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Rollentausch: Chef für zwei Tage

Kühlungsborn Rollentausch: Chef für zwei Tage

Im Kühlungsborner Hotel „Upstalsboom“ schlüpfen elf Mitarbeiter für zwei Tage in die Rolle von Abteilungsleitern.

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Mit Eifer dabei: Tina Gulde, Sebastian Unterfranz und Daniela Gleue (v.l.) vom Team der Hotelresidenz Upstalsboom. Fotos (3): Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Wenigstens einmal für kurze Zeit in der Rolle des Chefs sein – und natürlich alles ganz anders machen. Dieser heimliche Wunsch vieler einfacher Angestellter ging jetzt für elf Mitarbeiter der Hotelresidenz Upstalsboom in Kühlungsborn in Erfüllung. Den „Rollentausch“ erdacht und zum Projekt weiterentwickelt haben Tanja Naber und Daniela Gleue, zwei Mitarbeiterinnen des Hotels, im Rahmen einer Weiterbildung. „Der Kurs lief unter dem Motto ,Corporate Happiness’. Glückliche Mitarbeiter im Unternehmen zu haben, die ihren Job gern machen, ist das Hauptanliegen dieses Projektes“, erklärt Daniela Gleue.

OZ-Bild

Im Kühlungsborner Hotel „Upstalsboom“ schlüpfen elf Mitarbeiter für zwei Tage in die Rolle von Abteilungsleitern.

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Nachdem das Experiment im Haus bekannt gemacht wurde, konnten sich interessierte Mitarbeiter auf 11 von 16 leitenden Positionen in der Hotelresidenz bewerben. Befristet wurde die Aktion, die gestern mit einem Meeting der beteiligten Mitarbeiter gestartet wurde, auf zwei Tage. Neben dem laufenden Hotelbetrieb bei zurzeit 90-prozentiger Auslastung!

Auch der Posten des Direktors war zu vergeben. Für den bewarb sich der 27-jährige Spa-Rezeptionist Sebastian Unterfranz – und er bekam ihn auch. Jens Winkler, sonst als Koch in der Hotelküche beschäftigt, übernahm die Leitung des Bereiches Technik. Und in die Rolle des Küchenchefs schlüpfte Michal Strzelecki, der seit drei Jahren als Physiotherapeut im Spa-Bereich arbeitet. Auch die Leiterin der Marketingabteilung, die in professioneller Manier über das Mitarbeiter-Projekt informierte, hat in ihrem Berufsalltag einen ganz anderen Job. Tina Gulde (27) arbeitet seit Eröffnung des Hotels im Frühjahr 2011 in ihrem erlernten Beruf als Kosmetikerin im Upstalsboom. „Ich finde das Projekt sehr interessant. Und die Arbeit im Bereich Marketing macht mir Spaß. Solch eine Aufgabe dauerhaft auszuüben, könnte ich mir auch vorstellen“, meint die Kühlungsbornerin. Für sie ist es aber auch wichtig, durch den zweitägigen Versuch andere Kollegen und deren Aufgaben besser kennenzulernen. „Man erfährt auch, was es heißt, Verantwortung für einen Bereich und die Kollegen zu tragen. Die Rolle der Abteilungsleiter werde ich nach diesem Projekt gewiss ganz anders bewerten“, sagt Tina Gulde.

Die Gelegenheit, ihren zeitweiligen Job näher kennenzulernen, erhielten alle Probanten an zwei „Schattentagen“. Da begleiteten die Projektteilnehmer ihre Ressortleiter im Dienstalltag. „Es war schon spannend mitzuerleben, was ein Hoteldirektor für einen Arbeitstag hat. Der folgt keinen festen Regeln oder vorgegebenen Abläufen. Vielmehr müssen kurzerhand viele spontane, aber wichtige Entscheidungen getroffen werden“, berichtet Sebastian Unterfranz, der an den Schattentagen Hotelchef Alexander Schreiter begleitete.

Koch Jens Winkler findet den Technikbereich sehr interessant, aber auch ein Stück weit kompliziert. „Da hängt eine Menge dran. Das ist einem sonst gar nicht so bewusst“, so Winkler, der am Projekt teilnimmt, um auch mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen und die Arbeit anderer Kollegen im Hause kennenzulernen. Aber der Gedanke, bei entsprechender Gelegenheit tatsächlich eines Tages als Chef in die technische Abteilung des Vier-Sterne-Hotels zu wechseln, käme ihm überhaupt nicht. „Dafür liebe ich meinen Beruf als Koch zu sehr“, betont Winkler.

Dass er jetzt in die Rolle des Küchenchefs geschlüpft sei, dürfe seine Frau gar nicht erfahren. Sonst müsse er zu Hause auch öfter kochen, meint lächelnd Michal Strzelecki. Der gebürtige Pole räumt sogar ein, dass er selbst kein großartiger Koch sei und noch zu wenig Rezepte kenne. Für das Projekt aber hat er sich extra Rezepte von der Großmutter besorgt. Danach wird die Küche heute ein traditionelles polnisches Menü anrichten.

Mitinitiatorin Daniela Gleue kann sich gut vorstellen, das Experiment zu wiederholen und auch weiter zu entwickeln: „Es wurde schon angeregt, Abteilungsleiter mit den Aufgaben von Mitarbeitern anderer Ressorts zu betrauen, um den Rollentausch abzurunden.“

Rolf Barkhorn

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