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Reriker Zirkus-Standort in der Kritik

Rerik Reriker Zirkus-Standort in der Kritik

Im Ostseebad gastiert wieder ein Zirkus, allerdings auf einer Fläche im Landschaftsschutz- gebiet.

Rerik. Manege frei für Anna, Elsa und Olaf! Die drei Hauptfiguren aus einem Disney-Trickfilm sind die Hauptattraktion des zweistündigen Programms im Wanderzirkus Werona. „Die Kinder mögen das und sind immer sehr begeistert. Unsere erste Abendvorstellung in Rerik hatten wir am Dienstag. Mit 200 Gästen war die für den Anfang ganz gut besucht“, freut sich Adriano Sperlich, der Sohn des Zirkusdirektors Mario Sperlich.

Vor zwei Wochen begann der Familienbetrieb mit dem Aufbau des Sommerdomizils in Rerik. „Wir kommen regelmäßig alle zwei Jahre her, immer im Sommer für vier Wochen. Rerik ist ein guter Standort und bei den Urlaubern kommt unser Programm gut an“, ist der Juniorchef überzeugt.

Gerade aber die Standortfrage kann den Zirkusleuten noch Probleme bereiten. Denn die Wiese am Stadtrand des Ostseebades, direkt neben dem Parkplatz am Langen Barg, liegt mitten in einem Landschaftsschutzgebiet. Darauf weist Anwohner Dieter Wieloch in einem Leserbrief hin. Er schreibt: „Ausweisungen von Natur- und Landschaftschutzgebieten nutzen gar nichts, solange Verwaltungs- und Naturschutzämter Missbrauch fördern. So wird jeden Tag Hunderten von Touristen im Ostseebad Rerik vorgeführt, dass man in Landschaftsschutzgebieten mit LKW´s herumfahren, campen, Material lagern und lärmen kann.“

Der erklärte Gegner des saisonalen Zirkusbetriebes im Ostseebad beschreibt die Situation vor Ort so: „Das heißt, dass das direkt angrenzende Wohngebiet in 40 Metern Entfernung beinahe täglich drei bis sechs Stunden mit einer infernalischen Lautstärke beschallt wird, so dass ein Aufenthalt im Freien unmöglich ist.“

Über die seiner Meinung nach illegale Zirkuspräsenz in den Sommermonaten habe er sich schon mehrfach im Ordnungsamt des Amtes Neubukow Salzhaff beschwert, berichtet Wieloch – allerdings ohne Erfolg.

2014 hätte ein Zirkus sogar seinen privaten Baustromzähler angezapft und konnte nur mit Polizeigewalt davon abgehalten werden.

Über diesen Vorfall berichtet Adriano Sperlich ohne Nachfrage von sich aus, stellt es aber völlig anders dar. „Wir haben den Baustromkasten auf dem Privatgrundstück gesehen und den Mann gefragt, ob wir uns da mit anschließen dürfen, denn den Kasten an der Straße gab es da noch nicht. Er hatte es uns freundlich erlaubt, dann aber später den Stecker gezogen und der Polizei erzählt, dass wir die Stromquelle heimlich angezapft hätten.“

Weiter führt der Zirkusmitarbeiter aus: „Dass wir zu viel Lärm machen, ist Quatsch. Aber wenn er dieser Meinung ist, kann er gern zu uns kommen und ordentlich mit uns reden. Stattdessen rennt er zur Behörde und zeigt uns an“, beklagt Adriano Sperlich.

Davon, dass die Wiese, auf dem der Betrieb sich niedergelassen hat, zum Landschaftsschutzgebiet gehören soll, habe er keine Kenntnis. „Die Standorte werden von unserem Tourmanager organisiert. Er kümmert sich um die Genehmigungen“, erklärt Sperlich Junior.

Für die Nutzung der geschützten Wiese hätte der Zirkus der Vorschrift nach eine Ausnahmegenehmigung bei der Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock beantragen müssen. „Die Naturschutzbehörde wurde nicht durch die Stadt, das Amt oder den Betreiber über den Zirkus informiert. Da eine Ausnahmegenehmigung von den Verboten der Landschaftsschutzgebiets-Verordnung weder beantragt noch erteilt wurde, prüft der Landkreis Rostock, ob ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet wird“, teilt Michael Fengler, Pressereferent des Landrates mit und verweist darauf, dass Anmeldung und Kontrolle in die Zuständigkeit des Amtes Neubukow-Salzhaff fallen.

Dort sieht die Leiterin des Ordnungsamtes, Ilona Zippert, keinen Grund, gegen den Zirkus Werona vorzugehen. „Die Abendveranstaltungen sind spätestens um 21.30 Uhr beendet. Sonntag und Montag sind Ruhetage. Ich weiß nicht, was daran unerträglich sein soll. Und der Standort im Landschaftsschutzgebiet ist Sache des Landkreises“, sagt Zippert. Sie rät den Zirkusleuten aber, sich beim nächsten Mal rechtzeitig mit den Behörden in Verbindung zu setzen und alle rechtlichen Fragen im Vorfeld zu klären.

Rolf Barkhorn

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