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Neues Konzept für Villa Baltic gefragt

Kühlungsborn Neues Konzept für Villa Baltic gefragt

Kühlungsborn hat Interesse an dem markanten Gebäude und will mit dem Besitzer über einen Kauf verhandeln.

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Die Villa Baltic in Kühlungsborn West steht zum Verkauf. Die Stadt hat ihr Kaufinteresse signalisiert.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Die Stadt Kühlungsborn will die Villa Baltic im Ortsteil West vom jetzigen Eigentümer erwerben und nach entsprechender Sanierung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Das gab Dirk Lahser am Dienstagabend als Gast der öffentlichen Mitgliederversammlung des Handwerker- und Gewerbevereins (HGV) bekannt. Lahser nahm stellvertretend für Bürgermeister Rainer Karl an der Versammlung teil. Weil er den erkrankten Rathauschef noch länger vertritt, wurde Lahser vom HGV-Vorsitzenden Dietrich Rehpenning als „amtierender Bürgermeister“ begrüßt.

Lahser verkündete: „Wir haben Kontakt mit dem Büro von Herrn Professor Wagner, dem Eigentümer der Villa, aufgenommen und unser städtisches Interesse signalisiert. Unser erster Vorschlag, dass wir uns hier treffen und direkt vor Ort über einen Kauf verhandeln könnten, wurde nicht angenommen. Aber es wurde vereinbart, dass wir nach Pfingsten einen Termin für ein Treffen an einem neutralen Ort festlegen“, berichtete Lahser und ergänzte, dass außer ihm und Bauamtsleiterin Peggy Westphal „auch jemand aus der Stadtvertretung“ an dem Gespräch teilnehmen sollte.

Die 1910/1911 im Neo-Barockstil erbaute Villa steht seit Dezember 2015 zum Verkauf, nachdem das Schwimmhallen-Projekt des Investors aus der Lausitz geplatzt war. Professor Wagner wollte im Baltic Park unmittelbar neben der Villa ein Hotel in Kombination mit einer öffentlichen Schwimmhalle bauen. Das Vorhaben scheiterte, nachdem dem Investor vorgeworfen wurde, mit seinen Bauplänen von wichtigen Vorgaben der Ausschreibung abgewichen zu sein.

In der HGV-Versammlung hatte sich auch Ulrich Langer, Geschäftsführer der Touristik-Service Kühlungsborn GmbH (TSK), für eine öffentliche Nutzung der seit zwei Jahrzehnten leerstehenden Villa ausgesprochen. „Wir sollten den Baltic Park als Gesamtes betrachten und nach einem tragfähigen Konzept suchen, von dem unsere Gäste und die Kühlungsborner langfristig profitieren“, so Langer, der sich das markante Gebäude in Kühlungsborn West gut als „Kulturstätte“ vorstellen kann.

„Eine öffentliche Nutzung muss auf jeden Fall Vorrang haben“, betonte der TSK-Chef. Hingegen riet er, die Ruine der Meerwasserschwimmhalle so schnell wie möglich abzureißen. „An diesem Standort für eine Schwimmhalle sollten wir nicht mehr länger festhalten“, erklärte Langer.

Diskutiert wurde in der Versammlung darüber, ob die Stadt die Villa Baltic zum Marktwert erwerben oder noch länger warten könnte, bis sie vielleicht das Gebäude durch die Wahrnehmung des gemeindlichen Vorkaufsrechtes noch günstiger bekommen kann.

„Um ein Vorkaufsrecht wahrnehmen zu können, bräuchten wir erstmal ein Nutzungskonzept, mit dem wir den öffentlichen Bedarf auch geltend machen. Aber je länger wir warten, desto mehr verfällt die Villa. Darauf sollten wir es nicht ankommen lassen“, betonte Lahser.

Zum Jahreswechsel wurde die Villa noch für zwei Millionen Euro öffentlich angeboten. Danach sei mehrmals der Verkauf bei der Stadt angezeigt, jedoch nie durch einen Kaufvertrag nachgewiesen worden, erklärte Bauamtsleiterin Peggy Westphal.

Villa Baltic

1912 wurde die Villa Baltic in Kühlungsborn West zunächst als Wohnhaus für den Berliner Rechtsanwalt und Notar Wilhelm Hausmann errichtet und seit 1931 als Pension durch die jüdisch geprägte „Hausmann-Stiftung“ genutzt.

1935 wurde die Villa von den Nazis behördlich geschlossen und drei Jahre später von der „Goebbels-Stiftung für Bühnenschaffende“

übernommen.Nach dem Krieg nutzte der Feriendienst der DDR-Gewerkschaften das Haus touristisch. Seit der Wende steht es, mit kurzen Unterbrechungen durch unterschiedliche Nutzer, leer.

Von Rolf Barkhorn

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