu.

Sabine Hügelland

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