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Neuer Anlauf für Gofu-Park in Wittenbeck

Wittenbeck Neuer Anlauf für Gofu-Park in Wittenbeck

Gemeindevertretung gibt grünes Licht für Änderung des Bebauungsplans / Anwohner drohen mit rechtlichen Schritten

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Im Sommer 2013 eröffnet, musste die Gofu-Anlage nur ein Jahr später wieder schließen. Jetzt soll es einen neuen Versuch geben.

Quelle: Lennart Plottke

Wittenbeck. Auf dem Golfplatz in Wittenbeck könnte bald auch wieder der Fußball rollen. Die Gemeindevertreter machten auf ihrer Sitzung am Dienstagabend den Weg für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans frei. Wenn auch denkbar knapp: Zwei Abgeordnete stimmten dafür – bei einer Gegenstimme sowie drei Enthaltungen. Künftig soll ein Teilgebiet der Grünfläche, auf der bislang nur die Ausübung des reinen Golfsportes zulässig ist, mit der Zweckbestimmung „Golffußball“ (Gofu) ausgewiesen werden.

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Gemeindevertretung gibt grünes Licht für Änderung des Bebauungsplans / Anwohner drohen mit rechtlichen Schritten

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„Gofu ist aus touristischer Sicht etwa Einzigartiges“, sagte Gemeindevertreter Roland Kern. „Dieser Sport bereichert unsere Region.“ Eine Auffassung, die der Gastronom allerdings ziemlich exklusiv hatte. Denn vor allem die unmittelbaren Anwohner machten ihrem Ärger über Lärm und Dreck hörbar Luft. „Wir alle hier sind für eine wirtschaftliche Entwicklung unseres Ortes“, sagte etwa Aldo Piacentini. „Aber wenn man den ganzen Tag Begeisterungsschreie und Johlen hört, ist das schon eine enorme Belastung.“ Besonders an den Wochenenden sei der Geräuschpegel nahezu unerträglich, so Piacentini: „Da fahren am Tag 150 bis 200 Autos an unseren Grundstücken vorbei – denn die Gofu-Spieler kommen ja meist in größeren Gruppen.“ Eigentlich habe er sich gerade für Wittenbeck als Wohnort entschieden, „um Ruhe zu haben – das ist jetzt wohl wieder vorbei“.

Immerhin: Seit Mitte 2014 war diese Ruhe auf der Golfanlage tatsächlich gegeben. Denn nachdem der Golf-Fußballplatz im Sommer 2013 auf einer Fläche von zwei nicht mehr benötigten Übungsbahnen eröffnet wurde, musste der Hindernis-Parcours mit 18 Bahnen und Löchern bereits ein Jahr später wieder geschlossen werden. Grund: Werner Gallas, Manager des Golf-Resorts Wittenbeck, hatte es versäumt, rechtzeitig vor Baubeginn eine Umnutzungsgenehmigung bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises einzureichen. Er stellte Gemeinde und Baubehörde faktisch vor vollendete Tatsachen – das kam nicht gut an.

Die Abgeordneten verweigerten, nachdem der Antrag auf Umnutzung im Nachhinein gestellt wurde, ihr „gemeindliches Einvernehmen“. Sie ließen nicht am Ziel des Bebauungsplanes rütteln, der die Zweckbestimmung „Golfplatz“ ausweist. Einen nachträglich eingereichten Bauantrag für den Gofu-Platz lehnten schließlich auch der Kreis sowie die Gerichte in zwei Instanzen ab.

Mit den jetzt gefassten neuen Beschlüssen könne die Gemeinde beispielsweise prüfen, ob die Gofu-Anlage Lärmschutz-Belange der angrenzenden Wohnbebauung tatsächlich berührt, erklärte Planer Ronald Mahnel: „Wir haben uns aufgrund fehlender Literatur an Bolzplätzen in Wohngebieten orientiert – dort sind mindestens 60 Meter einzuhalten.“ In Wittenbeck wären es 86 Meter – „da könnte man also eine Vereinbarung hinbekommen“, meint Mahnel.

Darüber hinaus gehe es um die Frage, ob Golfer und Golf-Fußballer überhaupt zusammenpassen, sagte der Planer: „Die betreffende Fläche befindet sich im Bereich der Übungsanlage und des Restaurants – da ist ohnehin mehr Gewusel.“ Der von Golfern vorausgesetzte Anspruch auf Ruhe sei im nördlichen Teil des Geländes nach wie vor gegeben.

Man habe die Gofu-Anlage von vormals 30 000 Quadratmetern auf 16000 Quadratmeter reduziert, sagte Manager Gallas und machte deutlich: „Mein Ziel ist es, hier Golfer und Fußballer zu vereinen – das ist auf anderen Anlagen in Deutschlands schon super gelungen.“

Er könne nicht nachvollziehen, warum die B-Planänderung jetzt im vereinfachten Verfahren durchgedrückt werden soll, sagte Anwohner Claus-Dirk Petersen: „Wir werden hier vor vollendete Tatsachen gestellt – warum holt uns der Golfplatz-Betreiber nicht mit ins Boot?“ Ihre Einwände und Anregungen könnten die Bürger im Rahmen von Stellungnahmen noch vorbringen, betonte Bürgermeisterin Annette Fink. Doch Petersen hat da wenig Hoffnung: „Wenn das Ding mal auf dem Weg ist, hat man wenig Möglichkeiten.“

Und Leidensgenosse Aldo Piacentini gab schon mal die Marschroute für die kommenden Monate vor: „Wir werden uns mit allen Mitteln des Verwaltungsrechts gegen die Gofu-Anlage wehren – das wäre ja nicht das erste Mal.“

Gofu mit Elementen von Golf und Fußball

Golffußball (Gofu) ist eine Ballsportart, die Elemente von Fußball und Golf kombiniert.

Ziel ist es , wie beim Golf einen Ball mit möglichst wenig Schlägen in ein Loch oder Netz zu spielen. Als Ball dient ein Fußball, als Schläger der eigene Fuß. Eine Golffußball-Runde besteht in der Regel aus 18 Spielbahnen, die nacheinander auf einer Gofu-Anlage absolviert werden. Gespielt wird nach Golfregeln.

Lennart Plottke

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