Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Optis machen große Welle

Kühlungsborn Optis machen große Welle

Für 450 000 Euro: Segelclub Kühlungsborn und Stadt planen neues Segelzentrum für die Jüngsten

Voriger Artikel
Gitarrist präsentiert neue CD
Nächster Artikel
Wittenbecker ringen um mehr Transparenz

Wir wollen dauerhaft für gute Trainings- bedingungen sorgen.Peter Menzel Vorsitz Segelclub Kühlungsborn

Kühlungsborn. Ein wellenförmiges Gebäude aus Holz und Glas, auf Stelzen errichtet, mit begehbarem Dach samt Aussichtsplattform – so sieht der ambitionierte Plan für ein neues Jüngstensegelzentrum am Kühlungsborner Hafen aus. Kostenpunkt: rund 450 000 Euro. „Damit gehört die Container-Lösung bald der Vergangenheit an“, sagt Peter Menzel, Vorsitzender des Segelclubs Kühlungsborn. „Ich bin froh, dass sich die Stadtvertretung jetzt geschlossen zu dem Projekt bekannt hat.“

OZ-Bild

Für 450 000 Euro: Segelclub Kühlungsborn und Stadt planen neues Segelzentrum für die Jüngsten

Zur Bildergalerie

Findet auch Ulrich Langer, Chef der Touristik-Service-Kühlungsborn GmbH: „Ein Container, der langsam wegrostet, kann nicht im Sinne eines Ostseebades sein. Klar ist, dass wir dringend guten Nachwuchs brauchen – dann sollten wir optimale Bedingungen schaffen.“

Dabei war der Weg dahin kein leichter: 2008 eigentlich nur als Übergangslösung am Hafen aufgebaut, war der 20-Fuß-Container seit Jahren einziges Domizil für die jüngsten Segler samt ihrer kleinen Optimisten-Jollen. „Wir haben damals diesen Standort fernab von unserem Clubgelände in West gewählt, weil das Ablanden mit den Optimisten vom Strand aus bei etwas größeren Wellen schon schwierig ist“, erklärt Menzel. „Unsere Jugendgruppe ist in dieser Zeit enorm gewachsen – es war also die richtige Entscheidung.“

Fünf Varianten – eine Lösung

Dennoch sei klar gewesen, dass der Container früher oder später einem festen Gebäude weichen muss, betont der 37-jährige Club- Chef: „Wir wollen dem starken Zuwachs gerecht werden und dauerhaft für gute Trainingsbedingungen sorgen.“ Ein erster Vorschlag im Jahr 2013, der einen Bau auf der westlichen Seite des Hafens vorsah, sei am Veto des Bauausschusses gescheitert, der den Weg zum Strand nicht verbaut haben wollte, erinnert sich Peter Menzel: „Ein Jahr später hat uns das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt darauf hingewiesen, dass das Haus mit Blick auf mögliche Wasserstände nicht unter einer Fußbodenhöhe von 4,20 Meter gebaut werden dürfe, beim dritten Versuch, diesmal schon auf Stelzen konzipiert, sah die Stadtvertretung Sichtachsen versperrt – da war schon langsam Schluss mit lustig.“

Letztlich – nach einer neuen Diskussionsrunde mit Verein, Planer, Architekt, Bauamt und Hafenbetreiber – sei man zu dem Schluss gekommen, das Jüngstensegelzentrum im östlichen Teil des Hafens zu bauen, so Menzel: „Dabei ist an dieser Stelle wegen des vielen Verkehrs die Zuwegung für die Jollen schwierig – hier befinden sich die Slipanlage für die Angelboote, die Tankstelle, die lange Spundwand als Anlegemöglichkeit für die Großsegler und die Krananlagen. Das kann für die Kinder schon gefährlich werden.“

Als Kompromiss sei der Bau einer zusätzlichen Slipanlage mit Treidelsteg für die Jollen geplant, sagt Peter Menzel: „Das ist aber noch Zukunftsmusik – erstmal konzentrieren wir uns auf das neue Gebäude.“ Um erfolgreich Fördermittel einzuwerben, habe die Stadt Kühlungsborn einen entsprechenden Antrag beim Land gestellt – und bereits eine mündliche Bestätigung bekommen, dass das Projekt im Nachrückverfahren mit Mitteln aus dem „Leader“-Topf unterstützt werden könne, freut sich der Club-Chef: „Das sind immerhin 360 000 Euro – die Kofinanzierung durch die Stadt beträgt 45 000 Euro, der Eigenanteil in gleicher Höhe wird über die Pacht auf den Segelclub umgelegt.“

Zunächst müsse der Bebauungsplan geändert werden, erklärt Peter Menzel – „per Beschluss durch die Stadtvertretung“. Sowohl Bau- als auch Hauptausschuss haben dafür bereits grünes Licht gegeben.

Sollte die Baugenehmigung wie erwartet erteilt werden, könnten im September die Arbeiten beginnen.

Aussichtspunkt auf dem Dach

„Das Haus enthält eine Umkleidekabine, separate Toiletten und Duschen, einen Schulungsraum mit Pantry-Küche, einen Lagerraum sowie einen Bereich zur zusätzlichen Nutzung“, sagt der 37-Jährige. „Ziel ist, dass unsere Jugendgruppe hier zur Saison 2018 einziehen kann.“ Besonderes Highlight: das begehbare Dach, auf dem die Besucher weit über die Ostsee gucken können: „Wir wollen diesen Bereich auf jeden Fall für die Öffentlichkeit zugänglich machen.“

Eines sei aber auch klar, macht Peter Menzel deutlich: „Das Gebäude stellt keinen Ersatz für unser Clubgelände in Kühlungsborn West dar – es ist dafür ausgelegt, dass hier pro Trainingseinheit maximal 20 Kinder und Jugendliche einen Anlaufpunkt haben.“ Für die insgesamt 145 Mitglieder mit mehr als 40 Booten und dem dazugehörigen Material sei am Hafen kein Platz: „Unser Kernstandort in West ist für den Club überlebensnotwendig – und muss in den kommenden Jahren ebenfalls den neuen Bedingungen angepasst werden.“

Und das sei dann die größte und wichtigste Aufgabe in der fast 60-jährigen Clubgeschichte . . .

Baustart im September

145 Mitglieder hat der Segelclub Kühlungsborn e.V. aktuell – 45 Kinder und Jugendliche sind dabei im Verein aktiv.

Gegründet wurde der Club 1959 – die erste Regatta in Kühlungsborn fand 2001 statt.

450 000 Euro soll der Bau eines Jüngstensegelzentrums im Ostseebad kosten – 360 000 Euro werden vom Land MV aus dem „Leader“- Topf gefördert, die Kofinanzierung durch die Stadt beträgt 45 000 Euro. Der Eigenanteil in gleicher Höhe wird über die Pacht auf den Segelclub umgelegt.

Das neue Gebäude soll im östlichen Teil des Kühlungsborner Hafens gebaut werden und ist etwa 32,5 Meter lang sowie 9,5 Meter breit.

Der Baustart für das ambitionierte Projekt ist im September dieses Jahres vorgesehen, die Eröffnung könnte bereits im Frühjahr 2018 gefeiert werden.

In einem weiteren Schritt ist darüber hinaus der Bau einer zusätzlichen Slipanlage mit Treidelsteg für die Jollen geplant. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 423 000 Euro. Dabei hoffen Verein und Stadt ebenfalls auf eine 80-prozentige Förderung durch das Land MV.

Lennart Plottke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bandelin

Gewerbesteuereinnahmen sinken in diesem Jahr drastisch / Geplante Investitionen fallen vorläufig flach

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kühlungsborn
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.