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Ostseebad ohne Nachtleben

Kühlungsborn Ostseebad ohne Nachtleben

In Kühlungsborn herrscht aktuell akuter Mangel an Tanzlokalen / Zu DDR-Zeiten gab es noch acht Tanzbars

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Die Kühlungsborner Christian Ukas, Michael Krause, Andreas Schröder und Kay Sorge vor dem Haus in der Dünenstraße, in dem sich früher die Tanz- und Nachtbar „Balaton“ befand.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Das Ostseebad Kühlungsborn lockt jedes Jahr Tausende Gäste an. Diese erwartet ein über vier Kilometer langer Ostseestrand sowie eine Vielzahl an Restaurants, Cafés, Läden, Boutiquen und Freizeitaktivitäten am Tage. „Aber ein Nachtleben findet in Kühlungsborn nicht statt“, beklagt Christian Ukas und fährt fort: „Das Angebot hat sich gegenüber früher drastisch verschlechtert. Auch nach der Wende gab es noch einige Tanzlokale — von denen existiert heute keines mehr.“ Ukas bedauert dies und erinnert an die „Tanzbar Balaton“ in der Dünenstraße, die Mitte der 1990er schloss, oder die „Shark‘s-Bar“, ein angesagter Nachttreff in der Ostseeallee. Dieser befand sich allerdings direkt neben einem großen Hotel und wurde deshalb geschlossen.

Ein Nachtleben findet in Kühlungsborn nicht statt.“Christian Ukas (40),

Werbegestalter aus

Kühlungsborn

Dass in Kühlungsborn jetzt jede Nacht beizeiten im sprichwörtlichen Sinne die „Bürgersteige hochgeklappt werden“ und sich das Nachtleben im Sommer in Form privater Partys an den Strand verlagert, werde sich langfristig negativ auswirken, ist Kay Sorge sicher. Der Gastronom betreibt eine Bar in Kühlungsborn West. Diese hat er zwar bis morgens um 6 Uhr geöffnet. Sie ist jedoch zu klein und nicht für Tanzpartys geeignet.

„Immer wieder fragen mich Gäste, wo man spät abends noch tanzen kann. Mir bleibt dann nichts anderes übrig, als ihnen die Disco in Bad Doberan zu empfehlen. Für einen Ort wie Kühlungsborn eigentlich schade“, so Sorge, der bei der Gästestruktur des Ortes langfristig ein „Generationsproblem“ befürchtet.

Ukas betont aber, dass das fehlende Nachtleben nicht nur ein Problem für junge Leute und für Urlauber sei. Gern tanzen und nachts ausgehen würden viele Leute zwischen 18 und 60. Und neben den Gästen würden sich abends nach getaner Arbeit auch viele Einheimische etwas mehr Abwechslung im Ostseebad wünschen.

„Es muss keine Großdisko sein. Die würde wahrscheinlich wenig Akzeptanz finden. Aber ein Tanzlokal, in dem mit speziellen niveauvollen Mottopartys Gäste verschiedener Zielgruppen angesprochen würden, wäre wohl das Richtige“, findet Kay Sorge.

Doch wo sollte solch eine Tanzbar öffnen? „Die alte Schwimmhalle oder nebenan die Villa Baltic sind noch frei“, wirft Michael Krause ein. Der Angestellte eines Fahrradverleihers wird immer wieder von Gästen nach dem Kühlungsborner Nachtleben befragt.

Die Idee mit der Villa Baltic findet auch Christian Mothes, Stadtvertreter der Kühlungsborner Liste, nicht schlecht. „In unmittelbarer Umgebung stört man niemanden, und Parkplätze wären in der Nähe auch vorhanden“, so Mothes. Der Kühlungsborner Hotelier gibt Ukas, Sorge und Krause Recht. „Ein richtiges Nachtleben existiert heute leider nicht — ganz im Gegensatz zu DDR-Zeiten, als es in Kühlungsborn noch acht öffentliche Tanz- und Nachtbars gab.“

Einer der wenigen Veranstalter, die regelmäßig jeden Freitagabend Tanz bis Mitternacht mit Livebands anbieten, ist das Ostsee-Brauhaus. Dessen Geschäftsführer Markus Falenski sagt: „Die Nachfrage ist riesig. Mit Tischbestellungen sind wir immer schon montags für den folgenden Freitagabend ausgebucht.“

Rund 120 Livemusikabende finden jährlich im Restaurant „Vielmeer“ statt. „Die kommen bei den Gästen sehr gut an“, weiß Inhaber Peter Weide. Auch diese Veranstaltungen enden um Mitternacht. „Für Liveabende reicht das. Dennoch würde ich es begrüßen, wenn es in Kühlungsborn wieder ein Tanzlokal wie das Shark‘s gäbe, das nachts geöffnet hat. Das ist auch wichtig für unsere jungen Mitarbeiter, die auch noch nach Feierabend etwas erleben wollen“, so Weide.

Von Rolf Barkhorn

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