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Rainer Karl ist wieder zurück

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Nach schwerer Operation: Kühlungsborns Bürgermeister führt wieder die Amtsgeschäfte

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Nach schwerer Operation und viermonatiger Genesungszeit führt Rainer Karl wieder die Amtsgeschäfte im Rathaus des Ostseebades Kühlungsborn.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn Bürgermeister Rainer (64, parteilos) ist wieder zurück im Rathaus. Vier Monate hatte er nach einer schweren Operation gefehlt. „Ich bin wieder völlig gesund und fit für alle meine Aufgaben“, sagt er.

Seit dem 1. August machen Sie wieder ihren Job im Rathaus. Zunächst immer nur für ein paar Stunden am Tag. Funktioniert das?

Rainer Karl: (lacht) Natürlich nicht. Die erste Woche waren mir – nach dem so genannten Hamburger Modell – zwei Stunden erlaubt, jetzt sind es vier. Es wird aber doch immer etwas mehr. Ich nehme mir allerdings jeden Tag aufs Neue vor, die reduzierte Stundenzahl einzuhalten. Am Monatsende werde ich wieder in Vollzeit im Rathaus sein. Das ist das Ziel.

Sie waren vier Monate krankgeschrieben. Was ist passiert?

Karl: Ich habe Anfang April zwei Magenspiegelungen machen lassen. Es gab den Verdacht auf Magengeschwüre. Die Diagnose war dann schwerwiegend: Magenkarzinom – auf gut Deutsch Magenkrebs. Der gesamte Magen wurde im Südstadtklinikum Rostock entfernt. Es folgten ein Reha-Aufenthalt in Plau am See und eine längere Erholungsphase zu Hause – hier in Kühlungsborn.

Was hat sich in dieser Zeit für Sie verändert?

Karl: Ich habe 16 Kilogramm abgenommen, bringe jetzt 83 Kilogramm auf die Waage. Weniger soll es eigentlich nicht mehr werden. Und ich musste mein gesamtes Essverhalten radikal umstellen.

Wie funktioniert das jetzt?

Karl: Der Magen ist weg. Dessen Aufgabe übernimmt jetzt ein Teil des Dünndarms, der an die Speiseröhre angebunden ist. Die Kapazität ist deutlich kleiner. Heißt: Nicht drei normale oder sogar größere Mahlzeiten am Tag, sondern sechs bis acht sehr kleine. Daran kann man sich gewöhnen, aber es ist zunächst nicht einfach. Denn ich kann eigentlich alles essen, muss aber leider immer aufhören, wenn es gerade so richtig schmeckt.

Wie fühlen Sie sich nach den ersten Tagen wieder im Rathaus?

Karl: Ich bin wieder völlig gesund und fit für meine Aufgaben. Und ich werde am Arbeitspensum keine Abstriche machen, weder als Bürgermeister von Kühlungsborn noch als Kreistagsabgeordneter oder als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung „Kühlung“ und als Vorstandsvorsitzender des Verbandes Mecklenburgischer Ostseebäder.

Hatten Sie in der Zeit nach der Operation jemals Zweifel daran, dass Sie zurückkommen würden?

Karl: Nein, niemals. Ich denke optimistisch und in dieser schweren Zeit hat mir auch mein Gottvertrauen geholfen. Ich bin ein Katholik. Und ich habe auch sehr viel Glück gehabt. Es war nach der Operation keinerlei Krebs-Nachbehandlung erforderlich – weder Chemo-Therapie noch Bestrahlung.

Welche Reaktionen gab es während Ihrer Krankheit?

Karl: Geradezu überwältigenden Zuspruch und gute Wünsche von ganz vielen Menschen – nicht nur aus Kühlungsborn. Briefe, E-Mails, Facebook-Einträge – auch von Leuten, die politisch nicht immer meiner Meinung sind. Meine Frau wurde auch laufend gefragt, wie es mir geht. Das hat nicht nur mir, sondern auch ihr sehr geholfen.

Waren Sie, als Sie im Rathaus zurück waren, sofort wieder der Chef?

Karl: Selbstverständlich. Wenn der Bürgermeister dienstfähig und im Haus ist – wenn zunächst auch nur für ein paar Stunden am Tag – trägt er die volle Verantwortung.

Wie lief es in der Zeit Ihrer Abwesenheit?

Karl: Kämmerer Dirk Lahser als erster stellvertretender Bürgermeister und Bauamtsleiterin Peggy Westphal als zweite Stellvertreterin haben einen hervorragenden Job gemacht. Sie haben die Verwaltung so geleitet, dass für die Kühlungsborner Bürger nicht spürbar wurde, dass der Bürgermeister längere Zeit ausfällt. Ich stehe hinter allen ihren Entscheidungen. Sie haben alles richtig gemacht. Aber nicht nur sie. Das ganze Team im Haus hat mitgezogen.

Wie haben Sie sich denn in der ersten Arbeitswoche bei den Mitarbeitern wieder eingeführt?

Karl: Mit einem Frühstück, bei dem auch viel erzählt wurde. Einmal für die Mitarbeiter im Rathaus und dann noch einmal für die Leute vom Bauhof. Ich hatte den Eindruck, dass da wirklich Freude ist, dass ich wieder zurück bin.

Wie lange werden Sie noch Bürgermeister von Kühlungsborn sein?

Karl: Bis zum 31. Dezember 2017. Dann endet die Amtszeit und ich werde mich in den Ruhestand verabschieden.

Interview von Lutz Werner

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