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Ostseekommune wagt baurechtlichen Spagat zwischen Wohnen und Vermieten in Eigenheimen

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Blick auf das nahe der Steilküste gelegene Wohngebiet Schillerstraße im Ostseebad Rerik.

Quelle: Rolf Barkhorn

Rerik. Nach über zwei Jahren zehrender Debatten in Bauausschuss und Stadtvertretung, Anhörungen von Vermietern und Anwohnern und zahllosen Präsentationen durch Planungsexperten ist ein erstes Etappenziel erreicht: Reriks Stadtvertreter fassten in ihrer Sitzung entscheidende Beschlüsse, mit denen die Baunutzung in einzelnen Wohngebieten geregelt wurde.

Im Vorfeld der Sitzung hat es Gespräche mit den Anwohnern gegeben, wo es um Detailfragen ging.“Wolfgang Gulbis (SPD),

Bürgermeister Ostseebad Rerik

Für das Baugebiet Nr. 2 „Schillerstraße“ wurde sogar ein Satzungsbeschluss gefasst.

Hierdurch wurde ein Teilgebiet aus der ansich größeren Siedlung zwischen Steilküste und Schillerstraße als Sondergebiet herausgelöst. Weil dieses kompakte Gebiet mit über 40 Einheiten ausschließlich touristisch genutzt wird, sahen die Planer die Möglichkeit, es als „touristisches Sondergebiet“ festzulegen. Mit dem Satzungsbeschluss ist die bislang unsichere Rechtslage eindeutig zugunsten der Ferienvermietung geklärt.

„Im Vorfeld der heutigen Sitzung hat es Gespräche mit den Anwohnern gegeben, wo es dann um Detailfragen ging“, hatte Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD) schon vorher auf die Wortmeldung eines Bürgers in der Einwohnerfragezeit geantwortet. Dieser hatte erklärt, er wünsche sich mehr Information und Aufklärung in Details von der politischen Vertretung zu Entwicklungen in der Gemeinde.

Die Präsentation der Bebauungspläne und die Erläuterung der beabsichtigten Änderungen und Festschreibungen übernahm dann Li Patzelt vom Grevesmühlener Planungsbüro Mahnel.

Die Stadtplanerin hielt sich gar nicht erst mit einleitenden Worten auf, beschrieb auch die Gebiete und deren Lage nicht näher, deren Pläne sie groß an die Wand projizierte. Genaue Kenntnisse über die Gebiete und die jeweilige Problematik wurden damit einfach vorausgesetzt. Aber im Publikum saßen vor allem Bewohner und Hausbesitzer aus den behandelten Wohngebieten. Li Patzelt berichtete über eine Mediation, die im Zuge der abschließenden Planung zum B-Plan-Gebiet Nr. 2 stattgefunden hatte. „Es kamen in dem Gespräch viele Anregungen von den Anwohnern. So sollte in den Ferienhäusern die Hausordnung entsprechend überarbeitet werden. Um das Abstellen der Fahrzeuge von Gästen im Wendehammer zu verhindern, sollte dort Parkverbot eingerichtet werden.“

Die Mediation hätte gezeigt, dass man Konflikte auch untereinander „wie Erwachsene“ lösen könnte. Im Zuge der Planung gab es auch Wünsche von anderen Hausbesitzern im angrenzenden Bereich, die Grenze des Plangebietes noch einmal zu verändern. „Dann könnte aber heute kein Beschluss gefasst werden, weil diese Änderung dann nochmal in die Auslegung und Abwägung müsste“, erklärte Li Patzelt.

Die Satzung wurde dann mehrheitlich bei einer Enthaltung von den Stadtvertretern verabschiedet.

In anderen Baugebieten, die Patzelt vorstellte, lag die Problematik anders. So überwiegt in den Häusern des B-Plangebietes „Schillerstraße 30er Jahre“, welches das Sondergebiet 2 umschließt, die Wohnnutzung. „Nur ein paar wenige Häuser sind darunter, in denen sich neben Dauerwohnungen auch Ferienwohnungen befinden“, erklärte Li Patzelt und bezeichnete Letztere als „genehmigte Ausnahmen“.

Beim Wohngebiet 19 „Friedensstraße 30er Jahre“, zu dem im vereinfachten Verfahren ein Vorentwurf abzuwägen war, sprach die Planerin gar von „Bestandsschutz für einige Ferienwohnungen, die noch aus DDR-Zeiten stammen“.

Oberflächlich betrachtet sind die Reriker Stadtvertreter am Donnerstag mit ihrer baurechtlichen Regelung ein großes Stück weiter gekommen.

Allerdings nehmen nicht alle Anwohner die Festlegungen hin. Klagen gegen die neuen Pläne sind daher nicht auszuschließen.

Rolf Barkhorn

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