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Schöne Villa Baltic verfällt immer mehr

Kühlungsborn Schöne Villa Baltic verfällt immer mehr

Alle Anstrengungen der Stadt Kühlungsborn, das historische Gebäude zu retten, laufen bisher ins Leere

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Die Villa Baltic verfällt immer mehr, wild wachsende Bäume und Sträucher beginnen, das Mauerwerk zu verhüllen.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Die Villa Baltic an der Strandpromenade im Ortsteil West, das schönste historische Gebäude von Kühlungsborn, verfällt immer mehr. Die Stadt möchte das einzigartige Haus retten, muss jedoch dem Verfall bisher hilflos zusehen. Denn alle bisherigen Bemühungen verpufften wirkungslos. Auch, wie Bürgermeister Rainer Karl und Bürgervorsteher Uwe Ziesig (beide parteilos) übereinstimmend betonen, weil die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Rostock bisher untätig war und die Stadt dabei im Stich lässt.

Hintergrund: Die von 1910 bis 1912 erbaute Pracht-Villa steht seit dem Beginn der 1990er Jahre leer. Mehrere Besitzer, die nichts zustande brachten, kamen und gingen. Seit 2009 gehört das Haus dem Augenarzt Prof. Mathias Wagner aus der Nähe von Cottbus. Nach dem Scheitern eines Hotel-Projekts im vergangenen Jahr bietet er die Villa seit Monaten zum Verkauf an – für ungefähr zwei Millionen Euro. Bisher ohne Erfolg.

Die Stadtvertretung beauftragte den Bürgermeister im März dieses Jahres, mit dem Eigentümer Kaufverhandlungen zu beginnen. „Es war schwer, ihn ans Telefon zu bekommen, aber schließlich gab es zwei Gespräche – eines von mir, das andere von meinem Stellvertreter, Kämmerer Dirk Lahser. Die Gesprächsatmosphäre war freundlich, aber Herr Wagner rückte von seinen Preisvorstellungen nicht ab, die weit über unseren Möglichkeiten liegen“, so der Bürgermeister. Auch andere, private Kaufinteressenten, von denen er weiß, hätten bei diesem Preis abgewinkt. „Hier kommen wir erst einmal nicht weiter“, so die ernüchternde Bilanz von Rainer Karl.

Um das Gebäude, sollte es nicht gekauft werden können, zu retten, hatte die Stadtvertretung zuvor schon im Dezember 2015 die Rote Karte gezogen. Gezeigt wurde sie dem Eigentümer der Villa jedoch noch nicht. Die Stadtvertreter beschlossen, den Bürgermeister zu beauftragen, gegenüber dem Eigentümer ein Modernisierungs- und Instandhaltungsgebot auszusprechen. Damit könnte er durch Androhung von Strafe gezwungen werden, endlich etwas am und im Haus zu machen, in das es durch offene Fenster hineinregnet und kaputte Dachrinnen und fehlende Fallrohre immer mehr für eine Durchnässung des Mauerwerks sorgen. „Und das sind nur die von außen sichtbaren Schäden“, so Ziesig.

Der Haken an der Sache: Um gegenüber dem Eigentümer ein Instandsetzungsgebot erlassen zu können, bedarf es einer exakten Mängelliste, die ausweist, wo überall Gefahr im Verzug ist. „Um diese Liste erarbeiten zu können, müssten wir jedoch mit einem unabhängigen Experten das Haus betreten und uns dort umschauen. Das verweigert uns jedoch der Besitzer“, so Karl. Er und Ziesig hätten, nach mehreren Gesprächen beim Kreis und einem Brief an den Landrat, nur den Rat bekommen, keine Konfrontation mit dem Eigentümer aufzubauen und die Sache gütlich zu regeln. „Wenig hilfreich. Wir sind enttäuscht und wütend auf den Landkreis“, so der Stadtvertretervorsteher. Denn nur der Landkreis, speziell die Untere Denkmalschutzbehörde, könnte eine solche Anweisung an den Eigentümer, die Villa zur Begehung aufzuschließen, durchsetzen. „Das saugen wir uns nicht aus den Fingern, denn als wir vor Jahren schon einmal ein Instandhaltungsgebot gegenüber dem Eigentümer der Villa Laura in der Ostseeallee erließen, lief das auch so“, sagt der Bürgermeister. Der Landkreis scheue offensichtlich mögliche rechtliche Auseinandersetzungen mit dem Eigentümer.

Der Landkreis betont, dass die Stadt bisher kein Instandhaltungsgebot erlassen hat und auch das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege in das Verfahren nicht einbezogen wurde. Was nötig sei. Heißt:

Es fehle die rechtliche Grundlage zum Handeln. Der Kreis sei aber bereit, mit dem gegenwärtigen und künftigen Besitzer der Villa zusammenzuarbeiten, um eine denkmalgerechte und wirtschaftlich tragfähige Nutzung zu entwickeln. „Unfassbar, wir drehen uns nur im Kreis“, sagt Kühlungsborns Bürgermeister dazu.

Lutz Werner

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