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Kühlungsborn Promenade als Ehrenmeile fällt durch

Vorbild ist der „Walk of Fame“ in Grömitz / Aber dort ist das ganz anders gemeint

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Auf Kühlungsborns Hafen- und Strandpromenade ist vor allem im Sommer viel los. Persönlich gewidmete Messingplatten wie in Grömitz könnten für die vielen Spaziergänger ein Hingucker sein.

Quelle: Foto: Frank Söllner

Kühlungsborn. 37 Frauen und Männer aus dem Ostseebad Kühlungsborn wurden bisher beim Neujahrsempfang mit der Ehrenurkunde der Stadt und einem Eintrag in die Chronik ausgezeichnet – in den meisten Fällen für ihr Engagement im Ehrenamt. Acht von ihnen sind inzwischen verstorben. Wenn es nach dem Willen von Bürgervorsteher Uwe Ziesig (parteilos) gehen sollte, könnten die Ehrungen, die ihnen verliehen wurden und künftig verliehen werden, bald auch in Stein gemeißelt sein: in ihnen gewidmeten Gehwegplatten auf der Strandpromenade. Irgendwie denkt man dabei sofort an den „Walk of Fame“ in Hollywood.

OZ-Bild

Vorbild ist der „Walk of Fame“ in Grömitz / Aber dort ist das ganz anders gemeint

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Die Kosten für diesen Vorschlag werden im Entwurf, den die Fraktionsgemeinschaft HGV/Ziesig zunächst im Bauausschuss zur Diskussion stellte, mit circa 6000 Euro für die kommenden fünf Jahre und danach jährlich mit 800 Euro beziffert.

Die Anregung, die ausgezeichneten Bürger neben Urkunde und Eintrag in die Chronik auf diese Weise zu ehren, stamme aus der Partnerstadt Grömitz, so Hans-Joachim Ollhoff (HGV), der Vorsitzende des Ausschusses. Den Vorschlag begründete er damit, dass diese „Ehrenbürger“ der Öffentlichkeit oft kaum bekannt seien.

Die Begeisterung der Ausschussmitglieder hielt sich allerdings in Grenzen. Stadtvertreter Wolfgang Stange (UWG) meinte, er halte diese Art der Ehrung für „nicht angebracht“, auch weil einige der Geehrten bei den Bürgern der Stadt umstritten seien. Er schlug vor, am Rathaus eine Tafel anzubringen, auf der alle Ausgezeichneten genannt werden. Ollhoff widersprach dem nicht und meinte sogar:

„Die Urlauber als Hauptnutzer der Promenade könnten damit ohnehin nichts anfangen.“ Uwe Wiek (Grüne) regte an, die Liste der Ehrungen um die Namen der Bürgermeister zu erweitern. Sebastian von Jutrzenka konnte sich gar nicht mit dem Vorschlag anfreunden. „Ich halte das für übertrieben. Mit dieser Form kann man vielleicht einen berühmten Schriftsteller oder eine andere prominente Persönlichkeit würdigen“, sagte von Jutrzenka (CDU). Meinte aber auch, mit einer Tafel für alle könne er leben.

Ziesig fand für den Kühlungsborner „Walk of Fame“ zwar die Anregung in Kühlungsborns Partner-Kommune Grömitz in Ostholstein. Dort geht es aber eher um Spaß und eine Touristenattraktion, erklärt Christa Petersen, die Sekretärin des dortigen Tourismus Service und langjährige „Platten-Managerin“.

Obgleich im Volksmund in Grömitz und Umgebung tatsächlich vom „Walk of Fame“ gesprochen werde. Vom Ende der 1990er-Jahre bis 2010 verkaufte das Ostseebad rund 500 Messingplatten im Format von 30x30 Zentimetern vorwiegend an Privatpersonen – vor allem Urlauber –, die sich auf der Promenade mit einer ihnen gewidmeten Gehwegplatte verewigen wollten. „Mit sehr persönlichen Inschriften wie Glückwünschen zum Geburtstag für ein Familienmitglied oder Freund, Sprüchen wie ,Einmal Grömitz, immer Grömitz’ und so weiter. Dabei ging es nicht um ehrenvolle Erinnerungen, sondern einfach nur um Spaß“, so Christa Petersen. Allerdings haben sich dort auch Promis, wie Schlagersängerin Nicole, verewigt.

Für 643 Euro konnte sich jeder, der es wollte, eine Platte kaufen und auf der Promenade verlegen lassen. Die Kommune kam dabei – bei einem Einkaufspreis von 165 Euro pro Platte – auf ihre Kosten. „2010 mussten wir damit leider Schluss machen. Es wurde einfach zu viel. Anfragen haben wir bis heute“, weiß Christa Petersen. Das alljährliche große Platten-Polieren im Frühjahr habe sich sogar zum Volksfest entwickelt – bis heute. Ein Kühlungsborner „Walk of Fame“ war am Ende der Diskussion im Bauausschuss kein Thema mehr. Der Ausschuss empfiehlt aber, „die Ehrenbürger der Stadt in angemessener Weise zu ehren“.

„Walk of Fame“ in Grömitz – ein Vorbild für Kühlungsborn?

Die Idee , Bürger, die mit der Ehrenurkunde der Stadt Ostseebad Kühlungsborn ausgezeichnet wurden, mit Gehwegplatten auf der Promenade zu ehren, fiel im Bauausschuss durch.

In Grömitz ist der „Walk of Fame“ eine Touristenattraktion, die vor allem Spaß macht. Nicht nur Promis, vor allem ganz normale Urlauber und auch Einwohner konnten bis 2010 Platten kaufen.

Könnte das eine Anregung für Kühlungsborn sein? 500 Messingplatten liegen auf der 3,5 Kilometer langen Promenade von Grömitz. Kühlungsborn hätte noch mehr Platz für solche Platten.

Rolf Barkhorn und Lutz Werner

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